Was haben CCOO und UGT angekündigt?
Die Confederación Sindical de Comisiones Obreras (CCOO) und die Unión General de Trabajadoras y Trabajadores (UGT) haben am 5. Oktober 2026 einen 24-stündigen Generalstreik für diesen Herbst angekündigt. Der Aufruf soll gemeinsam mit sozialen Organisationen, Mieterinitiativen und dem Sindicato de Inquilinas konkretisiert werden.
Die endgültige Beschlussfassung muss noch von den jeweils höchsten Führungsgremien der beiden Gewerkschaften bestätigt werden. Einen festen Termin nannten die Organisationen nicht. CCOO-Generalsekretär Unai Sordo sagte am 5. Oktober, der Streik werde voraussichtlich Anfang November 2026 stattfinden.
Die Ankündigung erfolgte nach dem Scheitern zweier Wohnungsdekrete im spanischen Abgeordnetenhaus. Die Gewerkschaften wollen den wohnungspolitischen Protest auf Arbeitsplätze und Tarifverhandlungen ausweiten.
Welche Forderungen stehen hinter dem Streik?
Die Gewerkschaften fordern nach eigenen Angaben «würdige Löhne für eine würdige Wohnung». Dazu gehören die Erneuerung des Tarifabkommens AENC und die Entsperrung von Tarifverhandlungen.
Für das geplante VI. Acuerdo para el Empleo y la Negociación Colectiva (AENC) nennen CCOO und UGT jährliche Erhöhungen von 4 bis 7 Prozent. Ergänzt werden sollen diese durch Lohnrevisionsklauseln und Massnahmen zur Verbesserung des Wohnungszugangs.
Die gewerkschaftliche Wohnungsforderung verlangt einen sozialen und politischen Pakt für das Recht auf Wohnen, dauerhaft gebundenen öffentlichen Wohnraum, eine Begrenzung der Mieten sowie die wirksame Anwendung des spanischen Wohnrechts in allen Regionen.
Warum reichen die Löhne nach Ansicht der Gewerkschaften nicht?
Nach Darstellung der Gewerkschaften reichen die Löhne nicht aus, um Wohnkosten und Inflation zu bewältigen. CCOO Canarias meldete für August 2026 eine durchschnittliche tarifliche Lohnsteigerung von 2,96 Prozent.
Die zuletzt veröffentlichte Inflationsrate lag bei 3,4 Prozent. Damit blieb die tarifliche Lohnsteigerung laut CCOO Canarias hinter der Teuerung zurück.
Die Forderungen richten sich an die verschiedenen öffentlichen Verwaltungen mit Zuständigkeit für Wohnen sowie an die Arbeitgeberverbände. Diese müssten nach Ansicht der Gewerkschaften anerkennen, dass Löhne den Zugang zu einem Grundbedürfnis wie Wohnen sichern müssen.
Welche Auswirkungen hat der Streik auf die Kanaren?
Ein Generalstreik kann Arbeitsniederlegungen in zahlreichen Branchen und Demonstrationen auslösen. Konkrete Auswirkungen auf Busse, Fähren, Flüge, Schulen, Behörden, Geschäfte oder medizinische Einrichtungen sind derzeit nicht bestätigt.
Für einen Streiktag werden normalerweise Mindestdienste durch die zuständigen Behörden festgelegt. Dazu liegen in den verfügbaren Quellen noch keine Angaben vor.
Für Bewohner, ausländische Einwohner und Besucher gibt es bislang keine neuen Wohnungsregeln, Antragsfristen, Gebühren oder automatisch geltenden Preisänderungen. Die Forderungen nach Mietbegrenzungen und öffentlichem Wohnraum sind politische Forderungen, noch keine beschlossenen Massnahmen.
Was ist noch offen?
Offen sind das exakte Datum, die endgültige Zustimmung der Gewerkschaftsgremien, die beteiligten sozialen Organisationen, die Demonstrationsorte und die Mindestdienste. Die Terminentscheidung soll gemeinsam mit den Mieterorganisationen getroffen werden.
UGT-Generalsekretär Pepe Álvarez schloss eine Überschneidung mit dem Wahlkampf aus. Einen neuen Termin oder weitere Einzelheiten nannten die Gewerkschaften bis zum 6. Oktober 2026 nicht.
Wie geht es weiter?
Die Gewerkschaften rufen die Beschäftigten auf, sich an der Kampagne in den Betrieben und auf der Strasse zu beteiligen und den Generalstreik zu unterstützen. Die Mobilisierung und die Tarifverhandlungen sollen fortgesetzt werden.
Die endgültige Festlegung des Streiktermins wird mit dem Sindicato de Inquilinas und weiteren Organisationen abgestimmt. Sobald ein Datum bestätigt ist, dürften auch die zuständigen Behörden Angaben zu Mindestdiensten veröffentlichen.