Wie funktioniert die Betrugsmasche?

Die Betrüger versenden über WhatsApp eine Nachricht, die scheinbar von einem Bekannten stammt. Darin bitten sie darum, für ein Mädchen mit Namen wie «Sophie» oder «Eliska» bei einem Tanzwettbewerb abzustimmen.

Der mitgeschickte Link führt auf eine gefälschte Abstimmungsseite. Dort verlangt die Seite die Telefonnummer und zeigt einen Code samt Anleitung, diesen in WhatsApp über die Funktion «Verknüpfte Geräte» einzugeben.

Der Code bestätigt keine Stimme, wie INCIBE erklärt. Er kann den Betrügern eine zusätzliche WhatsApp-Sitzung ermöglichen, ohne dass das Opfer zunächst den Zugriff auf seinem eigenen Telefon verliert.

Danach können die Täter Nachrichten im Namen des Opfers versenden, den Betrug an weitere Kontakte weitergeben oder Geld verlangen. Die Polizei weist darauf hin, dass die scheinbar vertraute Absendernummer nicht beweist, dass die betreffende Person die Nachricht selbst geschrieben hat.

Was bedeutet das für Urlauber und Residenten auf den Kanaren?

Für Einwohner, ausländische Residenten und Besucher gelten keine besonderen kanarischen Regeln, Gebühren, Fristen oder Zugangsbeschränkungen. Die Warnung betrifft grundsätzlich alle WhatsApp-Nutzer, ein kanarischer Wohnsitz ist keine Voraussetzung für die Betroffenheit.

Die verfügbaren Primärquellen nennen keine Opferzahl, keinen finanziellen Gesamtschaden und keine regionale Statistik für die Kanaren. Es gibt daher keine belastbare Zahl dazu, wie viele Menschen auf den Inseln betroffen sind.

Die Warnung bleibt bis auf Weiteres relevant. Ein Enddatum oder weiterer offizieller Termin wurde nicht mitgeteilt.

Was sollten Sie tun, wenn Sie eine solche Nachricht erhalten?

Die Polizei rät, nicht auf den Link zu klicken, keine Telefonnummer, Codes oder sonstigen Daten einzugeben und die Nachricht nicht weiterzuleiten. Die angebliche Bitte sollte über einen anderen Kanal, insbesondere telefonisch, überprüft werden.

Wer den Link geöffnet, aber noch keinen Code in WhatsApp eingegeben hat, soll die Seite schliessen und die Anweisungen nicht fortsetzen. In WhatsApp sollten die verknüpften Geräte kontrolliert und unbekannte Sitzungen sofort abgemeldet werden.

Bei einer bereits kompromittierten Sitzung raten die Behörden, Kontakte zu warnen, Beweise wie Screenshots zu sichern und die Bestätigung in zwei Schritten zu aktivieren. Bei finanziellen Schäden soll unverzüglich die Bank kontaktiert und Anzeige erstattet werden.

Wo können Betroffene Hilfe und Beratung bekommen?

INCIBE bietet über die kostenlose, vertrauliche Nummer 017 Beratung zur Cybersicherheit an. Die Guardia Civil ermöglicht eine telemtische Anzeige von Betrugsfällen und betrügerischen Abbuchungen, die über Computer oder Handy begangen wurden.

Dafür wird eine elektronische Signatur benötigt. Alternativ kann die Anzeige persönlich bei einem Posten der Guardia Civil, einer Dienststelle der Policía Nacional oder beim Bereitschaftsgericht erstattet werden.

Für dringende Informationen nennt die Guardia Civil die Telefonnummern 062 und 112. Betroffene sollten Nachrichten, Absendernummern, Links, Screenshots und Belege für Abbuchungen für die Anzeige aufbewahren.

Welche ähnlichen Betrugsmuster sind bekannt?

Die Policía Nacional dokumentiert als wiederkehrendes Muster Betrugsfälle, die über WhatsApp und SMS mit angeblichen Gewinnspielen, Sonderaktionen oder Geschenken verbreitet werden. Ziel kann sein, persönliche Daten zu erlangen, das Opfer bei Premium-SMS-Diensten anzumelden oder es auf Phishing-Seiten zu locken.

Die Polizei warnt zudem vor gekürzten Links und verlockenden Nachrichten, die Viren verbergen oder auf betrügerische Seiten weiterleiten können. Nutzer sollten keine Namen, Adressen, Telefonnummern, Bankdaten, Passwörter oder per SMS oder WhatsApp erhaltene Codes bei ungeprüften Gewinnspielen angeben.

Verdächtige Links sollten nicht geöffnet und keine über Nachrichten oder angebliche Gewinne angebotenen Apps installiert werden. Bei einer betrügerischen Abbuchung rät die Polizei, sofort die Bank zu kontaktieren und Anzeige zu erstatten.

Was ist über die Verbreitung auf den Kanaren bekannt?

Die offiziellen Informationen belegen keine spezifische Kampagne des «falschen Tanzwettbewerbs» auf den Kanaren. Es liegen keine regionalen Zahlen, keine jährliche Entwicklung, kein Vergleich zwischen den Inseln und keine Kosten- oder Programmangaben vor.

In den verfügbaren Ergebnissen wurden keine Beschlüsse des BOC, keine offiziellen Statistiken der Kanaren und keine Daten des INE oder ISTAC gefunden, die eine spezifische Entwicklung dieses Betrugs auf den Inseln in den letzten ein bis drei Jahren belegen. Die Warnung gilt daher als allgemeine Vorsichtsmassnahme für alle Nutzer, nicht als Reaktion auf eine dokumentierte Häufung auf den Kanaren.