Was ändert sich für Eigentümer?
Eigentümer können ihre leer stehende oder wenig genutzte Wohnung ab sofort online in das Programm einbringen. Die Website vivacan.es ist nach Angaben von Minister Pablo Rodríguez bereits in einer ersten Phase operativ. Eine persönliche Vorsprache in einem Büro ist dafür nicht nötig.
Das Programm verspricht eine kostenlose Mietausfallversicherung für drei Jahre. Die Regionalregierung übernimmt damit nach den verfügbaren Angaben bis zu drei Jahre ausbleibende Mietzahlungen. Konkrete Höchstbeträge, Ausschlüsse und Verfahrensregeln wurden in den veröffentlichten Informationen nicht genannt.
Zusätzlich erhalten Eigentümer Beratung zum Mietpreis und Unterstützung bei der Auswahl zahlungsfähiger Mieter. Hilfe bei Vertrag und Wohnungsinventar sowie rechtliche Beratung sind ebenfalls vorgesehen. Auch Hilfen für die Instandsetzung oder Sanierung der Immobilie sollen verwaltet werden können.
Was ändert sich für Mieter und Expats?
Mietinteressenten können verfügbare Wohnungen über die Website suchen. Der Filter umfasst Insel, Gemeinde, Mietpreis, Zahl der Schlafzimmer und weitere Merkmale. Eine Bewerbung ist grundsätzlich über die Website möglich.
Die Quellen nennen keine Beschränkung auf spanische Staatsangehörige. Entscheidend sind daher die noch zu veröffentlichenden Teilnahme- und Nachweisanforderungen. Einkommensgrenzen oder eine feste Höchstmiete wurden bislang nicht bestätigt.
Interessenten erhalten Beratung zum spanischen Mietrecht, der Ley de Arrendamientos Urbanos (LAU). Unterstützung bei Vertragsabschluss sowie bei späteren Problemen ist vorgesehen. Eine Mediation zwischen Mietern und Eigentümern gehört ebenfalls zum Angebot.
Wo ist das Angebot verfügbar?
Das Angebot soll auf den acht bewohnten Kanarischen Inseln verfügbar sein. Vorgesehen sind digitale, persönliche und mobile Beratung. Konkrete Adressen und Öffnungszeiten wurden nicht veröffentlicht.
Minister Pablo Rodríguez betonte im Parlament, dass der Dienst sich nicht auf eine Website oder ein Telefon beschränken werde. Es soll Büros geben, an die sich Bürger wenden können. Ein Datum für die Eröffnung dieser Büros wurde nicht genannt.
Die Umsetzung erfolgt über die öffentliche Gesellschaft Viviendas Sociales e Infraestructuras de Canarias (VISOCAN). Den operativen Betrieb hat das Unternehmen Factoría, Gestión y Consultoría, S. L. übernommen.
Was gilt für Besucher und Feriengäste?
Das Programm betrifft Wohnraummietverträge und enthält keine neue Regel für Hotels, Ferienwohnungen, Einreise oder Kurzaufenthalte. Eine Auswirkung auf touristische Buchungen ist nicht angegeben. Feriengäste sind von der Neuerung nicht direkt betroffen.
Für Residenten und Expats, die auf den Kanaren langfristig mieten möchten, kann das Programm das Angebot an bezahlbarem Wohnraum erhöhen. Die Regierung will damit private Leerstände nutzen. Viele Menschen hätten nicht nur Schwierigkeiten mit den Preisen, sondern fänden gar keine verfügbare Wohnung, so Rodríguez.
Was ist noch offen?
Ein Starttermin für einzelne Mietverträge wurde nicht genannt. Auch eine Bewerbungsfrist, Einkommensgrenzen, eine feste Höchstmiete oder eine Zahl bereits verfügbarer Wohnungen fehlen in den zugänglichen Quellen. Ebenso ist nicht erklärt, ob die Versicherung automatisch für jede angenommene Wohnung gilt.
Die Regierung beziehungsweise die Programmverwaltung muss die vollständigen Teilnahmebedingungen, Versicherungsdetails und Beratungsstellen noch veröffentlichen. Ein konkretes Datum dafür ist bislang nicht genannt. Auch die Auswahl- und Einkommensregeln stehen noch aus.
Wie geht es weiter?
Parallel zum Programmstart wird eine detaillierte Studie für jede einzelne Insel erstellt. Sie soll ermitteln, wie viele Wohnungen leer stehen, welche bewohnbar sind und in welchem Zustand sie sich befinden. Die Studie läuft parallel zur Inbetriebnahme des Programms.
Rodríguez erklärte, dass es nicht nötig sei, auf die Ergebnisse der Studie zu warten, um mit der Aufnahme von Wohnungen zu beginnen. Das Programm wurde nach Angaben des Ministers unter Berücksichtigung von Erfahrungen anderer autonomer Gemeinschaften und früherer Fehler entworfen.