Was ändert sich ab Sonntag für Urlauber und Einwohner?

Der Cabildo de La Gomera aktiviert ab Sonntag, 8. November, seinen Plan de Emergencias Insular, den Notfallplan der Insel. Präsident Casimiro Curbelo sagte, die Massnahmen träten um Mitternacht in Kraft.

Gesperrt sind das gesamte Wanderwegnetz, die Waldpisten und die Erholungszonen. Wer für Sonntag eine Tour geplant hat, muss umdisponieren.

Auch die Strasse von El Rejo ist zu, sie verbindet die GM-1 mit der GM-2. Geschlossen bleiben zudem der Jardín Botánico del Descubrimiento in Vallehermoso und das Centro de Interpretación del Queso y el Pastoreo in Alajeró.

Parken in den Betten der Barrancos (Schluchten) ist verboten. Die für Sonntag angesetzte Jagd fällt aus.

Wo sind die 40 Einsatzkräfte auf den Strassen unterwegs?

Mehr als 40 Einsatzkräfte kontrollieren und reinigen laut Strassen-Consejero Aníbal González 17 Inselstrassen. Sie sollen Felsstürze, herabfallende Äste und andere Hindernisse verhindern oder rasch beseitigen.

Welche 17 Strassen das sind, nannte der Cabildo in seiner Mitteilung nicht. Wer im Süden wohnt oder Urlaub macht, sollte deshalb vor jeder Fahrt die offiziellen Kanäle prüfen.

Curbelo bezifferte am 18. Juli 2024 das Jahresbudget für den Strassenunterhalt auf rund 3,5 Millionen Euro. Damals nannte er 48 Arbeiter auf 17 Inselstrassen, ob die jetzt angekündigten Kräfte dazugehören, geht aus den Quellen nicht hervor.

Die Einsatzleitung läuft über das CECOPIN, die Koordinationszentrale der Insel. Consejero Héctor Cabrera sprach von einem gemeinsamen Einsatz verschiedener Korps und Organisationen; Zusammensetzung und Kosten nannte er nicht.

Welche Wetterwarnung gilt für La Gomera?

Die kanarische Notfallbehörde Emergencias hat für La Gomera ab Samstag, 7. November, 21.00 Uhr eine Regenwarnung ausgerufen. Für das ganze Archipel gelten Vorwarnungen für Gewitter und Überschwemmungen.

Der staatliche Wetterdienst AEMET rechnet auf La Gomera mit rund 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde, und das über lange Zeit. Seit Samstag, 12.00 Uhr, gilt zudem eine Windwarnung für bestimmte Zonen der Insel.

Der Sturm erreicht laut Prognose zuerst La Palma und zieht am Sonntag ostwärts. Eine Ankunftszeit für La Gomera nannten die Behörden nicht, Emergencias spricht von hoher Unsicherheit, wo die stärksten Effekte auftreten.

Ab Montag, 9. November, erwartet AEMET Seegang von 3 bis 4 Metern. Am Montag und Dienstag kann es ruhiger werden, am Mittwoch, 11. November, könnten Regen und Wind wieder zunehmen.

Was fällt aus, und was raten die Behörden?

Der Cabildo hat das Sonntagsprogramm der Feria Insular de Artesanía (Inselhandwerksmesse) verschoben. Den Gemeinden empfahl er, Veranstaltungen im Freien und öffentliche Events abzusagen, solange die Warnlage gilt.

Einen neuen Termin für die Messe nannte der Cabildo bisher nicht. Offen ist auch, welche Gemeinden der Empfehlung folgen.

Der Cabildo rät, nur unbedingt nötige Fahrten zu machen und Abstand zu Zonen mit Felssturz- oder Astbruchgefahr zu halten. Barrancos soll niemand betreten, an der Küste ist wegen der schlechteren Seebedingungen besondere Vorsicht geboten.

Aktuelle Informationen gibt es nur über die offiziellen Kanäle des Cabildo und von 112 Canarias. Bei Zwischenfällen gilt der Notruf 112 oder das CECOPIN unter 922 14 15 01.

Emergencias rät zusätzlich zu Taschenlampe, Wasser, Medikamenten und einem Batterieradio für mögliche Stromausfälle. Wer im Sturm unterwegs ist, soll langsamer fahren.

Wie hart traf der letzte grosse Sturm die Insel?

Der Sturm Therese hinterliess im März 2026 nach vorläufigen Angaben Schäden von rund 42 Millionen Euro bei 118 Massnahmen. Auf das Strassennetz entfielen 28 Millionen Euro, das sind 65,7 Prozent.

Erdrutsche schnitten damals Erques und Erquito ab. Bewohner wurden per Hubschrauber zu Arztterminen nach Teneriffa geflogen.

Der Cabildo schloss bei früheren Stürmen Strassen und Pisten vorbeugend und öffnete sie nach der Reinigung wieder. El Rejo etwa ging nach dem Sturm Francis im Januar 2026 wieder auf.

Curbelo sagte zu Bruna: «Jetzt gilt es vorzubeugen und die Entwicklung des Wetters in den nächsten Tagen zu beobachten.» Ob die Warnstufe nach den Erklärungen vom 7. November steigt, ist offen.