Was gilt für Urlauber auf Teneriffa ab Sonntag?
Der Cabildo de Tenerife sperrt ab Sonntag, 8. November, 0.00 Uhr, Pisten, Wege und Wanderpfade in geschützten Naturräumen. Zu sind auch Campingzonen und Erholungsgebiete.
Gesperrt bleiben ausserdem der Zugang zum Barranco de Masca und zum Barranco del Infierno. Wer dort eine Wanderung oder Tour gebucht hat, fragt besser beim Veranstalter nach, denn ein Wiedereröffnungstermin ist nicht bekannt.
Auch Anlagen im Besitz des Cabildo für Kultur, Sport und grössere Veranstaltungen schliessen. Eine Liste der betroffenen Termine lag bis Freitag nicht vor.
Die Jagd ruht ebenfalls, wie der Cabildo mitteilt. Von Stränden oder Küstenpromenaden ist in der Mitteilung nicht die Rede.
Wie stark soll es im Süden regnen und stürmen?
Gelbe Gewitterwarnungen gelten für alle acht Inseln. Als stündliche Warnschwelle nennt der Wetterdienst für Sonntag 25 Millimeter auf Teneriffa, das ist eine Schwelle und keine einheitliche Prognose.
Orange gilt am Sonntag für La Gomera und El Hierro, mit 100 Litern in zwölf Stunden. Auf Gran Canaria nennt AEMET 80 Liter in zwölf Stunden.
AEMET rät zu äusserster Vorsicht an offenen Küsten. Schluchten, Flussbetten und Gebiete mit Überschwemmungsgefahr sollten Besucher meiden.
Was ist für Strassen, Schulen und Teide noch offen?
Ob Schulen schliessen oder Strassen gesperrt werden, ist bis Freitag nicht bestätigt. Auch Massnahmen der Gemeinden und des Gobierno de Canarias (Kanarische Regierung) zum Zugang zum Teide-Nationalpark liegen nicht vor.
Zum Vergleich: Beim Sturm Therese im März blieben die Strassen TF-12 und TF-21 sowie die Zufahrten zum Teide-Nationalpark geschlossen. Auch Punta de Teno war über die TF-445 gesperrt.
Cabildo-Präsidentin Rosa Dávila bat auf dem X-Konto des Cabildo um Vorsicht und sprach von «einem Wetterereignis, das an verschiedenen Orten der Insel Risiken schaffen kann». Die Bevölkerung solle unnötige Fahrten meiden und den Anweisungen der Notfalldienste folgen.
Offen ist auch, ob die Kanarische Regierung eigene Alarmstufen ausruft. Regionale Alarme kommen von der Dirección General de Emergencias des Gobierno de Canarias, die Wetterwarnungen von AEMET.
Wie oft schaltet der Cabildo den PEIN scharf?
Der PEIN (Plan Territorial Insular de Emergencias de Protección Civil) ist der eigene Notfallplan des Cabildo und lässt sich vorbeugend oder im Ernstfall aktivieren, ganz oder teilweise. Seine Alarmlagen heissen Prealerta (Vorwarnung) und Alerta (Alarm).
Beim Sturm Nuria aktivierte der Cabildo den Plan am 3. April 2025, nachdem die Regionalregierung die höchste Windwarnung ausgerufen hatte. Berichten zufolge gab es mehr als 100 Einsätze, im Einsatz waren 320 Personen.
Bei Claudia im November 2025 galt der Plan an einem Mittwoch ab 12.00 Uhr auf Stufe Alerta, über Nacht zählte die Einsatzzentrale 75 Vorfälle. Bei Emilia im Dezember 2025 schaltete der Cabildo ihn vorbeugend auf höchster Alarmstufe scharf.
Bei Therese senkte der Cabildo den Plan am 25. März 2026 um 2.30 Uhr auf Stufe 1, Alerta. Laut Berichten gab es in jener Nacht fast 600 Vorfälle, vor allem in La Orotava, Puerto de la Cruz, Los Realejos, Tacoronte und La Matanza.
Rund 2.500 Menschen waren ohne Strom, nahe dem Teide fiel Schnee. Das Muster: Der Cabildo schaltet den Plan oft vorbeugend scharf und sperrt zuerst die Naturräume.
Wie lange dauert Bruna?
AEMET erwartet, dass sich Bruna ab Mittwoch, 11. November, abschwächt.
In früheren Fällen hob der Cabildo den PEIN auf, nachdem die Regionalregierung ihre Alarmstufen gesenkt hatte. Für Bruna nannte er bis Freitag weder ein Ende des Plans noch einen Termin für die Wiedereröffnung der Wege.
Den Namen Bruna vergab der portugiesische Wetterdienst IPMA. Die ersten Warnungen betrafen La Palma und wurden dann auf fünf Inseln ausgeweitet.
Für die stärksten Schauer nennt AEMET vor allem La Palma, wo Orange von Samstag, 21.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, gilt. Gran Canaria folgt am Sonntag von 12.00 bis 23.59 Uhr, Lanzarote und Fuerteventura bleiben bei Gelb.