Was ändert sich für Urlauber im Süden Teneriffas?

Der staatliche Wetterdienst AEMET hat für ganz Teneriffa die orange Regenwarnung ausgerufen, am Sonntag, 8. November, von 0 bis 18 Uhr. Es drohen bis zu 100 Liter pro Quadratmeter in 12 Stunden, auch an den Süd-, Ost- und Westhängen.

Wandern in Naturschutzgebieten ist ab 0 Uhr am Sonntag nicht mehr möglich: Der Cabildo sperrt Wege, Pfade und Trails und alle Aktivitäten im Freien dort. Grundlage ist der Inselnotfallplan PEIN (Plan de Emergencias Insular), den er auf Alarmstufe setzt.

Auch Campingzonen und Erholungsgebiete schliessen, und die Jagd ruht. Genehmigungen für Canyoning, Klettern, Filmaufnahmen und Sportveranstaltungen gelten nicht mehr.

Wer eine Canyoning- oder Klettertour gebucht hat, steht ohne gültige Genehmigung da. Ob es Geld zurückgibt, hat der Cabildo nicht mitgeteilt, deshalb fragen Betroffene am besten beim Veranstalter nach.

Geschlossen bleiben der Barranco de Masca und der Barranco del Infierno. Wohnhäuser, Fincas und öffentlich zugängliche Betriebe samt Parkplätzen erreichen Sie laut Cabildo weiterhin ohne Einschränkung.

Wann treffen Regen und Wind Teneriffa?

Für Teneriffa, Gran Canaria, La Palma, La Gomera und El Hierro hat die Kanarenregierung ab 21.00 Uhr am Samstag, 7. November, die Regenalarmstufe erklärt. Fuerteventura, Lanzarote und La Graciosa bleiben in der Voralarmstufe.

Beim Wind beginnt es früher: Ab 12.00 Uhr am Samstag gilt Alarm für Gipfel, Norden und Nordwesten Teneriffas. Dort erwartet der AEMET Böen von 70 km/h.

Am Sonntag gilt für den Norden Teneriffas Orange mit Böen bis 90 km/h, vor allem auf den Gipfeln. Im Rest der Insel, auch im Süden, warnt der AEMET mit Gelb vor bis zu 70 km/h.

Am Sonntag soll der Regen nach AEMET-Angaben bis zu 25 Millimeter pro Stunde erreichen. Dazu gilt auf Teneriffa von 0 bis 18 Uhr Gelb für Gewitter.

Am Sonntag liegt der Höhepunkt.

Was raten die Behörden Einwohnern und Gästen?

Nicht in Barrancobetten parken, rät die Dirección General de Emergencias (Notfallbehörde der Kanarenregierung). Zudem sollen Dächer, Terrassen und Abflüsse gesichert sein.

Für Stromausfälle empfiehlt sie Taschenlampen, Trinkwasser, Medikamente und ein Batterieradio. Bei Gewitter sollen die Fenster geschlossen bleiben und die Geräte vom Netz gehen.

Auf Wandern und Camping sollen alle verzichten. Die Behörden raten ausserdem, keine überfluteten Strassen zu durchqueren und sich über offizielle Kanäle zu informieren.

Blanca Pérez, Inselrätin für Medio Natural, Sostenibilidad, Seguridad y Emergencias, stellte klar: «Diese Massnahmen sind keine Empfehlungen, sondern Einschränkungen, die eingehalten werden müssen.» Sie nannte Steinschlag, umstürzende Bäume und Überschwemmungen in den Barrancos als Risiken.

Rosa Dávila, an der Spitze des Cabildo, bat um Vorsicht. Unnötige Fahrten soll es nicht geben.

Was ist noch offen?

Ob Flüge ausfallen, ist nicht bestätigt. Auch zu Schulschliessungen, Strassensperrungen, Schäden und Verletzten gab es bis Samstag keine bestätigten Angaben.

Wie es um die Teide-Seilbahn und den Teide-Nationalpark steht, ist ebenfalls nicht bestätigt. Reisende fragen vor einem Ausflug beim Betreiber nach.

Der Cabildo fordert seine Abteilungen auf, ab 0 Uhr am Sonntag kulturelle, sportliche und öffentliche Einrichtungen zu schliessen, die Fahrten zwischen Gemeinden nötig machen. Eine Liste der betroffenen Anlagen liegt nicht vor.

Die Einschränkungen gelten, bis eine neue Resolution der zuständigen Inselabteilung sie aufhebt. Das soll nach der Schadensbilanz geschehen, einen Termin nannte der Cabildo nicht.

Wie ordnet sich Bruna ein?

Bruna ist der zweite Name auf der AEMET-Liste der Stürme für die Saison 2026/27, die am 1. September 2026 begann. Benannt werden nur Stürme, die grossflächig Warnungen auslösen.

Zwei Systeme laufen parallel: die Farbwarnungen des AEMET und die Stufen der Kanarenregierung. Die regionalen Stufen Voralarm, Alarm und Maximalalarm lösen die Notfallpläne des Cabildo aus.

Beim Sturm Emilia im Dezember 2025 fielen auf Teneriffa Flüge aus, Veranstaltungen wurden abgesagt, und Seegang beschädigte die Badebereiche von Bajamar in La Laguna. Zu Bruna liegen bisher keine Schadenszahlen vor.

Ein Direktor des Versicherers Caser sagte im Dezember 2025, private Policen deckten Feuchtigkeitsschäden durch Regen meist ab. Das ist die Sicht eines Versicherers und keine offizielle Weisung des Consorcio de Compensación de Seguros (staatlicher Entschädigungsfonds).