Wo und wann gilt die orange Regenwarnung am Sonntag?
Auf Teneriffa, La Gomera und El Hierro gilt Orange am Sonntag von 0.00 bis 17.59 Uhr. Als Schwelle nennt AEMET 100 Liter pro Quadratmeter in 12 Stunden.
Auf Teneriffa umfasst die Warnung den Norden, den Metropolraum sowie die Ost-, Süd- und Westhänge. Besonders hebt AEMET die nach Westen und Süden gerichteten Hänge hervor.
Gran Canaria rutscht erst in der zweiten Tageshälfte in Orange, nämlich von 12.00 bis 23.59 Uhr. Dort liegt die Schwelle bei 80 Litern in 12 Stunden, betroffen sind die Gipfel sowie die Ost-, Süd- und Westhänge.
La Palma trifft es am frühesten: Die orange Warnung beginnt am Samstag um 21.00 Uhr und endet am Sonntag um 17.59 Uhr. Dort gelten 30 Liter in einer Stunde und 100 Liter in 12 Stunden für Gipfel, Osten und Westen.
Die Werte sind Referenzschwellen und kein Versprechen, dass überall gleich viel fällt. Nicht in jeder Gemeinde regnet es gleich stark.
Was ändert sich für Urlauber im Süden von Teneriffa und Gran Canaria?
Auf Teneriffa liegt der Süden ausdrücklich im Warngebiet, und AEMET betont dort die Süd- und Westhänge. Einzelne Ferienorte nennt die Warnung nicht, sie gilt für ganze Zonen.
Auf Gran Canaria gilt Orange erst ab 12.00 Uhr, bis 23.59 Uhr. Der Vormittag liegt damit ausserhalb des Warnfensters, der Nachmittag und Abend nicht.
Schliessungen von Schulen, Strassen, Veranstaltungen oder Flügen wurden bis Freitag nicht gemeldet. Das heisst nicht, dass es keine geben wird: Fragen zu Ausflugsbooten, Touren oder Flügen klären Sie am besten direkt beim Anbieter.
Wanderer und Strandgänger auf den fünf betroffenen Inseln sollten vor dem Aufbruch die AEMET-Warnungen ansehen. Die Behörden raten, bei starkem Regen Barrancos (Schluchten), Bachbetten und überschwemmungsgefährdete Zonen zu meiden.
Welche Warnungen gelten ausser Regen?
Orange gilt am Sonntag auch für Wind, und zwar auf La Palma und im Norden Teneriffas, mit Böen bis 90 Kilometer pro Stunde. Die Warnung läuft von 0.00 bis 23.59 Uhr.
Gelb mit Böen bis 70 Kilometer pro Stunde gilt für La Gomera, El Hierro, Gran Canaria und den Rest Teneriffas. Auf La Palma und im Norden Teneriffas erwartet AEMET solche Böen schon am Samstag ab Mittag.
Gewitter sind auf allen acht Inseln gelb eingestuft. Sie beginnen in der Nacht zum Sonntag auf La Palma und breiten sich im Lauf des Sonntags über den Archipel aus.
Für den Westen von La Palma gilt zudem Gelb für Küstenphänomene, von Samstag 18.00 Uhr bis Sonntag 3.59 Uhr. AEMET erwartet Süd- bis Südwestwind mit 50 bis 61 Kilometern pro Stunde, Stärke 7, vor allem im Nordwesten der Insel.
Auf Lanzarote und Fuerteventura gilt Gelb für Regen und Gewitter, am Sonntag von 12.00 bis 23.59 Uhr. Dort rechnet AEMET mit bis zu 20 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde.
Was raten die Behörden?
Die Behörden empfehlen, an exponierten Küsten besonders vorsichtig zu sein. Bei starkem Regen sollten Menschen Fahrten durch Barrancos, Bachbetten und überschwemmungsgefährdete Gebiete vermeiden.
Bei der vorigen Warnlage Anfang November gab die Regierung der Kanaren weitere Tipps: Fenster und Türen schliessen und sichern, kleine Barrieren gegen eindringendes Wasser nutzen. Autofahrer sollen das Tempo senken, nicht dort halten, wo Wasser abfliessen kann, und keine überfluteten Abschnitte durchqueren.
Im Notfall gilt die Nummer 112. Der Cabildo (Inselregierung) von Teneriffa sorgte sich in jener Woche vor allem um schnell steigendes Wasser in Städten, besonders mittags im Metropolraum.
Wie lange bleibt es unbeständig, und was ist offen?
Die Zivilschutz- und Notfalldirektion des Staates warnte, der Sturm könne mindestens bis Dienstag, 10. November, andauern. Andere Berichte erwarten, dass Bruna ab Mittwoch, 11. November, nachlässt, wobei Schauer möglich bleiben.
AEMET will die Warnungen laufend an die Entwicklung anpassen. Ob die Stufen noch steigen oder sich ausdehnen, ist offen.
Die Regierung der Kanaren führt eine eigene Skala mit Voralarm, Alarm und Höchstalarm, die von der Notfalldirektion vergeben wird. Für La Palma wurde ein Voralarm gemeldet, ob er auf Teneriffa und die anderen orangen Inseln folgt, ist nicht bekannt.
Wie viel Regen tatsächlich fällt, zeigt sich erst nach dem Ereignis. Eine offizielle Warnseite von AEMET sollten Sie vor jeder Fahrt in die Berge oder an die Küste direkt aufrufen.
Wie aussergewöhnlich ist Orange für Teneriffa?
Orange ist die zweithöchste Stufe der AEMET-Skala, nach Gelb und vor Rot. Anfang November war Teneriffa bei der vorigen Wetterlage nur gelb gewarnt, während La Palma, La Gomera und El Hierro bereits orange hatten.
Laut eldiario.es hatte AEMET im März 2026 beim Sturm Therese Orange für Teneriffa, La Palma und Gran Canaria ausgegeben. Für einzelne Punkte auf Teneriffa und La Palma waren damals mehr als 300 Liter pro Quadratmeter angekündigt, die Zufahrt zum Teide wurde gesperrt.
Bruna ist der zweite Name auf der Liste der Saison 2026/27, die am 1. September begann. Die Liste mit 21 Namen stammt aus einer Gruppe südwesteuropäischer Wetterdienste, benannt hat den Sturm der portugiesische Dienst.