Was bedeutet die Zahl für Umzugswillige und Neuzuzieher?

Auf den Kanaren hätten 60,7 Prozent der Mieter laut der Stiftung FOESSA zu wenig Einkommen für eine Wohnung zu heutigen Marktbedingungen. Im spanischen Schnitt sind es 50,6 Prozent, der Abstand beträgt 10,1 Prozentpunkte.

Ab 1.809 Euro Haushaltseinkommen im Monat wäre ein Neuvertrag auf den Kanaren drin, in Spanien ab 1.724 Euro. Die Rechnung folgt der gängigen Faustregel, dass die Miete höchstens 30 Prozent des Einkommens ausmachen soll.

Eine Familie zahlt ihre Miete und könnte sich dieselbe Wohnung als Neumieter trotzdem nicht leisten. Diesen Widerspruch des Marktes beschreibt FOESSA, eine Stiftung im Umfeld von Cáritas Española.

Werte für einzelne Inseln oder für die Ferienorte im Süden nennen die Angaben nicht. Wer einen Wechsel plant, kann 1.809 Euro als Richtwert nehmen und sollte einen bestehenden Vertrag nicht leichtfertig aufgeben.

Wie teuer sind Mieten auf den Kanaren derzeit?

Eine Mietwohnung kostet auf den Kanaren im Schnitt 1.211 Euro im Monat, so das Barómetro del Alquiler (Mietbarometer) für das dritte Quartal 2026. Das sind 8,81 Prozent mehr als Ende 2025 und 4,94 Prozent mehr als im Vorquartal.

In der Provinz Santa Cruz de Tenerife kostet eine Miete im Schnitt 1.240 Euro, 13,76 Prozent mehr als Ende 2025. Damit steigt sie dort am stärksten im ganzen Archipel.

Die Provinz Las Palmas kommt auf 1.183 Euro, nach 1.135 Euro Ende 2025. Der spanische Durchschnitt liegt laut Barometer bei 1.214 Euro.

Auf eine Anzeige kamen in den ersten zehn Tagen rund 110 Interessenten. In der Provinz Las Palmas waren es 109, in Santa Cruz de Tenerife 111.

Im Bau sind laut Prognose 35.800 Wohnungen statt bisher 33.356, ein Plus von 7,33 Prozent. Niedrigere Preise garantiert das nach Einschätzung des Berichts allein nicht.

Warum trifft es neue Verträge härter als alte?

Neuverträge verteuerten sich auf den Kanaren von 2015 bis 2024 um 37,5 Prozent, Bestandsverträge nur um 22,8 Prozent, so die Gewerkschaft CCOO. Der Durchschnittslohn stieg im selben Zeitraum um 24,5 Prozent.

Neuverträge legten damit rund 13 Prozentpunkte stärker zu als die Löhne. Die CCOO stützt sich auf den staatlichen Index IPVA und vertritt als Gewerkschaft die Interessen von Arbeitnehmern.

FOESSA rechnet mit der eigenen Umfrage zu Integration und sozialen Bedürfnissen von 2024 und mit Marktdaten. Die Studie zählt nicht, wie viele Menschen gerade suchen, sondern wie viele heutige Mieter Zugang zum Markt hätten.

Was ist der «realquiler de supervivencia»?

Wer Einkommen hat und trotzdem keine eigene Wohnung findet, mietet oft ein Zimmer unter der Hand. FOESSA widmet dem informellen Untervermieten ein eigenes Kapitel und nennt es realquiler de supervivencia, Überlebens-Untermiete.

Als Folgen nennt der Bericht fehlende stabile Verträge und Probleme beim Eintrag ins Einwohnerregister (empadronamiento). Auch gemeinsame Räume könnten die Untermieter nur eingeschränkt nutzen, besonders heikel sei die Lage in Haushalten mit Kindern.

Junge Menschen, Alleinerziehende, ärmere Familien und Migranten ohne familiäres Netz trifft es laut FOESSA härter. Die Stiftung sieht die Krise als ungleich verteilt.

Mehr als 560.000 Menschen auf den Kanaren leben in sozialer Ausgrenzung, das sind 25,5 Prozent und die höchste Quote Spaniens. So zählt es der IX. FOESSA-Bericht zu den Kanaren, der am 23. Februar 2026 vorgestellt wurde.

Laut diesem Bericht zeigt jeder Dritte auf den Kanaren eine Form von Wohnungsausgrenzung. 218.000 Menschen leben in unsicherem und 342.000 in unzureichendem Wohnraum.

Was können Mieter tun und was ist offen?

Auch für einen Kauf reicht das Einkommen von 69,6 Prozent der kanarischen Mieter laut FOESSA nicht, in Spanien sind es 69,5 Prozent. Nötig wären 2.352 Euro im Monat und 39.313 Euro Ersparnisse.

Für 18- bis 35-Jährige nennt die Regierung der Kanaren den Bono Alquiler Joven 2026, einen Mietzuschuss von 250 Euro im Monat. Er beträgt bis zu 6.000 Euro in 24 Monaten, die Miete darf höchstens 900 Euro betragen.

Frist und genaue Voraussetzungen sind nicht bestätigt. Auskunft gibt die Sede electrónica (Online-Amtsportal) der Regierung.

FOESSA fordert einen stärkeren öffentlichen und sozialen Wohnungsbestand und warnt, Neubau allein genüge nicht. Eine neue Regel oder Frist knüpfen die Quellen an die Studie nicht.

Das genaue Veröffentlichungsdatum des Berichts aus dem Jahr 2026 ist nicht bekannt. Einen Termin für eine Fortsetzung oder das nächste Mietbarometer nannte bis Samstag niemand.