KANAREN · WOHNEN

Miete frisst 31 Prozent des Einkommens in den Kanaren-Hauptstädten

Wer in den beiden Hauptstädten der Kanaren wohnt, Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife, gibt für die Miete 31 Prozent des Netto-Familieneinkommens aus. Das geht aus Daten des Portals Idealista für das zweite Quartal 2026 hervor, die die Agentur Efe verbreitet hat. Der Wert, berechnet für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern, liegt leicht über den 30 Prozent, die Fachleute als gesunde Obergrenze nennen.

19. August 2026 · Von Martin Kosinski · 5 Min.
Wohnungen in der Stadt

Foto: P4K1T0, CC BY-SA 4.0 (Symbolbild).

Beide Hauptstädte gehören zu den neun spanischen Städten, die diese Schwelle überschreiten. Die Zahl rückt erneut das Gewicht der Miete in den Haushaltsbudgets des Archipels in den Fokus, in einer Phase angespannter Wohnungslage auf den Kanaren.

Was die Daten zeigen

Laut Idealista entspricht die Mietbelastung für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern sowohl in Las Palmas de Gran Canaria als auch in Santa Cruz de Tenerife 31 Prozent des Netto-Familieneinkommens. Die Messung bezieht sich auf das zweite Quartal 2026 und wurde von Efe aufgegriffen.

Das Portal nennt in dieser Auswertung weder einen Mietbetrag in Euro noch eine Veränderung im Jahresvergleich für die kanarischen Hauptstädte. Bezugsgröße ist damit allein der Anteil des Einkommens, der für die monatliche Miete aufgewendet wird.

Was die Belastung bedeutet und warum 30 Prozent zählen

Die Mietbelastung (auf Spanisch esfuerzo) misst den Teil des Netto-Haushaltseinkommens, der für das Wohnen aufgewendet wird, ob zur Miete oder beim Kauf. Je höher der Anteil, desto weniger Spielraum bleibt für alle anderen Ausgaben.

Die 30-Prozent-Marke gilt als vernünftige Obergrenze: darunter behält ein Haushalt Luft für Lebensmittel, Nebenkosten oder Ersparnisse, darüber gerät das Budget unter Druck. Die Kanaren-Hauptstädte liegen mit 31 Prozent knapp jenseits dieser Grenze.

Der landesweite Zusammenhang

In ganz Spanien liegt die durchschnittliche Mietbelastung bei 39 Prozent des Netto-Familieneinkommens, deutlich über der gesunden Schwelle. Nach Städten überschreiten neun die 30-Prozent-Marke: Palma führt mit 45 Prozent, gefolgt von Málaga (40), Valencia (39), Madrid und Alicante (je 38), Barcelona und Segovia (je 34) und schließlich Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife mit je 31 Prozent.

Gegenüber diesen 39 Prozent bei der Miete erfordert der Kauf im Landesschnitt rund 29 Prozent des Einkommens, nach denselben Portaldaten.

Mieten wiegt schwerer als kaufen

Bei der monatlichen Belastung ist die Miete im Landesschnitt heute drückender als der Kauf: 39 Prozent gegenüber etwa 29 Prozent. Das kehrt die verbreitete Vorstellung um, mieten sei stets günstiger.

Der Vergleich hat einen wichtigen Haken: Der Kauf verlangt hohes Startkapital, zwischen Anzahlung und Nebenkosten, also Erspartes, über das viele Haushalte nicht verfügen. Die niedrigere Belastung beim Kauf bedeutet daher nicht, dass er für alle erreichbar wäre.

Was das für Mieter in den Hauptstädten heißt

Mit 31 Prozent bewegen sich die beiden Kanaren-Hauptstädte nur knapp über der empfohlenen Schwelle, weit entfernt von den Werten in Palma oder Málaga, aber hoch genug, um das Familienbudget fast ohne Polster zu lassen.

Für einen konkreten Haushalt hängt die tatsächliche Last vom Einkommen und von der gewählten Wohnung ab. Die 31 Prozent sind ein Marktdurchschnitt und dienen vor allem als Fieberthermometer für den Druck, unter dem die Miete im Archipel steht.

Die 30-Prozent-Regel: Als Orientierung sollten Miete oder Rate nicht mehr als 30 Prozent des Netto-Einkommens ausmachen.
Oberhalb dieser Marke lohnt ein Blick aufs Budget, mit Reserve für Nebenkosten, Lebensmittel und Ersparnisse.
Vorsicht bei Durchschnitten: Die 31 Prozent sind ein von Idealista berechneter Marktdurchschnitt für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern; die eigene Lage kann je nach Einkommen und Wohnung abweichen. Die von Efe verbreitete Auswertung enthält weder Beträge in Euro noch einen Jahresvergleich für die Hauptstädte, ein konkreter Mietwert lässt sich daraus nicht ableiten.

Wichtige Zahlen

  • Miete in Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife: 31 Prozent des Netto-Familieneinkommens, für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern (Idealista, 2. Quartal 2026, via Efe)
  • 30 Prozent gelten als gesunde Obergrenze der Mietbelastung
  • Beide Hauptstädte zählen zu den neun spanischen Städten über dieser Schwelle
  • Rangfolge der Mietbelastung: Palma 45, Málaga 40, Valencia 39, Madrid und Alicante je 38, Barcelona und Segovia je 34, Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife je 31 Prozent
  • Landesschnitt Miete: 39 Prozent des Einkommens; Kauf rund 29 Prozent
  • Keine Angaben zu Euro-Beträgen oder Jahresvergleich für die Hauptstädte

FAQ

Wie viel frisst die Miete in den Kanaren-Hauptstädten?
31 Prozent des Netto-Familieneinkommens für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern, laut Idealista-Daten für das zweite Quartal 2026, verbreitet von Efe.
Was bedeutet Mietbelastung?
Der Anteil des Netto-Haushaltseinkommens, der fürs Wohnen aufgewendet wird. 30 Prozent gelten als gesunde Obergrenze.
Wie viele Städte überschreiten die 30 Prozent?
Neun spanische Städte, darunter Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife mit je 31 Prozent.
Wiegt Mieten oder Kaufen schwerer?
Im Landesschnitt kostet Mieten 39 Prozent des Einkommens und Kaufen rund 29 Prozent, wobei der Kauf hohes Startkapital verlangt.
Ist der Mietbetrag in Euro bekannt?
Die verbreitete Auswertung nennt keine Euro-Beträge und keinen Jahresvergleich für die Hauptstädte, nur den Belastungsanteil.