Was ändert sich für Urlauber im Süden von Gran Canaria?
Der Cabildo hat seit Samstag, 7. November, 0.00 Uhr, alle öffentlichen Freizeitanlagen geschlossen. Dazu zählen Erholungsgebiete, Campingzonen und Herbergen.
Der Cabildo empfiehlt, Fahrten möglichst zu vermeiden und Hauptstrassen zu nutzen. Er mahnt zu «maximaler Vorsicht», weil Steinschlag und schlechte Strassenzustände drohen.
Die orange Regenwarnung des staatlichen Wetterdienstes AEMET für Sonntag, 8. November, trifft auch die Süd-, Ost- und Westhänge sowie die Gipfel. Sie läuft von 12.00 bis 23.59 Uhr, erwartet werden mindestens 80 Liter pro Quadratmeter in zwölf Stunden, vor allem an West- und Südhängen.
Der Cabildo bittet die Bevölkerung, möglichst zu Hause zu bleiben und den Anweisungen der Behörden zu folgen. Wer Wanderungen oder eine Nacht im Zelt geplant hatte, muss umplanen.
Zu Schulschliessungen, Strassensperrungen sowie Flug- oder Fährausfällen enthielten die Berichte keine Angaben. Wer reist, fragt direkt bei Fluggesellschaft oder Reederei nach.
Wann trifft Bruna die Insel, und wie stark?
Die Notfallbehörde der Kanarenregierung (Dirección General de Emergencias) stuft Bruna als Sturm mit hohem Einfluss ein. Die Windwarnung gilt ab Samstag, 12.00 Uhr, im Gebirge sowie im Norden und Nordwesten der Insel.
Für die Meere gilt ab Samstag, 18.00 Uhr, eine Warnung an den Nord- und Westküsten, anderswo eine Vorwarnung. Ab Montag, 9. November, sind Wellen von drei bis vier Metern möglich.
Die Regenwarnung der Regionalregierung beginnt am Samstag um 21.00 Uhr. Für Gran Canaria nennt sie im Gebirge Böen über 60 km/h und Regen um 25 Millimeter pro Stunde, dazu örtliche Überschwemmungen in Städten und Sturzfluten in Schluchten.
AEMET meldet für Sonntag zusätzlich gelbe Warnungen: Böen bis 70 km/h im Norden, in mittleren Lagen und auf den Gipfeln. Dazu kommen Regen bis 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde, im Norden 20, und Gewitter ab 12.00 Uhr auf der ganzen Insel.
Die Flut ist laut Regionalregierung von Sonntag bis Dienstag am höchsten. Dann können Wellen Promenaden, Strassen und Badestellen überspülen.
Wie ernst ist die Lage im Vergleich zu den anderen Inseln?
Gran Canaria erreicht die orange Regenstufe schon bei 80 Litern pro Quadratmeter in zwölf Stunden. Auf La Palma, Teneriffa, La Gomera und El Hierro liegt die Schwelle laut AEMET bei 100 Litern.
Diese vier Inseln stehen bei Regen ebenfalls auf Orange. Lanzarote und Fuerteventura bleiben bei Regen und Gewitter auf Gelb.
Beim Wind meldet AEMET Orange für La Palma und den Norden Teneriffas, mit Böen bis 90 km/h. Auf Gran Canaria bleibt der Wind bei Gelb.
AEMET gibt den vorhergesagten Phänomenen eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 70 Prozent. Die Regenmengen sind Warnschwellen und fallen nicht in jeder Gemeinde gleich.
Die Notfallbehörde räumt eine «hohe Unsicherheit» ein, wo sich Gewitter bilden und wie stark sie werden. Sie bittet, den offiziellen Anweisungen zu folgen und im Notfall die 112 zu wählen.
Warum aktiviert der Cabildo den Notfallplan schon jetzt?
Der PEIN steht laut dem Cabildo-Dokument über den Notfallplänen der Gemeinden und unter dem Plan der Kanaren. Stufen und Abläufe des Plans liegen in den geprüften Unterlagen nicht vor.
Im März 2026 versetzte die Kanarenregierung Gran Canaria wegen Sturmtief Therese in «situación de emergency», ihre höchste Stufe. Der Cabildo aktivierte damals Stufe 2 und bat die Militärische Notfalleinheit UME um Hilfe, bei Prognosen von über 100 Litern in zwölf Stunden.
Der Cabildo hat den PEIN im November 2024 wegen Waldbrandgefahr aktiviert. Im März 2025 folgte eine vorsorgliche Aktivierung bei einem Höhentief (DANA).
Im Dezember 2025, nach Sturm Emilia, hob der Cabildo den PEIN wieder auf. Er riet aber in Gebieten mit Erdrutschgefahr weiter zur Vorsicht.
Was ist noch offen, und wie geht es weiter?
Ein Ende des Notfallplans nannte der Cabildo in seiner Mitteilung vom 6. November nicht. Auch Termine für die Wiedereröffnung der geschlossenen Anlagen sind nicht veröffentlicht.
Ob der Cabildo auf eine höhere Stufe wechselt, ist offen. Regenmengen und Schäden stehen ebenfalls nicht fest, denn der Sturm hatte die Insel noch nicht erreicht, als die Berichte erschienen.
Die Vorwarnung für den ganzen Archipel ab Samstag, 21.00 Uhr, beschreiben die Berichte unterschiedlich, mal für Gewitter, mal für Überschwemmungen. Massgeblich ist die offizielle Mitteilung der Kanarenregierung.