Was bedeutet «Bruna» für Urlauber und Einwohner auf La Gomera?

Die Secretaría General de Protección Civil y Emergencias (staatlicher Zivilschutz) hält am Freitag, 6. November, die Regenwarnung für die Kanaren aufrecht. Grundlage sind Prognosen des staatlichen Wetterdienstes AEMET für das Sturmtief «Bruna», das sich laut AEMET ab Samstag als tiefes Sturmtief bildet.

Am Samstag, 7. November, erwartet AEMET starke bis sehr starke Schauer mit Gewittern im Westen der Kanaren, und zwar erst ab den späten Stunden des Tages. Am Sonntag, 8. November, breiten sich die Schauer auf den Rest der Inseln aus.

Eine Warnfarbe oder Warnstufe für La Gomera nennt die Meldung nicht. Auch eine Alerta des Gobierno de Canarias oder des Cabildo (Inselregierung) für das Wochenende ist bis Freitag nicht bestätigt.

Die Meldung schlüsselt die Vorhersage auch nicht nach Inseln oder Ortschaften auf. Wer im Süden der Insel wohnt oder Urlaub macht, findet also keine eigene Aussage für den Resortbereich.

Praktisch heisst das: Schauen Sie am Samstag und Sonntag auf der offiziellen Website und in die Mitteilungen von 112 Canarias. Bei früheren Alerta-Lagen rieten die Behörden, auf Ausflüge und Camping zu verzichten und nur wenn nötig zu fahren.

Wie stark werden Wind und Meer?

Mit dem Südwestwind rechnet AEMET ab Samstagabend und am Sonntag. Sehr starke Böen treffen laut Vorhersage vor allem die Gipfel der Berginseln.

An der Küste soll der Wind ab Samstagabend und am Sonntag stark wehen. Ab Montag, 9. November, kommt Dünung von 3 bis 4 Metern dazu.

Ob Fähren ausfallen, Wanderwege schliessen oder Strassen gesperrt werden, ist für dieses Wochenende nicht bestätigt. Beim Sturm Claudia im November 2025 stellten Betreiber auf La Gomera Fährverbindungen ein, und der Präsenzunterricht wurde ausgesetzt.

Das zeigt, was bei Warnungen möglich ist, sagt aber nichts über «Bruna». Wer eine Fähre gebucht hat, fragt vor der Abfahrt beim Betreiber nach.

Was geschah bei früheren Stürmen auf La Gomera?

Im April 2025 schloss das Cabildo beim Tief «Olivier» vorsorglich alle Erholungsgebiete, Wege und Pisten. Auch der Nationalpark Garajonay sperrte seine Pfade, und das Cabildo meldete über 50 Einsätze.

Im März 2026 war das Tief «Therese» der schwerste Fall der letzten Jahre.

Valle Gran Rey war auf dem Landweg abgeschnitten, weil die GM-1 am Yorima-Tunnel gesperrt war.

Die Buslinien 1, 6 und 8 der GuaguaGomera fielen aus, und am 25. und 26. März entfiel der Unterricht. Fred. Olsen setzte eine Extrafahrt ab Valle Gran Rey ein.

Das Cabildo vergab danach vier Notfallarbeiten an Strassen für zusammen über 7,9 Millionen Euro. Cabildo-Präsident Casimiro Curbelo sagt, weder Cabildo noch Gemeinden könnten das allein tragen; den Gesamtbedarf für den Wiederaufbau beziffert der Bericht auf über 42,7 Millionen Euro.

Wer entscheidet über die Warnstufen?

Die Dirección General de Emergencias des Gobierno de Canarias ruft die Stufen aus und stützt sich dabei auf die AEMET-Prognose. Sie handelt nach dem PEFMA, dem Notfallplan der Kanaren für Unwetter.

Die Stufen heissen Prealerta, Alerta und Alerta máxima. Davon getrennt gibt AEMET eigene farbige Warnungen heraus (gelb, orange, rot), die das Wetter beschreiben und nicht den Einsatzstatus.

Für die Alerta vom Oktober 2026 nannten die Behörden bis zu 30 l/m² in einer Stunde und bis zu 100 l/m² in 12 Stunden. Das war die Prognose für jene eine Warnung und kein festgeschriebener Schwellenwert.

Auf der Insel gilt der Plan Insular des Cabildo. Der Notruf bleibt die 112.

Was sollten Sie in Unterkunft und Auto beachten?

Die Behörden empfahlen bei der Alerta im Oktober 2026, Dächer, Terrassen, Wassertanks und Abflüsse zu prüfen. Fenster und Türen sollten gesichert sein.

Fahrzeuge gehören nicht ins Barranco-Bett (Schlucht), auch nicht bei klarem Himmel. Überflutbare Stellen soll niemand durchqueren, und wer fahren muss, fährt langsam.

Taschenlampe, Trinkwasser, Medikamente und ein Batterieradio sollten bereitliegen. Im Notfall wählen Sie die 112.

Am Montag, 2. November, meldete das Cabildo bei einer früheren Regenepisode Erdrutsche an der Strasse El Rejo und an der Verbindung Las Hayas–Arure. Die Zahlen jener Episode gehören nicht zu «Bruna», zeigen aber, wo Hänge nach Regen ins Rutschen kommen.

Wie geht es nach dem Wochenende weiter?

Für Montag, 9. November, und Dienstag, 10. November, erwartet AEMET auf den Kanaren eine Atempause. Ab Mittwoch, 11. November, könnten Niederschläge und Wind wieder zunehmen.

Ob diese Vorhersage eintrifft, ist offen, denn die Meldung nennt nur eine mögliche Verschärfung. Die Unsicherheit der Prognose erschwert es laut Zivilschutz, die Folgen pro Tag zu beziffern.

Auf der Halbinsel ziehen ab Sonntagnachmittag bis mindestens Mittwoch mehrere Fronten durch. Dort sind über 200 l/m² möglich, für die Kanaren nennt die Meldung keine Regenmengen.

Ab Donnerstag, 12. November, soll der Regen nachlassen. Kräftige Schauer auf der Halbinsel schliesst die Meldung dennoch nicht aus.