Welche Orte und Zeugnisse sind in Arrecife zu sehen?
Die Ausstellung rekonstruiert laut Diario de Lanzarote einen Teil der kollektiven Erinnerung der Kanaren. Fotografien, historische Dokumente und persönliche Zeugnisse verbinden physische Orte mit den Erfahrungen jener, die Repression erlitten.
Zu den gezeigten Orten gehören der Puente General Serrador in Santa Cruz de Tenerife, der Parque de Santa Catalina und die Ränge des Estadio López Socas in Las Palmas de Gran Canaria.
Besonders bedeutsam ist die ehemalige Colonia Agrícola Penitenciaria de Tefía auf Fuerteventura. Der Ort gilt als einer der repräsentativsten Schauplätze franquistischer Verfolgung.
Welche Geschichte wird erzählt?
Die Schau dokumentiert laut Diario de Lanzarote Jahrzehnte der Diskriminierung und Verfolgung wegen sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Zugleich zeigt sie Formen des Widerstands, der Organisation und der Solidarität.
Lánzate erklärt laut Diario de Lanzarote: «Detrás de cada espacio existen personas que vivieron situaciones de miedo, rechazo y discriminación.» Die Ausstellung will diese menschliche Dimension sichtbar machen.
Die Initiative richtet sich an das allgemeine Publikum, unabhängig von Alter, Identität oder sexueller Orientierung. Sie soll die demokratische Erinnerung schützen und die Opfer der Diskriminierung anerkennen.
Wie wurden Homosexuelle unter Franco verfolgt?
Die Verfolgung hatte eine rechtliche Grundlage. Das Ley de Vagos y Maleantes wurde 1954 geändert, um Homosexuelle zu erfassen. 1970 folgte das Ley de Peligrosidad y Rehabilitación Social, das Homosexualität als Gefahr einstufte.
Erst in den Reformen von 1978 und 1979 wurde Homosexualität aus diesen Gesetzen entfernt. Die Ausstellung in Arrecife macht diese juristische Repression anhand konkreter Orte und Zeugnisse nachvollziehbar.
Die ehemalige Strafkolonie von Tefía auf Fuerteventura ist laut Canarias7 als Ort demokratischer Erinnerung anerkannt. Sie steht für die systematische Ausgrenzung homosexueller Männer während der Diktatur.
Welche Entschädigungen gab es auf den Kanaren?
Laut dem Bericht hat Kanarien rund 324.000 Euro an 61 Opfer der franquistischen Repression gegen das LGTBI-Kollektiv gezahlt. Das berichtet RTVC unter Berufung auf die Regionalregierung.
Die Begünstigten mussten älter als 55 Jahre sein und fehlende wirtschaftliche Mittel nachweisen. Die Zahlungen sind Teil der staatlichen Ziele zur historischen Erinnerung.
Im Vergleich dazu zahlte Katalonien laut RTVC mehr als 52,7 Millionen Euro an 22.512 Personen aus. Andalusien folgte mit über 9,4 Millionen Euro für 2.522 Opfer.
Welche praktischen Informationen gibt es für den Besuch?
Die Ausstellung verändert laut den vorliegenden Quellen weder Preise noch Aufenthalts-, Arbeits- oder Zugangsregeln. Ein Eintrittspreis, eine Anmeldung oder genaue Öffnungszeiten sind nicht veröffentlicht.
Das Centro Sociocultural La Vega liegt in Arrecife. Die Asociación Lánzate lädt Bürger, Schulen sowie soziale und kulturelle Einrichtungen zum Besuch ein.
Die Kanaren haben sich seit der Franco-Zeit zu einem der bekanntesten Reiseziele für homosexuelle Besucher in Europa entwickelt. Maspalomas auf Gran Canaria gilt dabei als international etablierter Treffpunkt.
Welche Unterstützung gibt es aktuell für LGBTIQ+-Personen?
Das kanarische Sozialministerium fördert den Beratungsdienst DIVERCAN mit 102.300 Euro. Laut Gobierno de Canarias soll er ungefähr 300 Personen auf Lanzarote, Teneriffa und Gran Canaria erreichen.
Angeboten wird der Dienst von den Organisationen Diversas, Altihay und Lánzate. Die Beratung umfasst Sozialleistungen, Rechtsfragen, LGTBIfobie, Arbeit und Gesundheit.