Wie kam es zum Stromausfall am Samstagmorgen?
Der Vorfall begann gegen 05:44 Uhr Ortszeit an der 66-kV-Anlage Mácher in der Gemeinde Tías, laut Dirección General de Emergencias des Gobierno de Canarias. Dabei handelte es sich um einen sogenannten «cero energético», einen vollständigen Stromausfall auf Lanzarote und La Graciosa.
Während der Wiederherstellung kam es vier Minuten später zu einer weiteren Störung in den Umspannwerken San Bartolomé und Punta Grande. Dadurch weitete sich der Ausfall aus, wie die Dirección General de Emergencias mitteilte.
Playa Blanca blieb wegen seiner Verbindung mit Fuerteventura vom Stromausfall verschont. Die Stromversorgung wurde danach schrittweise wiederhergestellt.
Wie viele Haushalte waren betroffen?
Zunächst waren etwa 51.703 Stromkunden betroffen, anschliessend stieg die Zahl auf rund 73.600 Kunden, so die Dirección General de Emergencias. Die Behörde erklärte um 07:15 Uhr die Vorwarnstufe nach dem PLATECA-Notfallplan für Lanzarote.
Nach Angaben von Endesa war das Verteilnetz um 07:13 Uhr vollständig zurück.
Die elektrische Ursache war zunächst nicht abschliessend erklärt. Red Eléctrica und Endesa arbeiteten an der Störungsbehebung, wie aus den vorliegenden Meldungen hervorgeht.
Warum bleibt das Wasser trotzdem knapp?
Die Stromrückkehr bedeutete keine sofortige Wiederaufnahme der Wasserproduktion. Die Anlagen von Aguas de Lanzarote y La Graciosa mussten hochgefahren und stabilisiert werden, wie der Versorger mitteilte.
Die Produktion sollte anschliessend schrittweise steigen. Zur Schonung der vorhandenen Reserven nahm der Wasserversorger Netzmanöver in verschiedenen Zonen von Lanzarote und La Graciosa vor.
Dadurch waren am Samstag, 3. Oktober, örtlich zeitweilige Wasserabschaltungen, niedriger Wasserdruck und weitere Störungen möglich.
Welche Einschränkungen gelten für Bewohner und Besucher?
Es wurden keine neuen Preise, Gebühren, Einreisebestimmungen, Antragsfristen oder Anspruchsregeln veröffentlicht. Für alle Nutzer galt die Aufforderung, Wasser sparsam zu verwenden und nicht notwendige Verbräuche zu vermeiden, bis Produktion und Verteilung normalisiert waren.
Hotels, Ferienwohnungen und Haushalte konnten örtlich von Druckabfällen oder Ausfällen betroffen sein. Eine vollständige Liste der betroffenen Orte wurde in den vorliegenden Meldungen nicht genannt.
Der Versorger empfahl, auf nicht notwendige Wasserverwendungen zu verzichten und den Verbrauch zu reduzieren, solange die Folgen des Stromausfalls andauern.
Wie steht es um die Wasserinfrastruktur?
Das Consorcio del Agua bezeichnete die Lage in einem technisch-administrativen Bericht vom April 2026 als «grave, objetiva, continuada y estructural», wie Canarias Ahora berichtete.
Laut dem Bericht des Consorcio del Agua vom April 2026 (Canarias Ahora) arbeitete die Entsalzungsanlage EDAM Janubio wegen einer Störung nur mit 66 Prozent ihrer Kapazität. Auch die wiederholten Stillstände der EDAM Díaz Rijo wurden genannt.
Das Gobierno de Canarias und der Cabildo de Lanzarote nannten im März 2026 eine zusätzliche Produktionskapazität von 7.800 Kubikmetern pro Tag seit 2023, entsprechend 12 Prozent mehr Wasser. Das ist eine Eigenangabe der beiden Verwaltungen; sie stützt sich auf Angaben des Consorcio del Agua de Lanzarote.
Wie geht es nach dem Stromausfall weiter?
Aguas de Lanzarote y La Graciosa wollte die Entsalzungsanlagen stabilisieren, die Produktion wieder hochfahren und die Wasserversorgung «so schnell wie möglich» normalisieren. Ein konkretes Abschlussdatum oder eine neue Frist wurde nicht angegeben.
Der Versorger kündigte an, die Informationen über die Entwicklung des Dienstes zentral zu aktualisieren, während die Wiederherstellung des Systems voranschreitet. Die elektrische Ursache blieb zunächst offen.
Das Gobierno de Canarias hat für dieses Jahr den Ersatz der Hauptversorgungsleitung von La Graciosa geplant; der Ersatz ist laut den vorliegenden Hintergrundinformationen noch nicht erfolgt.