Was ist am 3. Oktober passiert?
Am 3. Oktober 2026 um 5:44 Uhr fiel auf fast ganz Lanzarote und La Graciosa der Strom aus. Laut Red Eléctrica löste ein Fehler in einer Schaltanlage des Umspannwerks Mácher 132/66 kV den Ausfall aus.
Anschliessend schaltete sich das Kraftwerk Punta Grande ab. Dadurch verloren das Zentrum und der Norden Lanzarotes die Versorgung. Playa Blanca im Gemeindegebiet Yaiza blieb laut den Berichten wegen der Verbindung mit Fuerteventura mit Strom versorgt.
Red Eléctrica meldete, die Versorgung sei bis 7:13 Uhr weitgehend wiederhergestellt gewesen. La Provincia berichtet von etwa 7:15 Uhr. Betroffen waren rund 73.600 Kunden, wie eldiario.es meldet; andere Berichte nennen mehr als 84.000 Menschen.
Warum fiel auch das Wasser aus?
Die Stromversorgung der Meerwasserentsalzungsanlagen brach laut La Provincia ebenfalls zusammen. Dadurch kam es zu Unterbrechungen und Druckabfällen bei der Trinkwasserversorgung.
Die Wasserproduktion wurde später wieder vollständig aufgenommen. Für den 3. Oktober wurde jedoch vor weiteren lokalen Störungen und niedrigem Wasserdruck gewarnt.
Die kanarische Generaldirektion für Notfälle erklärte eine Vorwarnstufe. Der Cabildo de Lanzarote aktivierte den Plan de Emergencias Insular de Lanzarote (PEIN) in Voralarm, um die Versorgung mit Basisdienstleistungen zu überwachen.
Was sagt die Regierung zu den Ursachen?
Der Präsident der Kanarischen Regierung, Fernando Clavijo Batlle, erklärte laut La Provincia, der Vorfall zeige erneut die «obsolescencia de los equipos», also die Veralterung der elektrischen Anlagen.
Er kündigte ein Verwaltungsverfahren zur Aufklärung der Ursachen an. «El expediente, cuando lo tengamos, lo haremos público», sagte Clavijo laut La Provincia: Der Bericht soll öffentlich gemacht werden.
Die Consejería de Transición Ecológica y Energía forderte von Red Eléctrica und Endesa sämtliche Informationen über den Vorfall an. Sie will technische Berichte prüfen und bei festgestellten Verantwortlichkeiten Konsequenzen verlangen.
Welche Infrastruktur soll das Netz stabilisieren?
Als prioritäre Infrastrukturmassnahme gilt eine neue Stromleitung zwischen Tías und Playa Blanca. Sie soll das Netz stabilisieren und später die bestehende Leitung ersetzen.
Das Umspannwerk Mácher ist laut Red Eléctrica mit dem geplanten Ausbau der 132-kV-Doppelkreisverbindung Mácher–Playa Blanca verbunden. Diese Infrastruktur soll das elektrische System von Lanzarote und Fuerteventura verstärken.
Red Eléctrica arbeitet nach eigenen Angaben mit der Consejería de Transición Ecológica y Energía und dem Cabildo de Lanzarote zusammen, um den letzten Abschnitt der Leitung fertigzustellen. Einen verbindlichen Termin nannte das Unternehmen nicht.
Wie ist die Lage für Bewohner und Besucher?
Für Einwohner, ausländische Bewohner und Touristen wurden in den verfügbaren Berichten keine neuen Preise, Gebühren, Antragsverfahren oder Fristen angekündigt. Der Stromausfall ist beendet.
Eine besondere Schliessung touristischer Einrichtungen oder eine Änderung von Fähr-, Flug- oder Einreiseregeln wird in den vorliegenden Quellen nicht genannt. Die Wasserversorgung war vorübergehend beeinträchtigt.
Der Präsident des Consorcio de Seguridad y Emergencias de Lanzarote, Francisco J. Aparicio, meldete laut La Provincia bislang nur einen Vorfall in einem Aufzug wegen des Stromausfalls.
Was bleibt offen?
Unklar bleiben der endgültige technische Untersuchungsbericht und eine mögliche Haftung von Unternehmen. Auch ein verbindlicher Termin für die Erneuerung der Anlagen wurde nicht genannt.
Die Hintergrundrecherche zeigt: Lanzarote und La Graciosa gehören zum elektrischen Inselsystem Lanzarote-Fuerteventura. Red Eléctrica hatte für dieses System zusätzliche Erzeugungskapazität als notwendig identifiziert.
Für Lanzarote-Fuerteventura wurden 215 MW bis 2029 als ausreichende beziehungsweise ausgewählte neue Erzeugungskapazität angegeben. Die Zahl 250 MW bezeichnet eine frühere Planung zur Erneuerung von Erzeugungssystemen, die sich bis 2029 erstreckt. Die Quellen nennen jedoch keine Kosten des Stromausfalls vom 3. Oktober.