Was erwartet Besucher in Los Silos?
Los Silos im Nordwesten Teneriffas wird 2026 zur Bühne für Geschichtenerzähler. Das Festival Internacional del Cuento feiert seine 31. Ausgabe und stellt die lavanderas (Wäscherinnen) ins Zentrum.
Geehrt werden Frauen, die unter harten Bedingungen in den lavaderos (Waschhäusern) Wäsche wuschen.
Gespielt wird laut Programm an öffentlichen Orten im Ort, also mitten im Dorfleben. Frühere Ausgaben nutzten Plätze, Kirchen, Wohnhäuser, Läden und Schulen als Bühnen.
Auch Bananenplantagen und alte Klöster dienten schon als Spielorte. Das macht den Besuch eher zu einem Streifzug durch den Ort als zu einem Abend in einem Saal.
Wie lange die Anfahrt aus dem Süden dauert, steht nicht in den Quellen. Auch zu Parkplätzen und Verkehr während des Festivals liegen keine Angaben vor.
Wann findet das Festival statt?
Die Webseite des Veranstalters nennt als Programmzeitraum den 16. November bis 7. Dezember 2026. Eine weitere veröffentlichte Angabe spricht vom 4. bis 7. Dezember 2026.
Warum die Angaben abweichen, ist nicht bestätigt. Denkbar ist ein Vorprogramm ab 16. November mit den Kerntagen Anfang Dezember, doch das steht in keiner Quelle.
Sicher sind zwei Einzeltermine. Vom 12. bis 14. November gibt es einen Ableger des Festivals in Granadilla.
Am 19. November folgt «Jueves y Aparte en la Placeta» am Placeta de la Constitución in Los Silos. Dort erzählt Fray Marcos de Ayalón die Geschichte «El juguete del alcalde».
Wer gezielt anreisen will, fragt vorher beim Veranstalter nach den genauen Kerntagen. Die Adresse des Festivalbüros lautet Calle El Olivo 43 in Los Silos.
Was kostet der Eintritt und wo gibt es Tickets?
Viele Veranstaltungen sind laut Programm frei zugänglich. Kostenpflichtige Vorstellungen verkauft der Veranstalter über die Plattform Tomaticket, erreichbar über die offizielle Seite.
Preise hat der Veranstalter bisher nicht veröffentlicht. Das Programm und den Ticketlink finden Interessierte auf cuentoslossilos.es, Neuigkeiten auch auf Instagram unter @cuentoslossilos.
Das vollständige Programm 2026 mit Künstlern, Uhrzeiten und Spielorten lag bei Redaktionsschluss nicht vor. Ebenso offen ist, ob die Ehrung der Wäscherinnen an den Lavaderos de Susana stattfindet.
Zum Budget gibt es keine Euro-Angaben. Eine Übersicht nennt als Unterstützer das Gobierno de Canarias, den Cabildo de Tenerife, die Gemeinden Los Silos und Granadilla de Abona sowie zwei Stiftungen, ohne Jahr oder Beträge.
Was bot die 30. Ausgabe im Dezember 2025?
Die 30. Ausgabe lief vom 5. bis 8. Dezember 2025 und zählte rund 129 Aktivitäten. Mehr als 60 Künstler traten auf, Erzähler kamen aus Argentinien, Uruguay, Mexiko, Frankreich, Venezuela und Spanien.
Als Gäste nannten die Veranstalter María Teresa Andruetto, Antonio Rodríguez Almodóvar, Liliana Cinetto, Emilio Lome und Eric Chartiot. Gezeigt wurde zudem die Ausstellung «Palabras ilustradas» von Ramón Freire.
Spielorte waren die Iglesia Nuestra Señora de La Luz, die Plaza de La Luz und die Casa de la Cultura. Kinder hatten mit der Sala Callejón einen eigenen Raum, und TeatroSilos zeigte Gruselstücke in der Nähe des Friedhofs.
Zu den wiederkehrenden Formaten zählten die «Tertulias al olor del pan» am 7. Dezember von 9.00 bis 12.00 Uhr. Am 8. Dezember folgten «Desayunos de cuentos» und «Letras para merendar» ab 16.30 Uhr.
Ob diese Formate 2026 wiederkehren, ist nicht bestätigt. Sie zeigen aber, wie dicht und alltagsnah das Programm gebaut ist.
Woher kommt die Idee mit den Wäscherinnen?
Am 7. Dezember 2017 hielt das Festival eine Sitzung an den restaurierten Lavaderos de Susana in der Schlucht Agua ab. Die Waschhäuser entstanden 1924 als gemeinschaftliche Wäscherei.
Die örtliche Presse beschreibt sie als Ort, an dem Frauen bei der Arbeit Geschichten erzählten. Gemeinde und Festival brachten dort eine Gedenktafel an.
Rodríguez Abad erzählte damals vergessene Geschichten, darunter Lorcas «Mariquilla» von 1934. Rund 30 Gäste erhielten Socken mit versteckten Geschichten darin, als Verneigung vor den Wäscherinnen.
Diese Sitzung ist ein früheres Vorbild für das Thema 2026, kein Hinweis auf das heutige Programm. Zu lavaderos in Los Silos selbst fanden sich keine weiteren lokalen Quellen.
Wer steckt hinter dem Festival?
Die Asociación Cultural para el Desarrollo y Fomento de la Lectura y el Cuento richtet das Festival seit 1995 jedes Jahr aus. Es gilt als wichtigstes Festival des mündlichen Erzählens auf den Kanaren.
Direktor Ernesto Rodríguez Abad ist Schriftsteller, mündlicher Erzähler und Professor an der Universität La Laguna. Das Plakat 2026 gestaltete der Illustrator Álex Falcón von Gran Canaria.
Jedes Jahr gibt es ein neues Thema, früher etwa Bestiarien, den Dichter Luis Feria oder Bäume. Die Erzähler behalten dabei ihre eigene künstlerische Handschrift.