Was geschah in Añaza?

Das ursprüngliche Verbrechen ereignete sich in der Nacht zum 19. Oktober 2017 in einer Gemeinschaftsgarage an der Calle Bentacayse im Stadtteil Añaza, Santa Cruz de Tenerife. Asunción González Hernández wurde beim Einsteigen in ihr Auto angegriffen, sexuell missbraucht und getötet.

Die Frau war laut Berichten 55 Jahre alt und wollte zu ihrer Arbeit in El Rosario fahren. Der Angriff geschah in einer Gemeinschaftsgarage, einem Ort, den viele Bewohner täglich nutzen.

Rund sechs Monate später wurde im benachbarten Stadtteil Santa María del Mar eine weitere Frau in einem Gebäude angegriffen. Sie konnte Nachbarn alarmieren; der Angreifer floh und liess ein Taschentuch zurück.

DNA-Spuren aus dem Taschentuch stimmten mit Spuren vom Tatort in Añaza überein. Zunächst konnte der genetische Verursacher jedoch nicht identifiziert werden.

Wie führte die DNA-Spur zur Festnahme?

Die Polizei nutzte biogeografische Analysen sowie ein teilweises genetisches Screening zur Rekonstruktion einer Familienlinie. Dabei half die Universidade de Santiago de Compostela.

Die Ermittler konsultierten laut den Berichten auch Kirchenbücher und Register ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts. So rekonstruierten sie einen Stammbaum, der zum Beschuldigten führte.

Festgenommen wurde Quiriat Yousef R.P., ein spanischer Staatsangehöriger kanarischer Herkunft und Bewohner von Santa María del Mar. Die Festnahme erfolgte am 19. Oktober 2026 durch die Mordermittlungsgruppe der Policía Nacional in Santa Cruz de Tenerife.

Bei der richterlichen Vorführung verweigerte der Beschuldigte laut El Día die Aussage gegenüber der Ermittlungsrichterin und der Polizei. Eine DNA-Probe wurde auf richterliche Anordnung durch eine Gerichtsmedizinerin des Instituto de Medicina Legal entnommen.

Was bedeutet das für Urlauber und Residenten?

Für Einwohner, Ausländer und Besucher gibt es keine gemeldete neue Regel, Frist, Gebühr, Schliessung oder Änderung im Reise- oder Aufenthaltsrecht. Der Aufruf der Polizei richtet sich an mögliche Opfer, nicht an die allgemeine Öffentlichkeit.

Wer Anzeige erstatten möchte, kann dies bei der genannten Polizeidienststelle tun. Eine besondere Frist oder ein spezielles Antragsverfahren wurde in den verfügbaren Berichten nicht genannt.

Die Polizei will als nächsten Schritt prüfen, ob der Beschuldigte in den vergangenen neun Jahren weitere Taten begangen hat. Betroffene, die bislang aus Angst oder anderen Gründen keine Anzeige erstattet haben, sollen sich melden.

Die zuständige Justizbehörde ordnete Untersuchungshaft an. Die Verantwortung des Beschuldigten ist rechtlich nicht festgestellt, bis das Verfahren abgeschlossen ist und ein Urteil vorliegt.

Wo können sich Betroffene melden?

Die Polizei nennt als Anlaufstelle die Policía Nacional, Comisaría de la avenida Tres de Mayo, Santa Cruz de Tenerife. Dort können sich Personen melden, die sexuelle Übergriffe erlitten und bislang keine Anzeige erstattet haben.

Der Aufruf ist eine polizeiliche Massnahme innerhalb der laufenden Ermittlungen. Die Entscheidung über weitere Massnahmen, das Verfahren und einen möglichen Prozess liegt bei der Justizbehörde.

Was ist noch offen?

Offen ist, ob weitere Opfer existieren und ob ihnen konkrete weitere Straftaten zugeordnet werden können. Die Polizei wertet entsprechende Hinweise aus.

Ein Termin für den Abschluss der Ermittlungen oder ein Prozessbeginn wurde nicht veröffentlicht. Auch die Zahl möglicher weiterer Opfer ist nicht bekannt.

Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei hat keine offiziellen Vergleichszahlen zu anderen möglichen Opfern oder zur Entwicklung von Sexualstraftaten auf Teneriffa veröffentlicht.