Was ändert sich jetzt für Urlauber und Einwohner?
Für Passagiere am Flughafen Teneriffa Süd bleibt vorerst alles, wie es ist: Die Quellen nennen weder Sperrungen noch neue Regeln. Die Tanks stehen laut El Día nahe einem Ende des Passagierterminals und sind seit 2019 ausser Betrieb.
Der Abbau soll höchstens vier Monate dauern, wie El Día berichtet. Einen Starttermin nannte die Zeitung nicht, weil zuerst mehrere Genehmigungen fehlen.
Offizielle Hinweise für Reisende während der Bauzeit gibt es bisher nicht. Wer im Süden landet oder abfliegt, schaut vor der Reise am besten in die Mitteilungen von Aena, dem staatlich dominierten Flughafenbetreiber.
Was genau wird am Flughafen abgebaut?
Drei Tanks fassen zusammen 2,35 Millionen Liter Treibstoff, zwei davon 750 und einer 850 Kubikmeter, so El Día. Dazu kommen Rohrleitungen, Pumpen, Nebengebäude und Brandschutzanlagen, die laut Bericht veraltet, leer und vollständig gereinigt sind.
Die Anlage bedeckt 10.500 Quadratmeter, etwa 40 Tennisplätze. Das Umweltministerium in Madrid (Ministerio para la Transición Ecológica) hat laut El Día bereits zugestimmt.
Den Abbau übernimmt die Firma Exolum Aviation, die Flugzeugtreibstoff lagert und liefert. Er steht im Plan Director, dem Entwicklungsplan des Flughafens.
Welche Auflagen gelten vor dem Start?
Bevor die Bagger anrücken, fehlen weitere Genehmigungen, etwa vom Consejo Insular de Aguas (Inselwasserrat) und von der Kulturerbe-Behörde. Das schreibt El Día und nennt dafür keine Frist.
Exolum muss einen Plan gegen invasive Pflanzen wie rabogato und tunera india (Feigenkaktus) vorlegen. Geschützte Gewächse wie Cardones, Kanarische Palmen und Drachenbäume werden vorab erfasst und markiert, danach entscheidet sich, ob einzelne versetzt werden.
In einem Nebenhäuschen steckt Asbest, den nur Fachpersonal nach eigenem Protokoll entfernen darf. Ausserdem muss die Firma prüfen, ob im Boden archäologische Reste liegen.
Der Wasserrat verlangt eine Studie, wie Regenwasser vor, während und nach dem Abbau in die nahen Schluchten abfliesst. Zudem muss die Firma erklären, dass kein verschmutztes Wasser in die Wasserläufe gelangt.
Wann wird es auf der Baustelle laut?
Von Februar bis Juni bleibt es ruhig: Laute Arbeiten und Erdbewegungen sind dann verboten, beide Monate eingeschlossen, so El Día. Der Grund ist die Brut- und Nistzeit der Vögel.
Vor Arbeitsbeginn muss die Firma nach dem geschützten Käfer Pimelia canariensis suchen und die Arbeitszonen abgrenzen. Gegen Staub und Abgase sieht das Projekt Bewässerung vor, ausserdem Schutz vor Auslaufen von Schadstoffen.
Wie hängt der Abbau mit dem 550-Millionen-Umbau zusammen?
Aena schrieb den Hauptumbau am 30. Juli 2026 aus, Gesamtvolumen über 550 Millionen Euro. Davon entfallen laut Aena 464 Millionen Euro auf Terminal und Umfeld und 48,4 Millionen Euro auf die Erweiterung der Parkplätze.
Das neue Parkhaus soll nach El Día 2.062 Plätze bieten. Laut Aena sind es 1.255 für Mietwagen und 807 für Privatfahrzeuge, dazu 28 Plätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und 27 Ladepunkte.
Um etwa 28 Prozent wächst die Terminalfläche, berichten Aena und der Sender RTVC. Ankunftshalle und Passkontrolle werden zusammengelegt, ein zentraler Gastronomiebereich und eine Promenade zum künftigen Südbahnhof kommen hinzu.
Damit der Flughafen in Betrieb bleibt, plant Aena laut RTVC während der Bauzeit ein provisorisches Check-in-Gebäude neben Terminal 2. Dazu kommt ein abgesetztes Boarding-Gebäude mit sechs Gates.
Was ist noch offen?
Für die Ausschreibung über 464 Millionen Euro meldete sich bis zur Frist am 15. September 2026 niemand, berichtet Diario de Avisos. Aena-Manager Javier Marín nannte das Projekt laut der Zeitung «wahrscheinlich eines der komplexesten, wenn nicht das komplexeste» des Investitionszyklus.
Der Markt habe mehr Risiko eingepreist als erwartet, sagte Marín laut Diario de Avisos. Gründe seien Abriss und Neubau bei laufendem Betrieb, die lange Dauer und unsichere Baukosten.
Ob der Baustart im Herbst 2027 hält, ist damit offen. El Día schreibt, Aena wolle die globalen Terminalarbeiten Ende nächsten Jahres beginnen.
Was der Tankabbau kostet, nennt El Día nicht. Ebenso bleibt unklar, ob er zum 464-Millionen-Auftrag gehört oder eine eigene Vorarbeit ist.