Was ändert sich für Pendler und Urlauber im Süden?

Für den Verkehr im Süden Teneriffas ändert sich vorerst nichts, denn die dritte Spur der TF-1 ist weiter nicht ausgeschrieben. Fast ein Jahr nach der endgültigen Genehmigung fehlt noch der Vertragsvorgang für die Bauvergabe.

Die Consejería hat keinen Termin für die Ausschreibung genannt. Damit steht auch kein Baubeginn fest, und die Bauzeit von 42 Monaten, also dreieinhalb Jahren, läuft erst danach.

Neue Sperrungen oder Umleitungen auf dem Abschnitt nennt die Meldung nicht. Wer zwischen Las Américas, Los Cristianos und Costa Adeje unterwegs ist, plant besser Reserve ein: Die Fahrt von Las Américas nach Costa Adeje dauert normalerweise fünf Minuten, bei Stau bis zu 50.

Die TF-1 wurde für etwa 25.000 Fahrzeuge am Tag gebaut und trägt heute fast 94.000. Auf kritischen Teilstücken sind es mehr als 100.000.

Warum muss das Budget neu berechnet werden?

Die Dirección General de Infraestructura Viaria (Strassenbaubehörde der Kanaren) setzte das Budget im November 2025 auf 175,4 Millionen Euro fest. Diese Zahl ist laut der Meldung überholt, weil die Preise bestimmter Materialien abrupt gestiegen sind.

Die Consejería muss deshalb die Preistabelle des Projekts aktualisieren und das Ausschreibungsbudget neu berechnen. Ohne diesen Schritt kann sie kein marktgerechtes Budget festlegen, wie es das Gesetz über öffentliche Verträge (Ley de Contratos del Sector Público) verlangt.

Schriebe die Consejería noch zu den Preisen von 2025 aus, bliebe der Wettbewerb womöglich ohne Bieter. Das würde das Projekt noch weiter verzögern.

Javier Cabrera, Präsident des Unternehmerkreises CEST (Círculo de Empresarios y Profesionales del Sur), führt die Revision auf die Inflation zurück. Sie «verzerrt alles», sagte er.

Cabrera nannte eine Jahresrate von 4,4 Prozent, nach sieben Monaten in Folge mit Anstiegen von 2,1 Prozent im Februar. Welchen Preisindex er meint, ist nicht angegeben.

Was umfasst das Projekt zwischen Oroteanda und Las Américas?

Der Abschnitt ist fast zehn Kilometer lang und beginnt hinter dem Anschluss Oroteanda bei Kilometer 64+000 in San Miguel de Abona. Er endet hinter dem Anschluss Las Américas bei Kilometer 73+760, zwischen Arona und Adeje.

Vorgesehen ist je eine dritte Spur pro Fahrtrichtung. Dazu kommen umgebaute Anschlüsse bei Parque de la Reina, Guaza, Los Cristianos und Las Américas.

Die Strasse TF-28 soll zwei Fahrbahnen mit je zwei Spuren erhalten. Damit entsteht ein direkter Zugang zum Hospital del Sur.

Die Consejería genehmigte das Bauprojekt endgültig, gemeldet wurde dies am 5. November 2025. Die Investition lag damals bei 175.486.976,34 Euro, die Bauzeit bei 42 Monaten.

Wer zahlt, und was steht im Haushalt?

Der Entwurf der Kanarenhaushalte für 2027 erhöht die Summe für die Baustelle von 8,4 auf 10 Millionen Euro. Gemessen an den rund 175 Millionen Euro Gesamtbudget ist das ein kleiner Teil.

Die Finanzierung hängt vom Strassenabkommen mit dem Staat ab (Convenio de Carreteras), das bis 2030 verlängert wurde. Wie sich die Kosten zwischen Staat, Regierung der Kanaren und Cabildo (Inselregierung) verteilen, ist nicht bestätigt.

Um wie viel das Budget von 175,4 Millionen Euro steigt, wurde bislang nicht veröffentlicht. Auch eine Stellungnahme der Regierung der Kanaren oder des Cabildo zur Verzögerung liegt nicht vor.

Wie reagieren Gemeinden und Wirtschaft im Süden?

Fátima Lemes, Bürgermeisterin von Arona, nannte den neuen Rückschlag eine «schlechte Nachricht» für die Region. Arona ist die Gemeinde, die der Abschnitt am längsten durchquert.

Dass die Verwaltungen den Süden wieder vergessen, überrasche niemanden, sagte Lemes. Arturo González aus San Miguel de Abona verwies auf die Schwierigkeiten der Verwaltungen, Bauvorhaben rechtzeitig und ordentlich umzusetzen.

Die dritte Spur der TF-5 im Norden ist laut der Meldung bereits auf Kurs, deshalb rückt die Consejería den TF-1-Abschnitt nun an die Spitze ihrer Prioritätenliste. Das TF-5-Projekt zwischen Guamasa und Nordflughafen kostet 66,4 Millionen Euro bei 35 Monaten Bauzeit.

Der Baustart dort war für den Sommer 2026 erwartet worden. Ob die Arbeiten tatsächlich begonnen haben, ist nicht bestätigt.

Wie geht es mit der dritten Spur weiter?

Zuerst muss die Consejería das Ausschreibungsbudget neu berechnen, erst danach kann der Wettbewerb starten. Ein Datum für die Ausschreibung hat sie nicht genannt.

Die 42 Monate Bauzeit laufen erst nach dem Baustart. Ein Fertigstellungsdatum gibt es nicht.

Im selben Korridor steckt der sogenannte falsche Tunnel zwischen Las Américas und Fañabé in einem Streit, der als Vorbild für Verzögerungen gilt. Die Regierung der Kanaren leitete im Juni 2025 die Vertragsauflösung ein, und Präsident Fernando Clavijo sagte, das Projekt werde in dieser Legislaturperiode nicht umgesetzt.