Es ist eine Nachricht, die das Selbstbewusstsein der Hauptstadt unterstreicht: Die Zona Comercial Abierta Mesa y López hat nach eigenen Angaben die Marke von 300 Millionen Euro Jahresumsatz geknackt. Der Unternehmerverband, der seit 1995 die Geschicke des Viertels lenkt, vermeldet stolz, dass man damit den urbanen Handel der gesamten Kanaren anführt. Mehr als 1.300 Betriebe drängen sich auf der rund 800.000 Quadratmeter großen Gewerbefläche – von kleinen Boutiquen über Steuerkanzleien bis hin zu großen Modeketten und Schönheitskliniken. Die gewerbliche Auslastung liegt bei robusten über 85 Prozent, ein Wert, von dem viele Innenstädte nur träumen können.
Was die nackten Zahlen nicht verraten: Die Zona Mesa y López ist viel mehr als eine Ansammlung von Läden. Sie ist ein gewachsenes Stück Stadt, ein Boulevard zum Flanieren und Verweilen, der in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Verwandlung durchgemacht hat. Wo einst der Autoverkehr dominierte, laden heute breite Fußgängerpromenaden zum Bummeln ein. Die Mischung aus alteingesessenen Geschäften, internationalen Marken und einer lebendigen Gastronomie macht den besonderen Reiz dieses Ortes aus, der sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen und digitalen Nomaden gleichermaßen beliebt ist.
Das Erfolgsrezept: Große Marken treffen auf lokalen Charme
Das Herzstück der Meile bildet zweifellos El Corte Inglés mit seinen beiden sich gegenüberliegenden Kaufhäusern, die wie zwei Ankerpunkte wirken und eine enorme Sogkraft entfalten. Drumherum gruppieren sich Filialen großer Modeketten – etwa Zara an der Hausnummer 15–19 –, aber auch inhabergeführte Boutiquen und lokale Dienstleister. Der Verband selbst betont diesen ausgewogenen Mix als zentralen Erfolgsfaktor: Man vereine kleines Gewerbe, juristische und steuerliche Beratungen, Gastronomie, Gesundheits- und Schönheitskliniken, ästhetische Zentren und andere professionelle Dienstleistungen in einem Raum im Gleichgewicht.
Diese Vielfalt sorgt dafür, dass die Zone weit mehr als ein reiner Shopping-Trip ist. Man kann hier den Vormittag mit einer Beratung beim Steuerberater verbringen, mittags in einer der vielen Tapas-Bars einkehren, am Nachmittag die neue Sommerkollektion durchstöbern und den Abend bei einem Aperitif auf der Plaza de España ausklingen lassen. Es ist diese urbane Dichte und Funktionsmischung, die Mesa y López von einem klassischen Einkaufszentrum auf der grünen Wiese unterscheidet und zu einem echten Stadtbaustein macht.
Vom Automeer zur Flaniermeile: Die große Umgestaltung
Wer die Avenida Mesa y López heute besucht, kann sich kaum vorstellen, dass hier noch vor wenigen Jahren der Verkehr dominierte. Die Stadt Las Palmas hat in einem Kraftakt rund 410 Meter der Straße zwischen der Calle Galicia und der Marinebasis in einen Fußgängerboulevard verwandelt. In mehreren Bauphasen wurden über 11.550 und später insgesamt rund 17.000 Quadratmeter neue Fußgängerfläche geschaffen – ein Zugewinn von etwa 40 Prozent für die Menschen, die hier zu Fuß unterwegs sind.
Die Umgestaltung war Teil eines städtischen Revitalisierungsplans, der explizit darauf abzielte, den Handel zu reaktivieren und die Lebensqualität zu verbessern. Die Rechnung ist aufgegangen: Die breiten Promenaden, die neuen Sitzgelegenheiten und die durchgehende Begrünung haben die Aufenthaltsqualität massiv gesteigert. Die MetroGuagua, das moderne Bussystem der Stadt, fährt die Achse direkt an und macht die Anreise ohne eigenes Auto bequem. Der Verband und Stadtplaner sehen in der kontinuierlichen Verbesserung des urbanen Umfelds – Sauberkeit, Parkmöglichkeiten, Beleuchtung, kulturelle Aktivitäten – einen Schlüssel, um die Zone dauerhaft attraktiv und wettbewerbsfähig zu halten.
Events, die Zehntausende anziehen
Ein weiterer Baustein des Erfolgs ist das kluge Event-Management des Unternehmerverbands. Regelmäßig verwandelt sich die Rambla in eine große Open-Air-Bühne. Der sogenannte Mesa y López Market ist dabei das Zugpferd: Dutzende Stände lokaler Händler, Live-Musik, Gastronomie und ein buntes Familienprogramm locken die Massen an. Bei einer der letzten Ausgaben wurden an nur drei Tagen mehr als 65.000 Besucher gezählt – im Schnitt also über 22.000 Menschen pro Tag. Solche Veranstaltungen sind bewusst darauf ausgelegt, die offene Einkaufszone zu beleben und weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar zu machen.
Doch auch abseits der großen Events herrscht hier fast immer Betrieb. Die etwa 36.000 Anwohner im direkten Einzugsgebiet sorgen für eine konstante Grundfrequenz, die sich bei Veranstaltungen und in den Ferienmonaten vervielfacht. Die drei zentralen Fußgängerbereiche – die Rambla de Mesa y López als Haupteinkaufspromenade, die Plaza de España mit ihren belebten Terrassen und die Calle Ruiz de Alda als Ausgeh- und Restaurantmeile – ergänzen sich perfekt und verteilen die Besucherströme auf charmante Weise.
Ein Stück Stadtgeschichte mit Hafen-Flair
Die Geschichte der Zona Mesa y López ist eng mit der Expansion von Las Palmas im 20. Jahrhundert verwoben. Der Ausbau des Puerto de La Luz, die Errichtung des Mercado Central und des alten Estadio Insular sowie die fortschreitende Bebauung in Richtung Hafen ließen die Avenida nach und nach zu einer der wichtigsten Verkehrs- und Geschäftsadern der Stadt werden. Heute, nach mehr als drei Jahrzehnten als etablierte Einkaufszone, wird Mesa y López in Reiseführern oft in einem Atemzug mit der historischen Einkaufsstraße Triana genannt – als die beiden großen Shopping-Adressen der Hauptstadt.
Die Nähe zum Hafen, zum Strand von Las Alcaravaneras und zum Verkehrsknotenpunkt Santa Catalina macht die Lage strategisch nahezu perfekt. Wer mit dem Kreuzfahrtschiff anlegt oder in einem der umliegenden Hotels wohnt, ist in wenigen Gehminuten mitten im Getümmel. Taxis sind für kurze Strecken innerhalb der Stadt günstig, und die Busverbindungen sind exzellent. Die typischen Öffnungszeiten liegen etwa zwischen 10:00 und 20:30 Uhr, wobei die großen Kaufhäuser und einige Ketten oft länger geöffnet haben. So beschreibt es auch die Tourismus-Website der Stadt: ein kleines Shopping-Paradies, in dem Bewohner und Besucher alles finden, was sie suchen.
Häufige Fragen
- Was genau ist die Zona Mesa y López?
- Es handelt sich um eine große, offene Einkaufszone (Zona Comercial Abierta) rund um die Avenida José Mesa y López in Las Palmas de Gran Canaria. Sie wird von einem 1995 gegründeten Unternehmerverband koordiniert und umfasst mehr als 1.300 Geschäfte, Restaurants und Dienstleister.
- Wie komme ich am besten dorthin?
- Die Zone ist fußläufig vom Verkehrsknotenpunkt Santa Catalina (Busbahnhof) erreichbar. Die MetroGuagua fährt die Achse direkt an. Taxis sind für kurze Strecken innerhalb der Stadt günstig. Parkhäuser stehen in der Umgebung zur Verfügung.
- Welche Geschäfte finde ich dort?
- Die Mischung ist enorm vielfältig: zwei große El Corte Inglés-Kaufhäuser, Modeketten wie Zara, lokale Boutiquen, Cafés, Restaurants, Steuerkanzleien, Schönheitskliniken und viele weitere Dienstleister. Es gibt also weit mehr als nur Mode.
- Wann finden die großen Märkte statt?
- Der Mesa y López Market und ähnliche Veranstaltungen werden mehrmals im Jahr vom Unternehmerverband organisiert. Die Termine werden auf der Website des Verbands (zonamesaylopez.com) und in den lokalen Medien angekündigt. Bei der letzten Ausgabe kamen über 65.000 Besucher an drei Tagen.
- Ist die Zone auch abends einen Besuch wert?
- Unbedingt. Besonders die Plaza de España und die Calle Ruiz de Alda sind abends sehr belebt und bieten eine große Auswahl an Terrassen, Bars und Restaurants. Die Fußgängerpromenaden sind zudem gut beleuchtet und laden zum abendlichen Flanieren ein.
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Stand der Informationen: Juli 2026. Die Umsatzzahlen basieren auf dem jüngsten abgeschlossenen Geschäftsjahr des Unternehmerverbands Zona Comercial Mesa y López. Beschäftigtenzahlen und jährliche Passantenfrequenzen werden nicht offiziell ausgewiesen. Die Adresse des Verbands lautet: C/ Montevideo 79, bajo, local B, 35007 Las Palmas de Gran Canaria.
