LANZAROTE · WIRTSCHAFT

Lanzarotes Hotels und Apartments setzen bis Juli 607 Millionen Euro um

Die touristischen Beherbergungsbetriebe auf Lanzarote haben zwischen Januar und Juli 2026 direkte Einnahmen von knapp 607,1 Millionen Euro erzielt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 566,2 Millionen Euro – ein Plus von rund sieben Prozent. Die Zahlen stammen aus Auswertungen des Centro de Datos des Cabildo de Lanzarote auf Basis von Werten des kanarischen Statistikinstituts Istac, über die die Zeitung Canarias7 am 26. August berichtete.

31. August 2026 · Von Martin Kosinski · 5 Min.
Hotelanlage mit Pool (Symbolbild)

Foto: Basile Morin, CC BY-SA 4.0 (Symbolbild).

Bemerkenswert ist weniger die Summe selbst als das, was hinter ihr steht: Die Zahl der verkauften Übernachtungen blieb nach denselben Auswertungen praktisch unverändert. Der Zuwachs kommt also fast vollständig aus höheren Preisen, nicht aus mehr Gästen – ein Muster, das sich derzeit auf den gesamten Kanaren beobachten lässt.

Was diese 607,1 Millionen genau messen

Die Zahl bezieht sich ausschließlich auf die direkten Einnahmen der gewerblichen Beherbergungsbetriebe – also auf das, was Hotels und Extrahotelbetriebe (Apartmentanlagen, Bungalowkomplexe und Ähnliches) selbst einnehmen. Erfasst sind laut Canarias7 die mehr als 190 Hotel- und Extrahotelkomplexe, die auf Lanzarote mit einer gewissen Regelmäßigkeit in Betrieb waren; die Berichte nennen dafür knapp 64.300 Betten.

Der Zeitraum umfasst sieben Monate, von Januar bis einschließlich Juli 2026. Nicht enthalten sind damit Ausgaben, die Gäste außerhalb ihrer Unterkunft tätigen – Restaurants, Einzelhandel, Mietwagen, Ausflüge, Eintritte. Es handelt sich also um einen Ausschnitt der Tourismuswirtschaft, nicht um deren Gesamtvolumen.

Nicht zu verwechseln mit den 2,084 Milliarden

Mitte August war für Lanzarote eine deutlich größere Zahl im Umlauf: rund rund 2,08 Milliarden Euro. Diese bezieht sich auf die sogenannte movilización turística, das gesamte wirtschaftliche Volumen, das der Tourismus auf der Insel in Bewegung setzt – im Wesentlichen die Ausgaben der Besucherinnen und Besucher insgesamt, über die Unterkunft hinaus. Zudem deckt sie nur das erste Halbjahr ab, also Januar bis Juni.

Die 607,1 Millionen sind demgegenüber die engere Kennzahl: Sie erfassen einen Monat mehr, aber nur eine Branche. Beide Werte stützen sich auf Istac-Daten, messen aber unterschiedliche Dinge und lassen sich nicht gegeneinander verrechnen. Eine vollständige methodische Beschreibung beider Indikatoren geben die Pressemeldungen nicht wieder.

Hotels tragen den Löwenanteil

Von den knapp 607,1 Millionen Euro entfielen laut den Auswertungen 480,5 Millionen auf Hotels und 126,6 Millionen auf den Extrahotelbereich. Die Hotels stehen dabei für etwa zwei Drittel der Übernachtungen, aber für rund vier Fünftel der Einnahmen – ein Hinweis darauf, dass der Ertrag je Nacht in der Hotellerie spürbar höher liegt als in Apartmentanlagen.

Insgesamt zählten die Betriebe zwischen Januar und Juli etwas mehr als 1,72 Millionen Gäste. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag laut Bericht bei über einer Woche – wie bereits im Vorjahr. Auch hier zeigt sich also Kontinuität statt Umbruch.

Preis statt Menge: der eigentliche Treiber

Die Übernachtungen summierten sich von Januar bis Juli auf rund 10,3 Millionen und lagen damit den Auswertungen zufolge nahezu auf Vorjahresniveau; substanzielle Veränderungen werden ausdrücklich nicht festgestellt. Gleichzeitig kletterte der durchschnittliche Tagespreis je belegtem Zimmer auf über 130 Euro und damit merklich über das Niveau von 2025.

Rechnerisch bedeutet das: Der Mehrumsatz von rund 41 Millionen Euro stammt im Kern aus der Preisentwicklung. Bei der Auslastung liegt Lanzarote im kanarischen Vergleich vorn – für Juli weisen die Istac-Daten für die Insel 80,92 Prozent belegte Betten und 82,92 Prozent belegte Zimmer aus, gegenüber 78,6 Prozent im Archipeldurchschnitt.

Das kanarische Gesamtbild

Lanzarote folgt damit einem Trend, der den ganzen Archipel prägt. Im Juli 2026 setzten die kanarischen Hotels und Apartments laut Istac 507 Millionen Euro um, 5,8 Prozent mehr als im Juli 2025, während die Übernachtungen um 0,3 Prozent auf rund 8,9 Millionen zurückgingen. Der durchschnittliche Zimmerpreis lag bei 131,9 Euro.

Zum Vergleich: Auf Fuerteventura kamen die Beherbergungsbetriebe zwischen Januar und Juli auf knapp 495 Millionen Euro. Für die Beschäftigung blieb der Sommer stark – im Juli meldete der Tourismussektor auf den Kanaren mit 236.330 Sozialversicherungspflichtigen einen Rekordwert. Ob sich die Preisdynamik im Winterhalbjahr fortsetzt, bleibt offen.

So ordnen Sie die Zahl ein: 607,1 Millionen Euro sind die Einnahmen der Unterkünfte selbst, nicht die gesamten Urlaubsausgaben auf der Insel.
Wer die Entwicklung verfolgen will, achtet auf drei Größen zugleich: Umsatz, Übernachtungen und Durchschnittspreis. Erst zusammen zeigen sie, ob Wachstum aus mehr Gästen oder aus höheren Preisen kommt.
Vorsicht beim Vergleich: Die 607,1 Millionen (Januar–Juli, nur Beherbergung) und die rund 2,08 Milliarden (Januar–Juni, gesamte touristische movilización) beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume und unterschiedliche Konzepte – sie dürfen weder addiert noch als Widerspruch gelesen werden.
Steigende Einnahmen bei stagnierenden Übernachtungen sind zudem kein Automatismus: Sie hängen an der Preisdurchsetzung und damit an der Kaufkraft der Quellmärkte.

Zahlen und Fakten

  • Knapp 607,1 Mio. Euro direkte Einnahmen der Beherbergungsbetriebe auf Lanzarote, Januar–Juli 2026 (Centro de Datos des Cabildo mit Istac-Werten, via Canarias7)
  • Vorjahreszeitraum 2025: 566,2 Mio. Euro – ein Zuwachs von rund 7 Prozent
  • Aufteilung: 480,5 Mio. Euro Hotels, 126,6 Mio. Euro Extrahotelbetriebe
  • Mehr als 190 Anlagen mit knapp 64.300 Betten; etwas über 1,72 Mio. Gäste, Aufenthalt im Schnitt über eine Woche
  • Rund 10,3 Mio. Übernachtungen – laut Auswertung nahezu unverändert gegenüber 2025; Tagesdurchschnittspreis über 130 Euro
  • Kanaren im Juli 2026: 507 Mio. Euro Umsatz (+5,8 %), Übernachtungen −0,3 % auf rund 8,9 Mio., Zimmerpreis 131,9 Euro (Istac)

FAQ

Was genau messen die 607,1 Millionen Euro?
Die direkten Einnahmen der Hotel- und Extrahotelbetriebe auf Lanzarote zwischen Januar und Juli 2026 – also nur das Beherbergungsgeschäft, keine Ausgaben in Restaurants, Läden oder für Mietwagen.
Warum ist woanders von 2,084 Milliarden die Rede?
Das ist eine andere Kennzahl: die gesamte touristische movilización auf Lanzarote im ersten Halbjahr 2026, also die Ausgaben der Gäste insgesamt. Sie umfasst mehr Bereiche, aber einen kürzeren Zeitraum.
Kommt das Wachstum von mehr Gästen oder höheren Preisen?
Überwiegend von den Preisen. Die Übernachtungen lagen mit rund 10,3 Millionen nahezu auf Vorjahresniveau, während der Tagesdurchschnittspreis auf über 130 Euro stieg.
Wie ist die Auslastung auf Lanzarote?
Im Juli 2026 waren laut Istac 80,92 Prozent der Betten und 82,92 Prozent der Zimmer belegt – der höchste Wert im Archipel, wo der Durchschnitt bei 78,6 Prozent lag.
Wer erhebt die Daten?
Die Werte stammen vom kanarischen Statistikinstitut Istac und wurden vom Centro de Datos des Cabildo de Lanzarote aufbereitet; Canarias7 berichtete darüber am 26. August 2026.