Die Zahl — und die Reihe dahinter

Der Wert stammt aus der wöchentlichen Preisstatistik des Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación: 0,325 Euro je Kilo in Woche 35, gerundet 32 Cent. Davor lagen Woche 33 bei 0,33 und Woche 34 bei 0,35 Euro. Wichtig ist, was die Zahl nicht ist: Sie gilt für Ware erster Güte ab Verladung, geringere Sortierungen bringen weniger. Und sie ist ein Wochenwert — geerntet wird ganzjährig, warten kann die Frucht nicht.

Was ein Kilo kostet — und was im Regal steht

Über den Sommer nannten die Berichte von eldiario.es 0,70 bis 0,80 Euro Produktionskosten je Kilo, seit Anfang September 0,80 bis 0,90 Euro — dieselbe Spanne, die auch die Agrarorganisation Palca verwendet. Eine Begründung für die Verschiebung findet sich nirgends. Mit der niedrigeren Spanne deckt der August-Preis 41 Prozent der Kosten, mit der höheren 36.

Der Ladenpreis lässt sich nicht sauber danebenstellen, und das ist keine Nachlässigkeit: Das Observatorio de la Cadena Alimentaria des Ministeriums erhebt den Endverbraucherpreis seit 2019 nicht mehr. Belastbar sind nur Eckwerte — Asprocan nannte für 2025 im Mittel 2,80 Euro je Kilo, Justicia Alimentaria für 2023 0,83 Euro beim Erzeuger gegen 2,11 Euro im Handel. Ob das Regal 2026 mitgefallen ist, ist öffentlich nicht belegbar.

Was POSEI zahlt — und was es nicht kann

Die Beihilfe heißt POSEI, das EU-Programm für die Regionen in äußerster Randlage. Für die Kanarenbanane sind 141,1 Millionen Euro jährlich vorgesehen, gezahlt aus dem Fonds FEAGA, abgewickelt von der Consejería de Agricultura des Gobierno de Canarias. Ausgezahlt wird in zwei Raten zwischen dem 1. Dezember 2026 und dem 30. Juni 2027.

Entscheidend ist die Rechenweise. Förderfähig sind höchstens 420.000 Tonnen auf 11.200 Hektar, dazu 1.200 Euro je Hektar Zuschlag für Freilandanbau, begrenzt auf 7.600 Hektar. Budget geteilt durch Höchstmenge ergibt rund 33,6 Cent je Kilo; eldiario.es nennt als Höchstbetrag 0,3359 Euro und als Satz im Sommer 0,32 Euro.

Daraus folgt, was vom Regal aus unsichtbar bleibt: POSEI ist ein gedeckelter Umschlag, keine Preisgarantie. Er steigt nicht, wenn der Markt fällt; wird mehr geerntet als die Höchstmenge, sinkt der Betrag je Kilo. Und er kommt zeitversetzt. Einen Preiseinbruch im August kann er nicht abfedern.

Welche Ursachen genannt werden — und von wem

Asprocan, der Verband der Erzeugerorganisationen, nennt laut eldiario.es drei Gründe: eingebrochene Nachfrage im Sommer, Überangebot und den Wettbewerb der importierten Banane. Seine Handelskommission beschloss Anfang August ausdrücklich keine Sondermaßnahmen und stellte eine Erholung ab Woche 37 in Aussicht; Präsident José Carlos Rendón vertritt eine marktliberale Linie.

Für den dritten Punkt gibt es harte Zahlen. Nach der Dirección General de Aduanas kamen im ersten Halbjahr 2026 241.582 Tonnen importierte Banane auf den spanischen Markt, 14,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, gegenüber 178.689 Tonnen Plátano. Die kanarische Ernte 2025 war mit 374,6 Millionen Kilo die zweitniedrigste in 25 Jahren — der Anteil fiel also nicht wegen Mehrproduktion. Das Gegenmittel ist die „pica“: Frucht wird nicht verschifft, sondern an Tafeln abgegeben, nach Marokko verkauft, verfüttert oder kompostiert — das verknappt das Angebot und hält die Kilos zugleich in der Produktionshistorie, aus der künftige Referenzmengen errechnet werden.

Was gefordert wird, was geantwortet wird

Am 7. September verlangte die Agrarorganisation Palca den Rücktritt der Spitzen von Asprocan und der sechs Erzeugerorganisationen. Ihr Vorsitzender Amable del Corral sagte, man habe „vor zwei Monaten öffentlich gewarnt“, und forderte, die Consejería müsse das Decreto 48/2018 über die Anerkennung der Erzeugerorganisationen durchsetzen und die Preisbildung offenlegen. Eine Antwort von Asprocan ist in den Berichten nicht wiedergegeben.

Die Administrationen antworten auf einer anderen Ebene. Am 9. September forderte COAG mit Generalsekretär Andrés Góngora ein eigenständiges, ausreichend finanziertes POSEI im EU-Finanzrahmen 2028–2034; Agrarminister Narvay Quintero verlangt „eine gesonderte, differenzierte und ausreichende Finanzausstattung“. Am 4. März 2026 genehmigte die Kommission die von Canarias beantragten POSEI-Änderungen — Süßkartoffel, Ananas, Schweinehaltung, Tajogaite-Hilfen bis 2027. Der Bananenumschlag war nicht darunter.