Eine Romería ist eine Wallfahrt, die zum Volksfest wird: Menschen in kanarischer Tracht ziehen mit geschmückten Ochsenkarren zur Kirche des Ortsheiligen, tanzen, singen und verteilen aus den Karren heraus Wein, Käse und kanarische Spezialitäten an alle, die am Straßenrand stehen. Man muss niemanden kennen — mitfeiern ist ausdrücklich erwünscht.

Zwischen Juli und September reihen sich diese Feste dicht aneinander. Wer im Sommer auf den Inseln ist, stolpert fast zwangsläufig in eines hinein. Hier die Orientierung.

Juli: die ersten Höhepunkte

Der Juli gehört der Virgen del Carmen, der Schutzpatronin der Fischer: In Puerto de la Cruz (Teneriffa) und Arguineguín (Gran Canaria) wird ihre Figur in einer Bootsprozession aufs Meer hinausgetragen — ein besonders stimmungsvolles Schauspiel am Abend. Dazu kommen die Romería de San Isidro in Teror und die Romería zu Santiago in Gáldar (beide Gran Canaria) rund um den Santiago-Tag am 25. Juli.

Tipp Die Meeresprozessionen am Hafen sind bei Sonnenuntergang am schönsten. Früh da sein, die Promenaden füllen sich schnell.

August: Rama, Rama, Rama

Das spektakulärste Fest des Sommers ist die Bajada de la Rama in Agaete (Gran Canaria) am 4. August: Tausende ziehen mit grünen Zweigen zum Meer und schlagen sie ins Wasser — ein uralter Ritus, der Regen herbeirufen soll, heute eine riesige, fröhliche Menschenmenge. Dazu feiert Las Palmas am 1. August San Lorenzo, und im Norden Teneriffas füllt San Roque (16. August) die schmalen Gassen von Garachico.

Ende August & September: die großen Wallfahrten

Zum Sommerausklang wird es groß: Die Corazones de Tejina (La Laguna, letztes August-Wochenende) mit ihren kunstvoll geschmückten „Herzen" gehören zum immateriellen Kulturerbe. Und am 7./8. September pilgern Zehntausende zur Virgen del Pino nach Teror — die größte Wallfahrt Gran Canarias — während auf Teneriffa die Bajada de la Virgen del Socorro nach Güímar zieht.

So feierst du entspannt mit

Zu einer Romería gehört keine Eintrittskarte, nur gute Laune. Komm etwas früher, trag bequeme Schuhe, nimm Wasser mit und respektiere die religiöse Seite der Prozession. Wer mag, leiht sich eine kanarische Tracht — willkommen ist jeder.

Gut zu wissen Genaue Daten und Uhrzeiten können sich jährlich verschieben, und an Festtagen sind Straßen gesperrt und Busse umgeleitet. Ein kurzer Blick auf die Seite des jeweiligen Rathauses lohnt sich vor der Anreise.

Häufige Fragen

Was ist eine Romería?
Eine Wallfahrt zum Ortsheiligen, die zum Volksfest wird — mit Trachten, Ochsenkarren und Essen, das an alle verteilt wird.
Kostet das Eintritt?
Nein. Romerías und Fiestas sind öffentlich und kostenlos.
Welches ist das größte Fest?
Die Wallfahrt zur Virgen del Pino in Teror (7./8. September) ist die größte Gran Canarias.
Wann ist die Bajada de la Rama?
In Agaete am 4. August, Kern der Fiestas de Las Nieves.
Muss ich eine Tracht tragen?
Nein, aber es macht Spaß. Viele Einheimische tun es, Gäste sind ausdrücklich willkommen.

Angaben nach Stand Juli 2026 nach Informationen der Veranstalter und Rathäuser. Termine, Zeiten und Routen können sich ändern.