Was müssen Urlauber und Einwohner im Süden jetzt beachten?
Bis Samstag, 7. November, hat keine Behörde eine Regel, Sperrung oder Frist für Einwohner und Urlauber auf El Hierro veröffentlicht. Die vorliegenden Berichte nennen weder gesperrte Strassen noch Änderungen für Reisende.
Die Boote legen an den Molen von La Restinga und La Estaca an, wie die Einsatzdienste mitteilten. La Restinga ist der Südhafen der Insel und der übliche Landeplatz für Cayucos auf der Atlantikroute.
Im Hafen von La Restinga helfen Salvamento Marítimo (Seenotrettung) und die Guardia Civil bei den Anlandungen. Wer dort einen Ausflug oder Termin hat, fragt vorab beim Anbieter nach; eine Warnung der Behörden gibt es dazu nicht.
Der Cabildo (Inselregierung) hat wegen der Lage die soziale Notlage erklärt, weil die öffentlichen Dienste unter Druck stehen. Welche Angebote betroffen sind, wurde bislang nicht veröffentlicht.
Wie viele Menschen kamen am 7. November an, und wo?
Die Kanaren zählten seit Mitternacht 743 Ankömmlinge, so die Einsatzdienste. Davon erreichten 600 El Hierro in sechs Cayucos, 143 wurden in einem Schlauchboot vor Lanzarote gerettet.
Drei Cayucos mit 67, 55 und 164 Menschen legten am Samstag in La Restinga an. Das sind zusammen 286 Personen, Salvamento Marítimo und Guardia Civil leisteten Hilfe.
In den ersten Stunden des Tages kamen drei weitere Boote mit 205, 41 und 68 Menschen an. Die Quellen nennen dafür die Molen von La Restinga und La Estaca, aber keine genaue Verteilung der Boote.
Das Schlauchboot vor Lanzarote trug 143 Menschen, darunter zehn Frauen und fünf Minderjährige. Es sei das am stärksten überladene Schlauchboot, von dem man auf der Kanarenroute wisse, so die Einsatzdienste.
Wohin kommen die Menschen von El Hierro?
In der Nacht auf Samstag brachte ein Fährschiff 600 früher angekommene Menschen von El Hierro nach Teneriffa. Für den Nachmittag ist laut Einsatzdiensten die Überfahrt von 560 weiteren zu den Hauptinseln geplant.
Die Delegación del Gobierno (Vertretung der Zentralregierung) bestätigte weitere Verlegungen, auch von Teneriffa nach Gran Canaria. Ab der kommenden Woche sind zwei tägliche Überfahrten vorgesehen.
Ziel sei, den Druck auf El Hierro zu senken, heisst es aus den Einsatzdiensten. Ob die Verlegungen Plätze auf Linienfähren belegen, hat keine Quelle gesagt.
Wie ungewöhnlich ist der Andrang im November?
Vor den 743 Ankömmlingen vom Samstag zählten die Kanaren in den ersten Novembertagen schon fast 5.000 Menschen, so die Einsatzdienste. Die meisten kamen nach El Hierro.
Bis zum 15. Oktober verzeichnete das Innenministerium 8.970 Ankünfte, gegen 13.491 im Vorjahreszeitraum, ein Minus von 33,5 Prozent. In der ersten Oktoberhälfte kamen dann 1.837 Menschen, nach 643 im Jahr davor.
Am 18. und 19. Oktober erreichten 454 Menschen in drei Cayucos El Hierro, 309 am Sonntag und 145 am Montag. Drei Menschen starben, alle aus dem ersten Boot.
Zum Vergleich: 2024 kamen laut Innenministerium fast 47.000 Menschen auf die Kanaren, 2025 rund 18.000. Der Herbst 2026 bricht damit aus dem Abwärtstrend des Jahres aus.
Wer ist zuständig, und was ist offen?
Die Regierung der Kanaren erklärt, sie sei für Migration nicht zuständig und der Staat müsse zahlen. Sozialrätin Candelaria Delgado führt das vor allem für unbegleitete Minderjährige an, deren Betreuung bei der Region liegt.
Nach den Ankünften vom 3. und 4. November warf die Regierung der Kanaren dem Staat «desidia» (Nachlässigkeit) vor. Sie habe keinen einzigen Anruf der Regierung von Pedro Sánchez erhalten, eine Antwort aus Madrid liegt in den Quellen nicht vor.
Nicht veröffentlicht sind Aufnahmekapazität, Kosten pro Person und die Zahl der Todesopfer im November. Auch eine Stellungnahme des Cabildo zu möglichen Folgen für Besucher fehlt.
Was steht als Nächstes an?
Ab der kommenden Woche sind zwei tägliche Überfahrten von El Hierro zu den Hauptinseln vorgesehen. Ein genaues Datum und die Abfahrtszeiten nannten die Einsatzdienste nicht.
Der nächste offizielle Zahlenwert ist die Zweiwochenbilanz des Innenministeriums für den 1. bis 15. November. Ihr Veröffentlichungstermin ist nicht bestätigt.