Was ändert sich für Urlauber und Einwohner auf El Hierro?

Am 7. November 2026 liefern die Quellen keine neuen Regeln, Sperrungen oder Fristen für Gäste und Einwohner. Behördliche Verhaltenshinweise für die Bevölkerung sind ebenfalls nicht veröffentlicht.

Einschränkungen im Flug- oder Fährverkehr sind nicht gemeldet. Wer reist, prüft Flug oder Fähre trotzdem wie üblich bei Fluggesellschaft oder Reederei.

Sichtbar werden die Ankünfte vor allem im Hafen La Restinga, wo die Cayucos (grosse Holzboote) anlegen. Der Ort hat rund 500 Einwohner, wie bei Validos Forderung vom März 2025 berichtet wurde.

Spürbar sind zuletzt vor allem die Verlegungen auf andere Inseln: Am 25. Oktober brachte eine Fähre 471 Menschen nach Gran Canaria. Das Erstaufnahmezentrum (CATE) in San Andrés war am 13. Oktober mit fast 600 Menschen nahezu ausgelastet, und auch die Sozialdienste stehen unter Druck.

Was hat Cristina Valido am 7. November gesagt?

Valido ist Kandidatin von Coalición Canaria–Primero Canarias für den Congreso de los Diputados (Parlament in Madrid) in der Provinz Santa Cruz de Tenerife.

Sie sprach von einem neuen Zusammenbruch der Aufnahmesysteme auf El Hierro. Der Staat solle seine Zuständigkeiten wahrnehmen und die nötigen Mittel für Betreuung und Gesundheitsversorgung sichern.

«Wir sind müde. El Hierro ist müde, Lanzarote ist müde», sagte Valido. Die Inseln müssten die Lage mit eigenen Mitteln stemmen, ohne dass der Staat sie angemessen ausstatte, so ihre Kritik.

Auf die Frage, ob der Staat mehr Menschen auf die Halbinsel weiterleiten könne, sagte sie: «Sie können viel tun, es ist ihre Zuständigkeit.» Sie wies zudem zurück, dass der Staat nicht habe wissen können, was auf die Insel zukommt.

Welche Forderungen stellt Valido konkret?

Valido verlangt mehr Mittel für Salvamento Marítimo (staatlicher Seenotrettungsdienst) und für die Einrichtungen zur Betreuung von Migranten. Die Zentralregierung solle sich stärker beteiligen, damit Institutionen der Inseln Notlagen nicht mit unzureichenden Mitteln bewältigen müssen.

Die Kanaren sollen bei Abkommen Spaniens mit den Herkunftsländern mitentscheiden. Zudem fordert sie Informationen, mit denen sich Ankünfte früher absehen lassen.

Sie kritisierte, der Staat plane nicht vorausschauend, obwohl die Technik dafür heute vorhanden sei. Die Kanaren seien Südgrenze Spaniens und der EU, und der Staat habe die ausschliessliche Zuständigkeit für Schutz, Überwachung und Betreuung.

Das ist Validos Sicht der Dinge. Eine Antwort der spanischen Regierung auf ihre Vorwürfe hat die Recherche bis zum 7. November nicht gefunden.

Wie viele Menschen kommen auf El Hierro an?

Vom 1. Januar bis 30. September 2026 kamen auf den Kanaren laut den Rettungsdiensten 7.179 Menschen per Boot an. Auf El Hierro entfielen 3.515 davon, also 48,96 Prozent, in 31 Cayucos mit durchschnittlich 113 Menschen pro Boot.

Lanzarote zählte 2.133 Menschen in 41 Booten, das sind 29,71 Prozent. Beide Inseln zusammen kamen auf 5.648 Menschen, fast 80 Prozent.

Im Oktober legten Cayucos Berichten zufolge fast täglich in La Restinga an. Am 22. Oktober waren es 285 Menschen in drei Booten, am 24. Oktober 252 Menschen in drei Booten innerhalb von 24 Stunden.

Am 4. November meldeten Berichte vier weitere Cayucos mit 111, 125, 115 und 26 Menschen. Sie hatten Senegal fünf bis sieben Tage zuvor verlassen, und niemand musste ins Krankenhaus.

Auf den Kanaren insgesamt zählte die vorläufige Bilanz des Innenministeriums 46.843 irreguläre Ankünfte im Jahr 2024 und 17.788 im Jahr 2025. Für El Hierro allein liegt keine Zahl für 2025 vor.

Wer ist zuständig, und wer zahlt?

Das Cabildo (Inselregierung) von El Hierro erklärte am 3. Oktober 2024, es habe keine Kompetenzen in Einwanderung. Zuständig seien die spanische Regierung und die Kanarenregierung, die unbegleitete Minderjährige schützt.

Das Cabildo stellt Infrastruktur für die Unterbringung vor der Weiterverlegung bereit. Wie die Kosten für El Hierro verteilt sind, ist nicht belegt.

Valido sagte am 31. August 2026 im Jugendausschuss des Congreso, die Überweisungen des Staates deckten nicht einmal die Hälfte der Kosten für die Betreuung Minderjähriger. Das ist ihre Aussage und keine geprüfte Zahl.

Das Cabildo forderte 2024 unter anderem ein Protokoll für sofortige Verlegungen auf grössere Inseln und eine Reform des Ausländergesetzes (Ley de Extranjería). Dazu kamen der Einsatz von Frontex und mehr Personal für Salvamento Marítimo, Guardia Civil, Policía Nacional und Cruz Roja.

Wie geht es auf El Hierro weiter?

Einen Termin für eine Antwort aus Madrid gibt es nach den Quellen nicht. Auch wie viele Menschen derzeit auf der Insel untergebracht sind, wurde nicht veröffentlicht.

Die Kanarenregierung warf dem Staat Nachlässigkeit vor und nannte 11 Boote innerhalb von 24 Stunden. Sie gab an, aus Madrid keinen Anruf erhalten zu haben, und auch PP und AHI forderten Madrid und die EU zum Handeln auf.

Cabildo-Präsident Alpidio Armas (PSOE) sagte laut einem Bericht vom 2. November, die Insel sei am Limit. Dort ist von fast 3.000 Ankünften seit Anfang Oktober die Rede.