Was ändert sich für Urlauber und Einwohner im Süden?
In La Restinga, dem Fischerhafen im Süden von El Hierro, fand der Protest statt. Hafen- oder Reisesperrungen meldeten die Berichte vom 6. November nicht.
Am stärksten spürt man die Lage im Spital: Die Leitung des Hospital de El Hierro nannte das Haus am Freitag «absolut überlastet». Sie warnte vor einem Kollaps der Notaufnahme.
Neue Regeln oder Ratschläge für Einwohner und Gäste nennen die Berichte nicht, eine Stellungnahme von Cabildo (Inselregierung) oder Zentralregierung fehlt. Wer im Süden unterwegs ist, fragt bei Vermieter oder Anbieter nach kurzfristigen Änderungen.
Was geschah seit Donnerstagabend vor der Küste?
Mehr als 1.000 Gerettete kamen seit Donnerstag, 5. November, 21.00 Uhr nach El Hierro, Gran Canaria und Lanzarote, so Berichte zu den Einsätzen von Salvamento Marítimo (staatliche Seenotrettung). Mindestens eine Person starb.
Um 21.00 Uhr brachte die Salvamar Navia 92 Gerettete an Land, gefunden rund 74 Kilometer vor der Insel. Unter ihnen waren fünf Frauen und zwei Minderjährige.
Gegen 23.45 Uhr entdeckte der Helikopter Helimer 204 zwei Cayucos etwa 56 Kilometer vor El Hierro. Die Salvamar Diphda barg 218 und 283 Menschen, unter ihnen eine tote Person.
Beide Boote erreichten La Restinga. Um 00.58 Uhr am Freitag begleitete die Salvamar Navia ein Cayuco mit 174 Menschen in den Hafen.
Um 04.42 Uhr eskortierte die Salvamar Mizar ein weiteres Boot, dessen Besatzung zunächst offen blieb. Ein Cayuco mit 61 Insassen fuhr nach Arrecife auf Lanzarote.
Wie voll ist das Spital auf El Hierro?
Schon am 26. Oktober bat Luis González, medizinischer Direktor des Hospital Insular Nuestra Señora de los Reyes, um mehr Agenten von Policía Nacional und Guardia Civil. Sie sollen behandelte Migranten schneller von der Insel bringen, und der Staat solle die Mittel stellen.
Die Notaufnahme betreute bis zu diesem Tag im Oktober 86 Migranten, im Oktober 2025 waren es 5. Auf den Stationen lagen 21 Migranten statt 2 vor einem Jahr, zum Zeitpunkt der Aussage rund 10 bei 31 Betten.
González sprach von keiner Überlastung, das Personal sei aber ein wenig überfordert. Pflegedirektor Jorge Silva kritisierte den Pflegeposten im CATE (polizeiliches Erstaufnahmezentrum), der in einem Polizeigelände ohne Kontrolle des Spitals liegt.
«Wir können so nicht arbeiten», sagte Silva. Das Spital suche Alternativen, nannte aber keine.
Was fordern die Anwohner, und wer ist zuständig?
Eine Gruppe Anwohner von La Restinga will am Hafen ihre Ablehnung der Cayuco-Ankünfte zeigen und fordert von den Behörden dringende Massnahmen. Organisatoren und Teilnehmerzahl nannten die Berichte nicht.
Neu ist der Unmut nicht: Am 29. März 2025 zogen laut Berichten rund 100 Anwohner durch La Restinga. Sie kritisierten Einrichtungen des Roten Kreuzes auf der Mole, zerlegte Cayucos im Hafen und den Verlust von Diensten wie der Gesundheitsversorgung.
Für Grenzkontrolle und die Aufnahme Erwachsener ist laut den Quellen der Staat zuständig, für Minderjährige die Kanarenregierung. Clavijo, Präsident der Kanaren, nannte die Lage laut RTVC am 6. November unhaltbar und bat Pedro Sánchez erneut um ein dringendes Treffen.
Wie entwickeln sich die Ankünfte, und was folgt?
Rund 3.200 Menschen erreichten die Kanaren vom 1. bis 5. November, etwa 600 davon allein am Donnerstag auf El Hierro, so Zahlen des kanarischen Regionalsenders. Im Oktober zählte die Kanarenregierung vorläufig mehr als 4.000 Ankünfte.
Bis zum 25. Oktober waren es 3.814, davon 2.776 auf El Hierro. Das Innenministerium zählte vom 1. bis 15. Oktober 1.837 Ankünfte, nach 643 im Vorjahreszeitraum (plus 185 Prozent).
Von Januar bis 15. Oktober waren es 8.970 gegenüber 13.491 (minus 33,5 Prozent). Anselmo Pestana, Delegado del Gobierno en Canarias (Vertreter der Zentralregierung), führte den Anstieg auf ruhige See zurück.
Die Kanarenregierung forderte vom Staat einen ausserordentlichen Notfallplan, mehr Mittel für Salvamento Marítimo und medizinische Verstärkung in den CATE. Ob und wann Madrid antwortet, ist offen.
Einen Termin oder eine Frist nennen die Quellen nicht. Auch zu den Bedingungen in den CATE und zur Kostenverteilung für Aufnahme, Gesundheit und Abfälle liegen keine Angaben vor.