Warum nur der Bus hineinfährt
Das Terminal ist ein Arbeitshafen, kein Konzertsaal. Der Hinweis des Ticketanbieters ist deutlich: Zugang zum Hafengelände gibt es ausschließlich über den Sonderdienst der städtischen Busgesellschaft; wer mit dem eigenen Auto, dem Taxi oder zu Fuß kommt, wird nicht eingelassen. Die Busse starten an der Rückseite des Einkaufszentrums El Muelle in Santa Catalina; laut dem Kulturportal lpacultura.com liegt es am Ende der Plaza de Canarias, gegenüber der Avenida Mesa y López. Der erste Bus fährt um 20.30 Uhr, die Rückfahrt beginnt um 23.30 Uhr, „sobald das Konzert endet". Einen Takt, eine letzte Abfahrt oder die Zahl der Busse nennt keine der Stellen. Auf guaguas.com stand dazu am 21. September noch nichts.
Das Programm: von Verdi bis zum Feuervogel
Der Abend heißt wie sein erstes Stück, „La forza del destino". Laut Festivalseite beginnt er mit Verdis Ouvertüre zu dieser Oper, es folgen Richard Strauss' Tondichtung „Don Juan", von Jean Sibelius „Valse triste" und „Finlandia" sowie eine Auswahl aus Strawinskys Suite „Der Feuervogel" in der Fassung von 1919. Danach nennt die Programmliste noch drei populäre Stücke: „Tico-Tico" von Zequinha de Abreu, einen Mambo von Dámaso Pérez Prado und den Radetzky-Marsch von Johann Strauss (Vater). Das Motto laut Festival: die großen Kräfte, die den Menschen antreiben, mit dem Schicksal als rotem Faden.
Wer spielt
Die Orquesta Filarmónica de Gran Canaria (OFGC) ist das Orchester der Insel. Nach Darstellung des Festivals reicht die sinfonische Tradition in Las Palmas bis 1845 zurück; das heutige Orchester entstand unter der Stiftung, die der Cabildo von Gran Canaria 1980 gründete, und hat in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Japan und China gastiert. Dirigent ist Karel Mark Chichon, seit Mai 2017 Chefdirigent und künstlerischer Leiter der OFGC, mit Vertrag bis zur Saison 2026/27. Laut seiner eigenen Biografie wurde er 1971 in London geboren, stammt aus Gibraltar und war von 2011 bis 2017 Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern.
Seit 2012 zwischen Kränen
Das „Concierto entre contenedores" gibt es seit 2012. Nach Zählung des Festivals ist es in diesem Jahr der 15. Auftritt der OFGC beim TEMUDAS und der 13. im Hafen: 2020 und 2021 wich das Konzert wegen der Corona-Beschränkungen in den Parque Santa Catalina aus. Möglich wird es durch Boluda Corporación Marítima und die Hafenbehörde Autoridad Portuaria de Las Palmas. Auf der Programmseite ist von „mehr als 3.000 Personen" die Rede, für die das Terminal geöffnet wird. Nach Angaben der Festivalleitung war das Konzert in früheren Jahren ausverkauft; für welche Jahre genau, schreibt sie nicht.
Die letzte Festivalwoche: 24. bis 26. September
Das Konzert beschließt die 30. Ausgabe des TEMUDAS, laut Festival die größte seiner Geschichte: 95 Vorstellungen, 17 Produktionen von den Kanaren, 26 aus dem übrigen Spanien und 10 aus dem Ausland. Fast alles rund um den Parque Santa Catalina ist gratis. Aus dem Programm der Schlusstage: „Kipppunkt" der deutschen Gruppe Theater Titanick (Do 22.00 und Fr 21.00 Uhr, Espacio Parque), „Sodade" der französischen Minuit Compagnie (Do und Fr 20.00 Uhr), „We Will Rock You 3.0" mit der Banda Sinfónica Municipal (Fr 22.00 Uhr, Bühne A) und am Samstag ab 12.00 Uhr Zirkus, unter anderem mit Duo Kaos aus Italien und Guatemala. Kostenpflichtig ist daneben nur das Flamencostück „Liberté" von Rocío Pozo im Teatro Pérez Galdós für 14 Euro; das Festival nennt den 25. und 26. September, die Theaterseite zeigt am 21. September nur noch den Samstag. Für „Cenadefindeaño. Resonare" (Fr und Sa) braucht es eine kostenlose Anmeldung auf lpacultura.com — dort waren am Montag nur noch die 22-Uhr-Termine buchbar.