Wo und wie stark sticht die Mücke?

Gran Tarajal und Tarajalejo in der Gemeinde Tuineje leiden unter der Marschmücke Aedes caspius, so die kanarischen Gesundheitsbehörden. Die Tigermücke, die zunächst im Verdacht stand, ist es demnach nicht.

Seit mehreren Wochen sind die Bewohner den Stichen ausgeliefert, die Sprecherin der Partido Popular (PP) in Tuineje, Esther Hernández, spricht von nahezu einem Monat. Zahlreiche Betroffene suchten das Gesundheitszentrum vor Ort auf, einige mussten behandelt werden.

Die Stiche röten die Haut stark, schmerzen zunehmend und schwellen erheblich an. In einigen Fällen kommt Fieber hinzu.

Zuerst trat die Art in Tarajalejo auf, inzwischen sitzt sie vor allem im Barranco und im Marschgebiet von Gran Tarajal. Wie viele Mücken es gibt und wie viele Patienten betroffen sind, hat bisher keine Stelle veröffentlicht.

Urlauber und Residenten im Süden müssen abends am Barranco und an der Küste zwischen den beiden Orten mit Stichen rechnen. Neu ist die Marschmücke auf Fuerteventura nicht: Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurde sie schon vor vielen Jahren bei La Lajita nachgewiesen.

Wie gefährlich ist die Marschmücke?

Die Consejería de Sanidad (Gesundheitsministerium der Kanarischen Regierung) sieht in der Art kein besonderes Gesundheitsrisiko. Tropenkrankheiten überträgt sie nach dieser Einschätzung nicht, die Stiche können aber sehr heftige Reaktionen auslösen.

Aedes caspius gilt als möglicher Überträger des Tahyna-Virus, das in verschiedenen Regionen Europas nachgewiesen wurde. Meist löst es eine milde, grippeähnliche Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen aus, selten eine Hirnhautentzündung.

Auf Fuerteventura ist das Virus nicht belegt, und die blosse Fähigkeit einer Art zur Übertragung heisst nicht, dass die Tiere dort infiziert sind. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2025 wies das Virus in Aedes caspius in Italien nach.

Was können Urlauber und Residenten tun?

Nicht kratzen, rät der Apotheker Iván Rodríguez aus Gran Tarajal ausdrücklich. Kleine Wunden lassen Bakterien eindringen und können eine zusätzliche Infektion auslösen.

Wer starke Schwellung, zunehmende Schmerzen oder Fieber bekommt, sollte das Gesundheitszentrum in Gran Tarajal aufsuchen, wohin sich schon viele Betroffene gewandt haben. Eine amtliche Verhaltensempfehlung für diese Mückenart liegt nach den bisherigen Angaben nicht vor.

Die Tipps der kanarischen Gesundheitsbehörde gegen stehendes Wasser gelten der Tigermücke. Die Marschmücke entwickelt sich laut Bürgermeister David Herrera in Meerwasser, das sich im dichten Schilf gesammelt hat.

Die Gesundheitsbehörde nimmt Fotos starker Stichreaktionen unter vectores.scs@gobiernodecanarias.org entgegen, mit genauem Ort und Telefonnummer. Die Adresse stammt aus einer Mitteilung von 2025, ein Aufruf zur aktuellen Plage ist nicht bekannt.

Wer bekämpft die Plage in Tuineje?

Laut Sanidad liegt die Kontrolle wie bei anderen Schädlingsplagen bei der Gemeinde Tuineje. Diese hat im Marschgebiet von Gran Tarajal und an der Küste von Tarajalejo mehrfach Insektenbekämpfungsmittel versprüht, bisher ohne den gewünschten Erfolg.

Im dichten Schilf sammelte sich Meerwasser, das den Larven ideale Bedingungen bietet. Die Gemeinde hat nach Worten von Bürgermeister David Herrera auf Aufforderung der Firma, die sie mit der Bekämpfung beauftragt hat, mit der Reinigung der Barranco-Mündung begonnen.

Esther Hernández fordert wirksame Massnahmen ohne Verzug. Komme Tuineje allein nicht weiter, müsse die Gemeinde beim Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung) oder bei den Gesundheitsbehörden Hilfe holen.

Was ist noch offen?

Schon am 28. Juli 2026 aktivierten Sanidad und die Gemeinde ein Protokoll wegen der Mückenplage in Tarajalejo. Tomás Pérez, Gesundheitsdirektor für Fuerteventura, bestätigte den Einsatz eines Biologenteams, das Proben nahm und Fallen aufstellte.

Die Artbestimmung sollte laut Bürgermeister ungefähr einen Monat dauern. Ein veröffentlichtes Laborergebnis war nicht auffindbar, die Angabe zur Art stützt sich auf die Auskunft der Gesundheitsbehörden.

Der Tigermückenfall von 2025 ist ein anderer Fall. Am 1. Oktober 2025 fanden Techniker in Las Casitas (Tuineje) mehrere erwachsene Aedes albopictus.

Die Gesundheitsbehörde nannte die Einschleppung «zufällig und isoliert». Die Überwachung läuft 18 Monate.

Einen Termin für das nächste Sprühen oder für die Reinigung des Barrancos hat niemand genannt. Auch eine Prognose, wann die Plage unter Kontrolle ist, fehlt, ebenso eine Stellungnahme des Cabildo.