Wie wirkt sich der Zuwachs auf Mieter aus?
Der Zuwachs von 2444 Wohnungen markiert eine Trendwende, reicht aber nicht für sinkende Mieten. Das schreibt La Provincia unter Berufung auf das Barómetro del Observatorio del Alquiler.
Der Immobilienmakler Pablo Picasarri bestätigt die Entwicklung: «Hay hasta un 50% más de oferta en, por ejemplo, Las Palmas de Gran Canaria», sagt er. Die Preise seien jedoch gleich geblieben.
Jede angebotene Wohnung auf den Kanaren versammelt laut dem Barometer im Schnitt 110 potenzielle Mieter in nur zehn Tagen. Dieser Andrang erklärt, warum mehr Angebot noch nicht zu günstigeren Mieten führt.
Wer eine Wohnung sucht, findet also mehr Auswahl, aber weiterhin starke Konkurrenz. Einen konkreten Mietpreisrückgang oder ein vereinfachtes Bewerbungsverfahren nennen die Quellen nicht.
Wie entwickelt sich das Angebot an Ferienwohnungen?
Das Angebot an Ferienwohnungen schrumpft deutlich. Nach Daten des Instituto Canario de Estadística (ISTAC) waren im August 2026 noch 40.837 Ferienwohnungen verfügbar.
Das Angebot an Ferienwohnungen auf den Kanaren sank laut ISTAC innerhalb eines Jahres um 14 Prozent.
Die Einnahmen aus Ferienvermietung sanken laut La Provincia von 116,6 Millionen Euro auf 107,1 Millionen Euro. Die Zahlen erlauben jedoch nicht, den gesamten Rückgang der stärkeren Regulierung zuzuschreiben.
Das offizielle kanarische Datenportal führt für Ferienwohnungen monatliche Daten seit 2019, aufgeschlüsselt nach Inseln und Gemeinden. Besucher finden damit ein kleineres Angebot als im Vorjahr vor.
Welche Regeln gelten für Ferienwohnungen?
Die Entwicklung fällt zeitlich mit der neuen kanarischen Regelung für Ferienwohnungen zusammen. Die Ley 6/2025, de Ordenación Sostenible del Uso Turístico de Viviendas ist seit dem 13. Dezember 2025 in Kraft.
Das Gesetz ersetzt das frühere Decreto 113/2015. Es soll den Wohnungsmarkt wieder ins Gleichgewicht bringen.
Wer bestimmte Ferienwohnungen bis zu 20 Jahre weiter betreiben will, muss dafür möglicherweise vergleichbare Wohnungen im Dauermietmarkt anbieten. Liegt die Ersatzwohnung ausserhalb des Ortskerns, aber in derselben Gemeinde, können zwei Wohnungen pro Ferienwohnung verlangt werden.
Die Ayuntamientos (Gemeindeverwaltungen) legen fest, wo Ferienvermietung zulässig ist. Die Cabildos (Inselregierungen) bearbeiten die Anmeldungen und tragen die Aktivität ins Registro General Turístico ein.
Wechseln Ferienwohnungen direkt in den Mietmarkt?
Nicht jede Ferienwohnung, die verschwindet, wird automatisch zur Dauermietwohnung. Makler Pablo Picasarri erklärt, ein Teil der Abgänge gehe auf Schwierigkeiten mit den neuen Verwaltungsanforderungen zurück.
Er nennt «desconocimiento, problemas de gestión o incumplimiento de plazos» als Gründe. Andere Eigentümer vergleichen die Einnahmen beider Modelle oder verkaufen lieber.
Die Quellen nennen keine Zahl, wie viele der verschwundenen Ferienwohnungen tatsächlich in den Langzeitmarkt gewechselt sind. Auch die Aufteilung der 2444 zusätzlichen Mietwohnungen nach Inseln und Gemeinden ist nicht veröffentlicht.
La Provincia berichtet zudem von Unsicherheit wegen der sogenannten «decretos Maricarmen». Manche Eigentümer warteten ab oder verkauften ihre Immobilie, statt neu zu vermieten.
Welche Pflichten haben Eigentümer von Ferienwohnungen?
Eigentümer von Ferienwohnungen stehen vor neuen Anforderungen. Die Ley 6/2025 verlangt für verlängerte touristische Nutzung unter Umständen eine Kompensation durch Wohnraum für Dauermieter.
Die Ersatzwohnung muss Qualität, Fläche, Lage und technische Anforderungen erfüllen. Eine allgemeine staatliche Subvention für Eigentümer sieht das Gesetz nicht vor.
Picasarri beobachtet, dass manche Eigentümer auf die Einnahmen aus Ferienvermietung angewiesen sind. Andere zögern wegen der politischen Lage und der bevorstehenden Wahlen.
Er berichtet von einem Paar, das nach dem Ende eines Mietvertrags die Wohnung verkaufte statt neu zu vermieten. Die beiden hätten Sorgen wegen des neuen politischen Szenarios geäussert.
Wie geht es auf dem kanarischen Wohnungsmarkt weiter?
Die Daten des Barometers stammen aus September und erfassen die jüngsten Ankündigungen noch nicht. Das gilt laut La Provincia auch für die Pläne der spanischen Regierung zu den «decretos Maricarmen».
Das kanarische Datenportal stellt die ISTAC-Daten weiterhin monatlich und nach Inseln sowie Gemeinden bereit. Einen konkreten Folgetermin für neue Massnahmen nennen die Quellen nicht.
Für Mieter bleibt die Lage angespannt: mehr Angebot, aber weiterhin 110 Interessenten pro Wohnung in zehn Tagen. Ob die Mieten sinken, ist in den verfügbaren Angaben nicht zugesagt.
Die Trendwende ist da, die Entspannung noch nicht. Das ist die Kernaussage der vorliegenden Zahlen.