Wie stark ist das Angebot wirklich gesunken?
Die offizielle Zahl für September 2026 lautet 46.711 verfügbare Ferienwohnungen, wie das Instituto Canario de Estadística (ISTAC, kanarisches Statistikamt) am Freitag mitteilte. Das ist ein Prozent weniger als im September 2025.
Die Nachfrage blieb trotzdem hoch, 41.833 Wohnungen erhielten mindestens eine Buchung.
Der Rückgang zeigt sich auch in anderen Monaten. Im August 2026 waren laut ISTAC 40.837 Ferienwohnungen verfügbar, 14 Prozent weniger als im August 2025.
Für April 2026 meldete ISTAC 42.367 angebotene Wohnungen, gegenüber 43.381 im März. Das war ein Monatsminus von 1.014 Wohnungen, wie Canarias Ahora berichtete.
Wo verschwinden die meisten Ferienwohnungen?
Die Verteilung bleibt ungleich, wie die ISTAC-Daten zeigen. Teneriffa stellt 41 Prozent des gesamten kanarischen Bestands, Gran Canaria kommt auf 21 Prozent.
Lanzarote hält 17 Prozent der verfügbaren Wohnungen, Fuerteventura 14 Prozent. Zusammen decken diese vier Inseln 93 Prozent des Angebots ab.
Für Urlauber im Süden von Gran Canaria oder Teneriffa heisst das: Die Auswahl auf den Plattformen kann spürbar kleiner werden. Eine belastbare Aussage über künftige Buchungspreise lässt sich aus den ISTAC-Zahlen allein nicht ableiten.
Warum sinkt das Angebot?
Zu den Beschränkungen gehört, 90 Prozent der Wohnungen für die Wohnnutzung zu reservieren. Neue Wohnungen dürfen in den ersten zehn Jahren nicht touristisch vermietet werden.
Wer bereits legal vermietet, kann sich unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Übergangsregelung berufen. Für bestimmte Fälle läuft die Frist zur Vorlage der Kommunikation bis zum 31. Juli 2027.
Welche Folgen hat das kleinere Angebot für Residenten auf Wohnungssuche?
Ein Rückgang der Plattformangebote bedeutet nicht automatisch, dass dieselben Wohnungen in den langfristigen Mietmarkt wechseln.
Ebenso ist nicht belegt, dass die Angebotsverknappung bereits zu niedrigeren Wohnmieten geführt hat. El Día berichtete am 22. Oktober 2026 über die Entwicklung des Wohnungsmarkts, ohne einen solchen Effekt zu bestätigen.
Für Residenten bleibt die Lage damit unklar. Wer auf eine schnelle Entspannung bei Mieten hofft, findet in den ISTAC-Daten bislang keine belastbare Grundlage.
Wie sollten Urlauber bei der Buchung vorgehen?
Wer für die kommenden Monate eine Ferienwohnung buchen will, sollte früher suchen als bisher. Die Belegung bleibt hoch: 95,63 Prozent der angebotenen Wohnungen erhielten im September mindestens eine Buchung.
Das bedeutet praktisch eine Vollauslastung des legal angebotenen Bestands. Besonders in den stark nachgefragten Zonen im Süden von Teneriffa und Gran Canaria kann die Auswahl knapp werden.
Eine Garantie für steigende Preise gibt es aus den Zahlen nicht. Aber wer flexible Daten oder eine bestimmte Lage wünscht, hat bei kleinerem Angebot weniger Spielraum.
Welche Fragen bleiben offen?
Offen bleibt, warum die veröffentlichten Septemberangaben voneinander abweichen. Die Meldung von Libertad Digital nennt 46.711 Wohnungen, andere Monatswerte des ISTAC liegen teils deutlich darunter.
Unklar ist auch, wie viele ehemalige Ferienwohnungen tatsächlich in den langfristigen Mietmarkt gelangt sind. Dazu haben weder ISTAC noch die Regionalregierung bis Freitag eine Zahl veröffentlicht.
Für Vermieter bleiben die konkreten Zulassungs-, Registrierungs- und Übergangsfristen im jeweils geltenden Gesetz und den staatlichen Plattformregeln zu prüfen.