Was ändert sich für Urlauber, wo und wann?

Für La Palma, El Hierro und La Gomera hält die Kanarenregierung die Warnstufe Alerta wegen Regen aufrecht. Auf Teneriffa und Gran Canaria bleibt es bei der Vorstufe Prealerta, wie die Dirección General de Emergencias (Notfallbehörde der Kanaren) laut Diario de Avisos mitteilte.

Auch bei Gewittern gilt Prealerta, und zwar auf den westlichen Inseln und auf Gran Canaria. Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes AEMET flammt die Instabilität am Abend des 2. November und in der Nacht auf Dienstag, 3. November, erneut auf.

Örtlich drohen sehr starke Schauer, Gewitter, Hagel und kräftige Windböen, vor allem im Westen. Wie viele Liter pro Quadratmeter fallen oder wie schnell der Wind weht, nennt die Meldung nicht.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Osthang von La Palma, wo erneut heftiger Regen fallen kann. Auf Teneriffa rechnet die Behörde in der Nacht ebenfalls mit punktuell sehr starken Schauern, die aber örtlich begrenzter ausfallen.

Auf Gran Canaria erwartet die Behörde weniger intensive Niederschläge. Welche Ferienorte im Süden betroffen sind, steht nicht in der Meldung, die bei ganzen Inseln und Inselteilen bleibt.

Was raten die Behörden Urlaubern und Anwohnern?

Die Kanarenregierung empfiehlt, Fahrten auf der Strasse möglichst zu vermeiden. Wer fahren muss, nimmt laut Meldung die Hauptstrassen, fährt langsamer und hält mehr Abstand.

Autofahrer sollen besonders auf Wasser auf der Fahrbahn und auf den Zustand der Bremsen achten. Barrancos (Schluchten), tiefe Lagen und überflutbare Stellen eignen sich weder zum Queren noch zum Parken.

Die Warnung gilt ausdrücklich auch für Barrancos, die sonst trocken liegen. Dort drohen laut Regierung plötzliche Überschwemmungen und schnell steigendes Wasser.

Bei Gewitter meiden Sie offenes Gelände, erhöhte Lagen und einzeln stehende Bäume. Halten Sie ausserdem Abstand von Metallkonstruktionen und Gegenständen, die Strom leiten können.

Sichern Sie Türen, Fenster und alles, was der Wind verschieben kann. Aktivitäten im Meer und an ungeschützten Küsten rät die Regierung ab, solange die Lage anhält, und im Notfall gilt die Nummer 112.

Was ist bisher passiert?

Rund hundert Einsätze verzeichnete die Leitstelle CECOES 112 seit Beginn des Unwetters auf Teneriffa, La Palma, El Hierro und La Gomera. Meist ging es um Stromausfälle, Wasser in Wohnungen und Geschäften, überlaufende Kanäle und Gesteinsbrocken auf Strassen.

Auf La Palma fiel am Montagmorgen, 2. November, der gesamte Strom aus. Um 10.30 Uhr war die Versorgung wieder hergestellt.

Wegen des Stromausfalls aktivierte die Regierung den Plan PLATECA, wegen des Regens den Plan PEFMA. Die Einsatzzentralen bekamen Verstärkung, damit sie mehr als die üblichen Vorfälle bewältigen können.

Verletzte oder eine Schadensbilanz nennt die Meldung nicht. Auch zu Schulen, Strassensperrungen, Fähren oder Flügen liegen der Recherche keine Angaben vor.

Was bedeuten Prealerta und Alerta?

Prealerta und Alerta sind Stufen aus dem Plan PEFMA, dem Zivilschutzplan der Kanaren für widrige Wetterereignisse aus dem Jahr 2014. Medien nennen als Stufen Prealerta, Alerta, Alerta máxima und Emergencia, wobei Alerta die zweite Stufe ist.

Eine Prealerta löst laut PEFMA keine Warnung an die Bevölkerung aus. Die Regierung veröffentlicht sie laut elDiario.es trotzdem früh, damit sich die Verwaltungen vorbereiten.

Solche Meldungen häufen sich: 2024 zählte die regionale Statistik 22 Alerts und Prealertas, davon 18 Prealertas, berichtet elDiario.es. Das ist der höchste Wert in dieser Statistik.

Als Gründe nennt die Zeitung die Klimaerwärmung, eine frühere Bewertung und gefährliche Vorfälle an der Küste mit drei Ertrunkenen. Das Wetter allein erklärt die Zunahme also nicht vollständig.

Ähnliche Meldungen gab es schon im Herbst, etwa am 9. Oktober mit Prealerta auf fünf Inseln, wie RTVC berichtete. Zwischen dem 20. und 22. Oktober meldeten RTVC und Diario de Avisos Alertas für La Palma und El Hierro.

Wer zahlt bei Unwetterschäden?

Das Consorcio de Compensación de Seguros (CCS) entschädigt ausserordentliche Risiken, darunter ausserordentliche Überschwemmungen. Voraussetzung ist laut der Seite dsca.gob.es normalerweise eine gültige Police und der gezahlte Zuschlag.

Gewöhnliche Wetterschäden deckt das CCS nicht ab. Ob Hagelschäden an Auto oder Wohnung unter eine normale Police fallen, ist nicht belegt, deshalb fragen Sie am besten Ihre Versicherung.

Zuschüsse der Regierung oder der Cabildos (Inselregierungen) für Schäden dieser Unwetterwelle sind nicht bekannt. Die Recherche fand dazu nichts.

Wie geht es weiter?

Die stärkste Phase soll laut Prognose ab 06.00 Uhr am Dienstag, 3. November, abklingen. Die Angaben stammen vom Abend des 2. November, und spätere Änderungen der Warnstufen sind nicht bestätigt.

Am Mittwoch, 4. November, folgt zwischen Mittag und 19.00 Uhr eine neue Phase der Instabilität. Sie trifft vor allem das Inland der Berginseln, wo Schauer und Gewitter später Richtung Küste ziehen können.

Die Behörde erwartet diese Phase schwächer als die Ereignisse der vergangenen Tage. Wer im Inland unterwegs ist, plant diese Stunden dennoch besser flexibel.

Die AEMET-Farbwarnungen (gelb, orange, rot) sind eine eigene Ebene neben den Stufen der Kanarenregierung. Aktuelles steht auf aemet.es und auf den Alertas-Seiten des Gobierno de Canarias.