Was ändert sich für Urlauber auf den Kanaren?
Auf Gran Canaria fällt ab Sonntag, 8. November, 12.00 Uhr, alles aus, was Menschen zusammenbringt. Der Cabildo de Gran Canaria (Inselregierung) unter Präsident Antonio Morales setzt alle öffentlichen und privaten Zusammenkünfte auf der ganzen Insel aus und nannte kein Enddatum.
Die Sperre trifft Kultur, Sport, Freizeit und Feste, drinnen wie draussen und ohne Mindestgrösse. Wer Tickets für eine Veranstaltung hat, fragt am besten direkt beim Veranstalter oder im Veranstaltungsort nach.
Der Cabildo bittet die Bewohner, unnötige Fahrten zu meiden, vor allem in den Spitzenstunden des Sturms. Notdienste und Einsätze der Rettungskräfte sind von der Aussetzung ausgenommen.
Ob Flüge und Fähren ausfallen, sagte bis Sonntag weder die Flughafenbetreiberin AENA noch eine Fluggesellschaft. Wer in den nächsten Tagen reist, prüft den Status deshalb direkt bei Airline oder Reederei.
Wann regnet es wo am stärksten?
Der Regen kam am Samstag, 7. November, gegen Abend zuerst im Westen des Archipels an. Am Sonntag erreicht er laut AEMET alle Inseln, mit rund 120 Litern pro Quadratmeter (l/m²) auf Teneriffa und 150 bis 180 Litern auf La Palma.
Am Montag, 9. November, und in der ersten Hälfte des Dienstags, 10. November, kehrt eine Pause bei Regen und Wind ein. Ab Dienstagnachmittag legen beide wieder zu.
Am Mittwoch, 11. November, erwartet AEMET den Höhepunkt: 80 bis 120 l/m² auf La Palma und Teneriffa, örtlich über 150. Auf La Gomera und Gran Canaria sind es 40 bis 80 l/m².
Der Wind weht aus West und Südwest, mit Böen von 70 bis 90 km/h. An hohen und exponierten Stellen sind punktuell 100 bis 120 km/h möglich.
Ab Donnerstag, 12. November, soll der Regen schrittweise nachlassen. AEMET nennt die Prognose selbst unsicher, die Angaben können sich also noch verschieben.
Welche Warnungen gelten auf den Inseln?
Fünf Inseln stehen auf Orange (erhebliches Risiko): La Palma, El Hierro, La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria. AEMET erwartet binnen 12 Stunden mehr als 100 l/m² in der Provinz Santa Cruz de Tenerife und mehr als 80 l/m² auf Gran Canaria.
Die Dirección General de Emergencias der Kanarenregierung gab Regen- und Windwarnungen für dieselben fünf Inseln aus. Ein Voralarm für Überschwemmungen ab Samstagnacht ist nur in einer Überschrift belegt, einen Originaltext dazu gab es nicht.
Die AEMET vergibt die Wetterwarnungen Gelb, Orange und Rot. Die Kanarenregierung leitet daraus ihre Alarmstufen Voralarm, Alarm und Notfall ab.
Die Cabildos koordinieren vor Ort, auf Teneriffa über die Inselleitstelle Cecopin. Berichten zufolge sind an Nord- und Westküsten Wellen bis zu 4 Metern möglich.
Bei früheren Stürmen riet die Regierung, Küstenbereiche, Naturpools und Felszonen zu meiden. Eine Liste mit Hinweisen speziell für Bruna lag nicht vor.
Was ist abgesagt oder verschoben?
Das Fussballspiel UD Las Palmas gegen CD Eldense (LaLiga Hypermotion, 13. Spieltag) am Sonntag um 17.30 Uhr ist verschoben. Einen neuen Termin gibt es noch nicht.
Auch das Volleyball-Derby der Liga Iberdrola zwischen Heidelberg Volkswagen und Emalsa Gran Canaria wurde verschoben. Das Auditorio Alfredo Kraus sagte das Konzert von Víctor Manuel ab.
Das Basketballspiel der Liga Endesa zwischen La Laguna und Joventut auf Teneriffa findet ohne Zuschauer statt. Gran Canaria ist bisher die einzige Insel, deren Cabildo alle Veranstaltungen pauschal aussetzt.
Von Schulschliessungen für Bruna ist nichts bekannt, beim Sturm Therese im März blieben Schulen teilweise zu. Bestätigte Stromausfälle, Strassensperrungen oder Schadensmeldungen lagen am Sonntag nicht vor, der Hauptregen stand noch aus.
Wie liefen frühere Stürme auf den Kanaren ab?
Beim Sturm Therese fielen am 24. März auf Gran Canaria an mehreren Stellen mehr als 150 l/m² in wenigen Stunden. In Tacoronte auf Teneriffa waren es 60 Millimeter in einer Stunde.
Auf Teneriffa rief die Leitstelle Cecopin Notfallstufe 2 aus und forderte die Militärische Nothilfeeinheit UME an. Drei Gebäude in El Pris (Tacoronte) wurden evakuiert, Schulen teils geschlossen und Homeoffice empfohlen.
Bruna steht an zweiter Stelle der Namensliste 2026/27, nach dem Höhentief Adam. Der portugiesische Wetterdienst IPMA benannte den Sturm laut AEMET-Tabelle am 5. November 2026.
In der Saison 2025/26 gab es laut AEMET-Liste 19 benannte Systeme, von Alice bis Therese. Das war nach Angaben der Liste ein Rekord.
Wie geht es bis Donnerstag weiter?
Die Pause am Montag und am Dienstagvormittag ist nur eine Atempause. Ab Dienstagnachmittag beginnt die zweite Phase, die am Mittwoch ihren Höhepunkt erreicht.
Der Cabildo de Gran Canaria schliesst weitere Vorsichtsmassnahmen nicht aus. Wann die Aussetzung der Veranstaltungen endet, hat er nicht mitgeteilt.
Auf der Halbinsel bringt der Montag nach AEMET-Angaben 120 bis 150 l/m² im westlichen Sistema Central und im Norden Extremaduras. Im Norden sind Böen von 100 bis 120 km/h möglich, was Anschlussreisen betreffen kann.
AEMET erwartet ab Donnerstag, 12. November, weniger Niederschlag, vereinzelt noch kräftige Schauer auf der Halbinsel. Aktuelle Warnungen veröffentlicht AEMET auf ihrer Webseite, Hinweise der Behörden folgen über die offiziellen Kanäle.