Was regelt das neue Gesetz Ley 6/2025?
Das kanarische Parlament verabschiedete 2025 ein Gesetz zur nachhaltigen touristischen Nutzung von Wohnungen, das die frühere Regelung aus dem Jahr 2015 ersetzen soll. Es gilt seit dem 13. Dezember 2025 als Ley 6/2025. Die zentrale Änderung: Gemeinden sollen festlegen können, ob, wo und in welchem Umfang neue Ferienwohnungen zugelassen werden.
Für neue Ferienwohnungen ist eine kommunale städtebauliche Grundlage erforderlich. Laut Regierungsangaben sollen neue Angebote zunächst nicht ohne entsprechende kommunale Planung entstehen. Öffentlich geförderte Wohnungen, abgekürzt VPO, dürfen nicht touristisch genutzt werden.
Neu errichtete Wohnungen sollen grundsätzlich mindestens zehn Jahre zu Wohnzwecken genutzt werden, bevor eine touristische Vermietung beantragt werden kann. Diese drei Inseln behandelt das Gesetz als «grüne Inseln» mit teilweise grosszügigeren Übergangsregeln.
Die Regierung nennt als politisches Ziel, dass 90 Prozent der Wohnungen Wohnzwecken und höchstens 10 Prozent touristischer Nutzung dienen sollen. Auf den drei grünen Inseln gilt eine Quote von 80 Prozent für dauerhafte Wohnnutzung.
Welche Fristen gelten für bestehende Ferienwohnungen?
Bereits bestehende Ferienwohnungen in den gesetzlich erfassten Fällen haben laut Gobierno de Canarias Zeit, eine erforderliche Mitteilung über die klassifizierte Tätigkeit einzureichen. Diese Frist ist die wichtigste praktische Angabe für Eigentümer, die ihre Vermietung legal fortsetzen wollen.
Die konkreten Folgen hängen vom endgültigen Gesetzestext, seiner Veröffentlichung im Boletín Oficial de Canarias, abgekürzt BOC, sowie von den jeweiligen kommunalen Bebauungs- und Tourismusregelungen ab. Für Eigentümer und Gäste ist daher die Prüfung im kanarischen Tourismusregister und bei der zuständigen Gemeinde entscheidend.
Das Gesetz verlangt normalerweise eine verantwortliche Erklärung beim Inselrat, dem Cabildo, und die Eintragung in das Tourismusregister. Bestehende Genehmigungen werden grundsätzlich zeitlich begrenzt. Verstösse können mit hohen Geldbussen geahndet werden, wie die Zusammenfassungen zu Ley 6/2025 zeigen.
Wie hoch sind die Mieten auf den Kanaren 2026?
Eine belastbare, amtlich einheitliche Mietpreisreihe für 2026 nach Insel, Gemeinde, Wohnungsgrösse und Vertragsart liegt aus den verfügbaren Quellen nicht vor. Deshalb lassen sich keine pauschalen Zahlen wie «durchschnittlich X Euro pro Quadratmeter auf den Kanaren» ohne konkrete ISTAC-, INE- oder kommunale Quelle seriös nennen.
Diese Werte sind Beispiele, kein kanarenweiter Durchschnitt. Für eine belastbare Mietanalyse müssen langfristige Wohnraummiete und saisonale Vermietung, Angebotsmiete und tatsächlich abgeschlossener Mietvertrag, Insel und Gemeinde, Wohnungsgrösse und Ausstattung sowie Hauptwohnsitz, Zweitwohnung oder Ferienwohnung getrennt werden.
Die Belastung ist regional unterschiedlich. Teneriffa und Gran Canaria verzeichnen den stärksten Druck in Santa Cruz, Las Palmas, den touristischen Südgebieten sowie in Orten mit hoher Beschäftigung. Lanzarote und Fuerteventura haben hohen touristischen und saisonalen Druck. La Palma, La Gomera und El Hierro haben kleinere Märkte und weniger Mietangebote.
Warum protestieren Menschen auf den Kanaren?
Gefordert wurden unter anderem bezahlbare Mieten, Massnahmen gegen Spekulation und eine stärkere Regulierung touristischer Vermietung, wie Medienberichte zeigen.
Zu den von den Organisatoren genannten Problemen zählen Ferienwohnungen, kurzfristige Vermietungen, ausländische Investitionen und ein aus ihrer Sicht unzureichendes Angebot an dauerhaftem Wohnraum. Diese Punkte sind als Positionen der Protestgruppen einzuordnen, nicht als vollständig amtlich bestätigte Kausalitätsanalyse.
Die Proteste richten sich nicht ausschliesslich gegen Ferienwohnungen. Die Organisatoren verbinden die Wohnungsfrage auch mit Mieten, Spekulation, fehlendem Neubau und politischen Entscheidungen. Medienberichte nennen Demonstrationen in den beiden Provinzhauptstädten sowie weitere Aktionen, unter anderem auf Teneriffa.
Für eine sachliche Einordnung sollten drei Ebenen unterschieden werden: amtliche Fakten wie Gesetze und Register, messbare Indikatoren wie Mietangebote und Wohnungsbestand sowie politische Bewertungen von Mietervereinen, Bürgerinitiativen oder Parteien.
Was bedeutet das Gesetz für Reisende und Mieter?
Eine Unterkunft sollte eine gültige touristische Registrierung beziehungsweise die erforderliche rechtliche Grundlage nachweisen können. Die offizielle kanarische Tourismusbehörde stellt Verfahren für die Anmeldung, Änderung und Beendigung einer Ferienwohnung bereit. Aussagen von Vermietern oder Plattformen ersetzen keine Prüfung der behördlichen Zulässigkeit.
Bei bereits gebuchten Unterkünften sollten Reisende den Namen des Betreibers, die Registrierungsdaten und die genaue Adresse dokumentieren. Bei Problemen sind zunächst der Betreiber, die Buchungsplattform und anschliessend die zuständigen Verbraucherschutz- oder Tourismusstellen einzuschalten.
Für Mieter gelten zusätzlich die spanischen Regeln des Mietrechts, einschliesslich schriftlichem Vertrag, Kaution und Schutz vor missbräuchlichen Vertragsbedingungen. Die praktische Durchsetzung hängt jedoch von Gemeinde, Vertragstyp und tatsächlicher Nutzung ab.
Wer mehrere Wochen oder Monate bleibt, sollte nach «alquiler de temporada», Studenten- oder Arbeitnehmerwohnungen suchen. Zimmer oder Wohngemeinschaften sind häufig günstiger als eine komplette Wohnung. Vor der Wintersaison, bei Saisonarbeitsplätzen und zu Universitätsbeginn ist frühes Buchen ratsam.
Wie unterscheiden sich die sieben Inseln?
Teneriffa und Gran Canaria verzeichnen den stärksten Druck in den Hauptstädten Santa Cruz und Las Palmas sowie in den touristischen Südgebieten. Santa Cruz verzeichnete bereits bis 2020 einen besonders starken Mietanstieg und Wohnungsmangel, wie die Forschung der Universität La Laguna zeigt.
Lanzarote und Fuerteventura haben hohen touristischen und saisonalen Druck. Für Beschäftigte im Hotelgewerbe und im Dienstleistungssektor konkurrieren Dauer- und Ferienvermietungen um denselben Bestand. Die Nachfrage ist in den Touristenzentren besonders hoch.
La Palma, La Gomera und El Hierro haben geringeren touristischen Druck, aber kleinere Märkte, weniger Mietangebote und teils höhere Suchkosten. Das neue Recht behandelt diese Inseln als «grüne Inseln» mit teilweise grosszügigeren Übergangsregeln und einer Quote von 80 Prozent für dauerhafte Wohnnutzung.
Die Insel mit dem Ort gleichzusetzen, ist ein häufiger Fehler. Mietdruck, öffentlicher Verkehr und Preise unterscheiden sich stark zwischen touristischen Zentren, Städten und ländlichen Gemeinden. Weniger touristische Orte im Inselinneren oder ausserhalb der Süd- und Stadtzentren sind oft günstiger.