Die Zerstörung: 1.676 Gebäude, davon rund 1.345 Wohnungen; über 200 Millionen Kubikmeter Lava; rund 7.000 Menschen evakuiert
Fertige öffentliche Neubauten: bislang sehr wenige — die einzigen früh übergebenen waren 46 Wohnungen in Tazacorte, noch während der Ausbruch andauerte
Im Bau/Erwerb: rund 399 Immobilien, dazu 42 sanierte; über 160 Sozialwohnungen über das ICAVI in mehreren Gemeinden
Noch provisorisch: dutzende Familien leben weiter in Containern und Holzmodulen
Hilfsgelder: rund 340 Millionen Euro mobilisiert, über 250 Millionen noch nicht verteilt
Quellen: eldiario.es/Canarias Ahora (EFE), El Apurón, IGN/INVOLCAN, Plataforma de Afectados
Zur Einordnung der Dimension: Der Tajogaite war kein gewöhnliches Naturereignis. 85 Tage lang, vom 19. September bis zum 13. Dezember 2021, förderte der Vulkan an der Cumbre Vieja über 200 Millionen Kubikmeter Lava. Es war die längste registrierte Eruption in der Geschichte der Insel. Am Ende waren 1.676 Gebäude zerstört, davon rund 1.345 Wohnungen, ganze Ortsteile wie Todoque verschwanden unter der Lava, und etwa 7.000 Menschen mussten ihr Zuhause verlassen. Der materielle Schaden ging in die Hunderte Millionen.
Wo der Wiederaufbau heute steht
Fünf Jahre später fällt die Bilanz zwiespältig aus. Auf der einen Seite ist Bewegung erkennbar: Nach offiziellen Angaben befinden sich rund 399 Immobilien in unterschiedlichen Phasen von Bau oder Erwerb, 42 Wohnungen wurden saniert, und das kanarische Wohnungsinstitut ICAVI treibt über 160 Sozialwohnungen in Gemeinden wie Puntallana, Tazacorte, Tijarafe und Breña Baja voran. Erste der ursprünglich als Notlösung aufgestellten Wohnmodule wurden abgebaut, weil ihre Bewohner stabilere Unterkünfte gefunden haben.
Auf der anderen Seite steht die ernüchternde Lage vieler Betroffener. Der Sonderbeauftragte für den Wiederaufbau hat eingeräumt, dass die einzigen in den ersten Jahren übergebenen öffentlichen Wohnungen 46 Einheiten in Tazacorte waren — übergeben, als der Vulkan noch aktiv war. Mehrere Bestandsaufnahmen kommen zu dem Schluss, dass von den gross angekündigten neuen Wohnungsbauprojekten bis 2026 kaum etwas fertiggestellt wurde. Dutzende Familien leben weiterhin in Containersiedlungen und Holzmodulen, die als Übergangslösung gedacht waren und sich für viele zu einer dauerhaften Wohnform entwickelt haben.
Das Streitthema: die nicht verteilten Hilfen
Der grösste Konfliktpunkt sind die Hilfsgelder. Nach offiziellen Angaben haben Zentralregierung und kanarische Regierung zusammen rund 340 Millionen Euro mobilisiert. Doch über 250 Millionen davon sind nach Darstellung mehrerer Quellen noch nicht bei den Betroffenen angekommen. Die Plataforma de Afectados und die Plattform Tierra Bonita kritisieren den Wiederaufbau als zu langsam; ihr Vorwurf: Ein grosser Teil der bislang entstandenen Häuser sei auf Eigeninitiative der Geschädigten gebaut worden, nicht durch öffentliche Programme. Cita.news gibt diese Kritik wieder, ohne sie zu bewerten — die offiziellen Stellen verweisen ihrerseits auf laufende Bauprojekte und einen Plan für rund 700 Wohnungen.
Häufige Fragen
- Wann war der Ausbruch?
- Vom 19. September bis 13. Dezember 2021, insgesamt 85 Tage. Es war die längste registrierte Eruption auf La Palma.
- Wie viele Wohnungen wurden zerstört?
- Rund 1.345 Wohnungen von insgesamt 1.676 zerstörten Gebäuden. Etwa 7.000 Menschen wurden evakuiert.
- Sind die Menschen wieder in ihren Häusern?
- Viele ja, aber längst nicht alle. Dutzende Familien leben fünf Jahre danach weiter in provisorischen Containern und Holzmodulen. Fertige öffentliche Neubauten gibt es bislang nur sehr wenige.
- Warum kann man nach Puerto Naos teils nicht zurück?
- Dort tritt weiterhin Kohlendioxid aus dem Boden aus, teils in gefährlicher Konzentration. Die Werte werden laufend überwacht.
- Kann man La Palma besuchen?
- Ja. Die Insel ist sicher, der Tourismus hat sich erholt, und ein Besuch unterstützt die wirtschaftliche Erholung direkt.
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Stand 24.06.2026. Quellen u. a. eldiario.es/Canarias Ahora (EFE), El Apurón, IGN, INVOLCAN sowie Angaben von Betroffenenverbänden (Plataforma de Afectados, Tierra Bonita). Zahlen zum Wiederaufbau geben den Stand der zitierten Veröffentlichungen wieder und können sich ändern; massgeblich sind die jeweils aktuellen offiziellen Angaben. Karte: Symbolbild.