Eine Insel ist auch beim Strom eine Insel: Es gibt kein dickes Kabel zum Festland, das im Notfall aushilft. Fällt das eigene Kraftwerk aus, wird es schnell dunkel — und genau das erlebte La Palma im Jahr 2025 gleich mehrfach.
Das ist mehr als eine technische Fußnote. Verlässlicher Strom ist die Grundlage für Kühlschränke, Ampeln, Internet und Tourismus. Deshalb ist die Energiewende auf den kleinen Kanareninseln kein fernes Klimathema, sondern handfester Alltag.
Was 2025 passierte
Im Juni 2025 legte ein inselweiter Blackout ganz La Palma lahm, nachdem im Kraftwerk Los Guinchos der Hauptgenerator ausfiel und die Reserve nachzog. Schon im Mai hatte es dreimal Ausfälle gegeben, bei einem waren rund 19.000 Anschlüsse ohne Strom. Das Kraftwerk ist über 50 Jahre alt; die Inselführung nannte die Anlage schlicht veraltet.
Warum kleine Inseln verletzlich sind
Ein kleines, isoliertes Netz hat keinen großen Nachbarn, von dem es im Ernstfall Strom borgen könnte. Hängt fast alles an einer einzigen Anlage, reicht ein Defekt für ein Problem auf der ganzen Insel. Erschwerend kommt hinzu, dass erneuerbare Quellen auf La Palma bislang nur rund 10 % ausmachen — der Rest kommt aus dem alten Diesel-Kraftwerk.
Der Weg zu 100 % Ökostrom
Es gibt einen Plan. 2023 wählte die EU La Palma als eine von 30 Inselregionen aus, die bis 2030 zu 100 % erneuerbar werden sollen — mit fachlicher und politischer Unterstützung. Ideen wie das „Manifiesto del Electrón" setzen auf die Reaktivierung des historischen Wasserkraftwerks Mulato, mehr Sonne und Wind sowie Sparsamkeit.
Zwischen Ehrgeiz und Alltag
Der Weg ist nicht einfach. Speicher und Netzmodernisierung sind teuer, und solange die Reparaturen am alten Kraftwerk als Übergangslösung gelten, bleibt das Grundproblem. Dazu ist die Verantwortung auf mehrere Parteien verteilt, und der Tourismus mahnt, dass Strom-Unsicherheit dem Ruf der Insel schadet — gerade nach dem Vulkanausbruch von 2021.
Häufige Fragen
- Warum fällt auf La Palma öfter der Strom aus?
- Weil die Insel stark von einem einzigen, alten Kraftwerk abhängt und das Netz isoliert ist. Fällt die Anlage aus, gibt es keinen großen Nachbarn zum Aushelfen.
- Wie viel Strom ist schon erneuerbar?
- Bislang nur rund 10 %. Der Großteil kommt weiter aus dem alten Diesel-Kraftwerk.
- Was ist das Ziel?
- 100 % erneuerbare Energie bis 2030, unterstützt durch ein EU-Programm für Inselregionen.
- Muss ich mir als Urlauber Sorgen machen?
- Nein. Ausfälle sind selten und meist kurz. Eine Powerbank und Taschenlampe sind trotzdem praktisch.
- Warum baut man nicht einfach mehr Solar und Wind?
- Man tut es — aber ohne Speicher und ein modernes Netz lassen sich schwankende Quellen auf einer kleinen Insel schwer steuern.
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Angaben nach Stand Juli 2026 auf Basis öffentlicher Berichte. Die konkreten Zahlen zu Ausfällen und Ausbaustand können je nach Quelle abweichen.
