Was wirft Haría dem Ironman vor?
Alfredo Villalba, Bürgermeister von Haría, sagt laut Gazette Life, die Sperren träfen Läden und Restaurants seiner Gemeinde hart. Es sei «unvernünftig», ihnen die Folgen jedes Jahr ohne Änderung der Route aufzubürden, so Villalba.
Sechs Stunden lang seien Orte im Norden isoliert, erklärt die Gemeinde. Für Anwohner bedeute das erhebliche Unannehmlichkeiten.
Haría machte dem Cabildo zwei Vorschläge. Der erste wollte die Sperrungen auf die LZ-10 von Teguise über Los Valles und Haría nach Arrieta bündeln und andere Strassen offen lassen.
Der zweite Vorschlag sah vor, Schwimmstrecke und Rennstart nach Arrieta zu verlegen. So könne der Norden stärker am Fest teilhaben, argumentiert die Gemeinde.
Der Cabildo lehnte beide Vorschläge laut Gazette Life nach einem Treffen ab. Wann das Treffen stattfand, ist nicht veröffentlicht.
Eine Stellungnahme von Cabildo oder Gemeinde als Primärquelle fand sich nicht. Auch eine Antwort des Cabildo auf Villalbas Aussagen liegt nicht vor.
Wie lange waren die Strassen 2026 wirklich gesperrt?
Die LZ-10 im Gemeindegebiet von Haría blieb beim 34. Ironman am Samstag, 23. Mai 2026, von 9.00 bis 17.30 Uhr zu. Das sind rund 8,5 Stunden und nicht sechs, wie der Cabildo am 13. Mai bekannt gab.
Die meisten anderen Einschränkungen im Norden dauerten etwa 5,5 bis 6,5 Stunden. Dazu zählen die Dorfstrassen von Haría (10.00 bis 15.30 Uhr) sowie die LZ-202 und LZ-203 (10.30 bis 16.00 Uhr).
Welche Zahl Haría meint, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Gemeinde spricht pauschal von sechs Stunden.
Die LZ-1 zwischen Arrieta und Guatiza war von 10.00 bis 17.00 Uhr zu. Die LZ-202 (Hoya de la Pila bis Mirador del Río) und die LZ-203 blieben von 10.30 bis 16.00 Uhr gesperrt.
In dieser Zeit blieb Yé abgeschnitten. Nötige Transfers übernahm laut Cabildo-Plan die Organisation.
Órzola, Punta Mujeres und Arrieta blieben über die LZ-1 ab Arrecife erreichbar. Haría selbst liess sich ab Arrieta über die Calle San Juan und die LZ-208 durch Trujillo ansteuern.
Ab Máguez wies der Plan Anwohner auf die Calle La Cruz und die Calle Romero. Guinate war von Máguez über den Camino del Cuervo erreichbar.
Was ändert sich für Urlauber?
Die Sperren beschränken sich nicht auf den Norden. Der Timanfaya-Nationalpark war 2026 von 8.00 bis 13.30 Uhr geschlossen, die LZ-30 in Teguise von 8.00 bis 18.00 Uhr.
Auch Puerto del Carmen bekam das Rennen zu spüren. Auf der Avenida Las Playas (Gemeinde Tías) galt von 11.00 bis 1.00 Uhr eine Einschränkung.
Jameos del Agua, Cueva de los Verdes und Mirador del Río waren während der Sperrzeiten schwer erreichbar. Wer diese Ziele besuchen will, plant sie am besten für einen anderen Tag.
Einen Plan für 2027 hat der Cabildo bisher nicht veröffentlicht. Die Sperrliste 2026 erschien rund zehn Tage vor dem Rennen, ein Blick auf die Meldung des Cabildo lohnt also kurz vor dem Termin.
Auch das Datum 2027 ist nicht bestätigt. Eine Terminübersicht nennt den 15. Mai 2027, Veranstalter und Cabildo haben das aber nicht bestätigt.
Wer organisiert das Rennen ab 2027?
Club La Santa in Tinajo kündigte im April 2026 an, das Rennen ab 2027 nicht mehr auszurichten. Der Club trägt die Veranstaltung seit dem ersten europäischen Ironman 1992 und gibt auch den Namen nicht mehr her.
Juan Monzón, Sportrat des Cabildo, nannte den Rückzug eine Entscheidung des Clubs selbst und verwies auf die Markenpolitik. Eine Vereinbarung zwischen Cabildo und Ironman solle «sehr bald» verkündet werden, sagte er am 15. April 2026.
Der Cabildo übernehme im kommenden Mai die Verantwortung für das Rennen, schreibt Gazette Life, ein Jahr nennt der Bericht nicht. Ironman erklärt laut Slowtwitch, die Veranstaltung gehe 2027 ohne Club La Santa weiter.
Monzón sagte 2026 dagegen, die Marke Ironman richte das Rennen aus, Gemeinden, Cabildo und Kanarenregierung wirkten mit. Eine unterschriebene Vereinbarung und die genaue Rolle des Cabildo sind nicht veröffentlicht.
Laut Monzón zahlt jeder Teilnehmer fast 800 Euro Startgeld. Im Schnitt starten mehr als 900 Athleten, das Ziel liegt bei 1.500.
Ist der Streit neu, und was bringt das Rennen?
Haría beklagt sich nicht zum ersten Mal: Im Mai 2018 nannte der damalige Bürgermeister Marci Acuña die Anwohner die «Hauptopfer» des Ironman. Er forderte eine Überprüfung der Route.
Er verwies auf Restaurants, die am umsatzstärksten Tag schliessen müssen, und auf Bauern, die nicht arbeiten können. Auch der Markt von Haría sei betroffen.
Auch 2023 und 2025 war die LZ-10 von 9.00 bis 17.30 Uhr gesperrt. Das zeigen Suchtreffer zu früheren Sperrmeldungen, die nicht im Original geprüft wurden.
Für die Insel rechnet eine Studie von Club La Santa mit mehr als 4,5 Millionen Euro direktem Effekt der Ausgabe 2023. Sie stützt sich auf Daten von Promotur und ISTAC (kanarisches Statistikamt), wer sie in Auftrag gab, ist nicht angegeben.
Die Studie zählt mehr als 4.000 mobilisierte Personen, darunter 2.500 Triathleten und Begleiter mit rund 1.100 Euro Ausgaben je Kopf. 82,5 Prozent der Triathleten kamen aus dem Ausland, vor allem aus Grossbritannien und Spanien.
Was ist noch offen?
Weder Route noch Sperrplan für 2027 sind veröffentlicht. Ob es eine Entschädigung für betroffene Betriebe gibt, ist offen.
Villalba kritisiert, dass es weder Änderungen an der Route noch Ausgleichsmassnahmen gebe. Der Cabildo hat dazu nichts mitgeteilt.
Ob die Gemeinde einen Pleno-Beschluss (Gemeinderatsabstimmung) oder eine Beschwerde plant, ist nicht bekannt. Die nächste verlässliche Auskunft dürfte die offizielle Sperrmeldung des Cabildo vor dem Rennen liefern.