Taxi zum Flughafen: 40-Euro-Höchsttarif in Las Palmas de Gran Canaria
Die Taxifahrer von Las Palmas de Gran Canaria haben sich für einen Höchsttarif von 40 Euro für Fahrten zwischen der Stadt und dem Flughafen von Gran Canaria ausgesprochen, der nachts und an Feiertagen auf 45 Euro steigt. Das berichtet die Tageszeitung Canarias7 am 19. August 2026 in einem Beitrag von David Ojeda Merino.
Foto: David P Howard, CC BY-SA 2.0 (Symbolbild).
Wichtig ist ein Detail, das leicht untergeht: Es handelt sich um eine Obergrenze, nicht um einen festen Pauschalpreis. Der Fahrpreis wird weiterhin vom Taxameter bestimmt und darf diese Grenze nur nicht überschreiten. Zudem ist der Tarif noch nicht in Kraft: Er wurde bislang in einer unverbindlichen Umfrage befürwortet und muss erst noch formal bestätigt und von der Verwaltung genehmigt werden.
Was beschlossen wurde
Nach Angaben von Canarias7 spricht sich die Taxibranche der Stadt für einen Höchstpreis von 40 Euro für die Strecke zwischen Las Palmas de Gran Canaria und dem Flughafen aus. Nachts sowie an Feiertagen läge die Obergrenze bei 45 Euro.
Entscheidend ist die Natur der Zahl: Sie ist eine Deckelung, kein Einheitspreis. Wer eine kürzere Strecke innerhalb der Stadt fährt, zahlt weiter den vom Taxameter ermittelten, niedrigeren Betrag. Die 40 Euro markieren also nur das Maximum, das an der Kasse stehen darf.
Warum die Fahrer den Einheitstarif ablehnen
Hintergrund des Vorstoßes ist laut Canarias7, dass die Taxivertreter einen von der Regionalregierung vorgeschlagenen einheitlichen Pauschalpreis ablehnen. Ihr Argument: Die Stadt sei geografisch zu weitläufig, um alle Fahrten über einen Kamm zu scheren.
"No es lo mismo llevar un pasajero desde la zona Puerto que desde Siete Puertas", heißt es laut dem Bericht sinngemäß aufseiten der Taxifahrer – es sei eben nicht dasselbe, einen Fahrgast aus dem Hafenviertel oder aus Siete Puertas zu befördern. Ein gedeckelter Höchsttarif soll diese Unterschiede abbilden und zugleich für Fahrgäste eine klare Preisobergrenze schaffen.
Wie abgestimmt wurde und was noch fehlt
Bislang beruht die Zustimmung auf einer unverbindlichen digitalen Umfrage. An ihr nahmen laut Canarias7 596 Lizenzinhaber teil, das entspricht 37,25 Prozent der rund 1.600 aktiven Stadtlizenzen. Von den Teilnehmenden stimmten 63,76 Prozent zu, konkret 380 dafür und 216 dagegen.
Damit ist die Sache nicht entschieden. Eine spätere Abstimmung mit echten Wahlurnen soll das Ergebnis erst bestätigen. Danach soll es der Verkehrsabteilung der Regionalregierung vorgelegt werden, um die Umsetzung auszuhandeln. Der Höchsttarif ist also noch nicht in Kraft und braucht die offizielle Genehmigung.
Kritik und Hintergrund
Die Beteiligung von unter 50 Prozent wirft laut dem Bericht Fragen zur Aussagekraft auf. Kritisiert wurde außerdem, dass die Fahrer per WhatsApp informiert wurden – vielen erschien das für eine so wichtige Entscheidung zu formlos.
Im Hintergrund steht der Druck durch VTC-Anbieter wie Uber und Cabify, die dem klassischen Taxi Fahrgäste abwerben. Neu ist die Debatte nicht: Bereits 2022 war laut Canarias7 ein Deckel von 30 Euro im Gespräch.
Was das für Fahrgäste und Touristen heißt
Für Reisende, gerade für deutschsprachige Urlauberinnen und Urlauber ohne Ortskenntnis, verspricht ein Höchsttarif vor allem Planbarkeit: Man weiß vorab, dass die Fahrt vom Flughafen in die Stadt einen bestimmten Betrag nicht übersteigt.
Zugleich gilt es, die Erwartung zu dämpfen. Der Deckel ist ein Höchstwert, kein Festpreis, und er ist noch nicht beschlossen. Bis zur formalen Abstimmung und der Genehmigung durch die Regionalregierung bleibt die aktuelle Taxameter-Regelung maßgeblich.
Bei offiziellen Stadttaxis am Halteplatz einsteigen, auf das laufende Taxameter achten und im Zweifel vorab nach der ungefähren Fahrtdauer fragen.
Wichtige Zahlen
- Höchsttarif Stadt–Flughafen: 40 Euro, nachts und an Feiertagen 45 Euro (Obergrenze, kein Festpreis; laut Canarias7)
- Umfrage: 596 teilnehmende Lizenzinhaber, 37,25 Prozent von rund 1.600 aktiven Stadtlizenzen
- Ergebnis: 63,76 Prozent Zustimmung – 380 dafür, 216 dagegen
- Beteiligung unter 50 Prozent; Information der Fahrer per WhatsApp kritisiert
- Nächste Schritte: Abstimmung mit Wahlurnen, danach Genehmigung durch die Verkehrsabteilung der Regionalregierung
- 2022 war bereits ein Deckel von 30 Euro im Gespräch; Druck durch VTC-Firmen wie Uber und Cabify
FAQ
- Wie hoch soll das Taxi zum Flughafen von Gran Canaria maximal kosten?
- Höchstens 40 Euro, nachts und an Feiertagen 45 Euro, für die Strecke zwischen Las Palmas de Gran Canaria und dem Flughafen, laut Canarias7.
- Ist das ein Festpreis?
- Nein. Es ist eine Obergrenze. Der tatsächliche Preis wird weiter vom Taxameter bestimmt und darf die 40 beziehungsweise 45 Euro nur nicht überschreiten.
- Gilt der Tarif schon?
- Nein. Bislang gab es nur eine unverbindliche Umfrage. Eine Abstimmung mit Wahlurnen und die Genehmigung der Regionalregierung stehen noch aus.
- Wie fiel die Umfrage aus?
- 596 Lizenzinhaber nahmen teil (37,25 Prozent von rund 1.600), davon stimmten 63,76 Prozent zu: 380 dafür, 216 dagegen.
- Warum wollen die Fahrer keinen Einheitspreis?
- Sie halten die Stadt für zu weitläufig für einen einzigen Pauschalpreis; eine Fahrt aus dem Hafenviertel sei nicht dasselbe wie aus Siete Puertas.