Der Sommer verwandelt Las Palmas de Gran Canaria in eine entspannte Atlantikstadt: Der Stadtstrand liegt mitten im Geschehen, die Sonne geht spät und spektakulär über dem Meer unter, und abends füllen sich die Terrassen von Vegueta bis Las Canteras. Es ist ein „atlantischer Sommer“ — warm, aber selten drückend, weil der Passatwind fast immer für eine frische Brise sorgt.

Ob du für ein paar Tage kommst oder das ganze Jahr hier lebst: Diese Wärme lädt zu einem sehr konkreten Programm ein — baden am Vormittag, Siesta oder Altstadtbummel am Nachmittag, Fisch und ein Glas Wein am Abend, dazu die eine oder andere Fiesta. Hier ist unser praktischer Leitfaden für den Sommer in der Stadt.

Die Strände: Las Canteras, El Confital und Las Alcaravaneras

Das Herzstück ist die Playa de Las Canteras, ein rund drei Kilometer langer Stadtstrand mitten in Las Palmas. Ein natürliches Felsriff, La Barra, liegt dem Strand vorgelagert und bricht den Atlantik: Bei Ebbe taucht es fast auf und verwandelt einen großen Teil der Bucht in ein ruhiges, flaches Becken — ideal zum Schwimmen und Schnorcheln, auch mit Kindern. Entlang des Sandes zieht sich der Paseo, die Promenade, an der sich Cafés, Eisdielen und Fischlokale aneinanderreihen.

Wer es wilder mag, geht ein Stück weiter zur Playa de El Confital am Ende der Halbinsel La Isleta: raue Natur, klares Wasser und einer der bekanntesten Surf-Spots der Stadt. Und auf der Hafenseite liegt die Playa de Las Alcaravaneras, ein ruhiger, geschützter Strand direkt neben dem Yachthafen — praktisch, wenn an Las Canteras gerade der Wind steht.

Tipp Für den schönsten Moment des Tages: kurz vor Sonnenuntergang in die Höhe der La-Barra-Zone spazieren — das Licht über dem Riff und der Blick zurück auf die Skyline sind unschlagbar.

Sommer-Tradition: die Fiestas del Carmen und San Lorenzo

Der kanarische Sommer ist Fiesta-Zeit, und Las Palmas macht da keine Ausnahme. Rund um Mitte Juli feiern die alten Fischerviertel — allen voran La Isleta am Hafen — die Fiestas del Carmen zu Ehren der Virgen del Carmen, der Schutzpatronin der Seeleute. Höhepunkt ist die Meeresprozession: Die Marienfigur wird auf ein geschmücktes Boot getragen und, begleitet von einer bunten Flotte, aufs Wasser hinausgefahren — ein stimmungsvolles Schauspiel, das die ganze Nachbarschaft auf die Beine bringt.

Anfang August folgt San Lorenzo, das Fest des Stadtpatrons im gleichnamigen Stadtteil, mit Musik, Verbena und Feuerwerk. Dazwischen und danach reihen sich in den Vierteln kleinere Straßenfeste aneinander. Man braucht keine Eintrittskarte und muss niemanden kennen — Mitfeiern ist ausdrücklich erwünscht.

Sterne, laue Nächte und das Leben nach Sonnenuntergang

„Sterne“ gehören zum atlantischen Sommer dazu — allerdings mit einer ehrlichen Einordnung: Mitten in der beleuchteten Stadt ist Las Palmas kein Ort für ernsthafte Sternbeobachtung. Was die Stadt bietet, sind lange, laue Abende, das besondere atlantische Licht der blauen Stunde und Nächte, die selten wirklich kalt werden. Wer den Himmel voller Sterne sehen will, fährt hinauf ins Inselinnere, in die Cumbre rund um Roque Nublo und Pico de las Nieves, wo es dunkel und klar wird — das eigentliche Sternenrevier der Kanaren liegt ohnehin auf den Gipfeln und vor allem auf der Nachbarinsel La Palma.

In der Stadt selbst spielt sich der Abend woanders ab: in der historischen Altstadt Vegueta mit ihren Kopfsteinpflastergassen und der Kathedrale, im angrenzenden Triana zum Bummeln, und natürlich an der Strandpromenade von Las Canteras. Die Gastronomie der Stadt ist überraschend vielfältig — von einfachen Fischlokalen mit Tagesfang über die kanarische Küche mit Papas arrugadas und Mojo bis zu moderner Küche. Am Meer isst man abends draußen, fast mit den Füßen im Sand.

Gut geplant: Wetter, Passatwind und Anreise

Der Sommer in Las Palmas ist mild statt glühend: Tagsüber meist von den angenehmen Mittzwanzigern bis in die niedrigen Dreißiger, dazu der stetige Passatwind (Alisio), der die Luft frisch hält und schwüle Hitze meist fernhält. Das macht die Stadt zu einem der angenehmeren Sommerziele Spaniens — auch wenn der Wind an manchen Nachmittagen an Las Canteras spürbar auffrischt. Ein leichter Pullover für den Abend schadet nie.

Die Stadt lässt sich gut zu Fuß und mit den öffentlichen Guaguas (Bussen) erkunden; vom Flughafen ist man in rund einer halben Stunde da. Sonnencreme, Wasser und eine Kopfbedeckung gehören auch bei Brise in den Rucksack — die Kanarensonne unterschätzt man leicht.

Gut zu wissen Bei Fiestas wie dem Carmen werden rund um La Isleta zeitweise Straßen gesperrt und Parkplätze knapp; genaue Termine und Routen kündigt das Rathaus jedes Jahr kurzfristig an — ein Blick auf die städtische Seite vor der Anreise lohnt sich.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit für Las Palmas im Sommer?
Der ganze Sommer ist mild; Juli und August sind warm, aber dank Passatwind selten drückend.
Kann man mitten in Las Palmas baden?
Ja. Die Playa de Las Canteras ist ein rund drei Kilometer langer Stadtstrand, und das La-Barra-Riff hält weite Teile des Wassers ruhig.
Wann sind die Fiestas del Carmen?
Rund um Mitte Juli, vor allem im Hafenviertel La Isleta, mit der Meeresprozession als Höhepunkt.
Kann man in Las Palmas Sterne beobachten?
In der beleuchteten Stadt nur eingeschränkt; für einen dunklen Sternenhimmel fährt man hinauf ins Inselinnere.
Ist es im Sommer sehr heiß?
Meist angenehm warm; der Alisio-Passatwind hält die Temperaturen erträglich, ein Abendpulli kann trotzdem nützlich sein.

Angaben nach Stand Juli 2026. Fiesta-Termine, Öffnungszeiten und Wetter können sich ändern; Details bitte vor Ort bzw. beim Rathaus prüfen.