Es gibt Restaurants, die sind mehr als nur ein Ort zum Essen. Sie sind eine Bühne, ein Geschichtenerzähler. Das El Pellizco in Costa Calma ist so ein Ort. Hier kocht Rigoberto Almeida, ein Koch mit kanarischen und kubanischen Wurzeln, eine Küche, die so spannend ist wie seine eigene Biografie. Er nennt es „cocina de autor con acento canario“ – eine Autorenküche mit kanarischem Akzent. Aber das ist fast noch untertrieben. Was auf den Teller kommt, ist eine wilde, wunderbare und doch sehr präzise Reise zwischen zwei Welten.

Das Restaurant, das erst im Dezember 2023 seine Türen öffnete, hat sich in Windeseile einen Namen gemacht. Es ist kein Geheimtipp mehr, sondern ein Pflichttermin für alle, die auf Fuerteventura mehr suchen als Strand und Sonne. Die Lage ist spektakulär: ein 600 Quadratmeter großer Raum direkt an der ersten Linie zum Meer, unterteilt in einen Degustationsraum, eine überdachte Terrasse und einen offenen Mirador. Der Atlantik ist dein ständiger Begleiter, während du dich durch die Menüs probierst.

Zwei Welten auf dem Teller: Die Degustationsmenüs

Das Herzstück des El Pellizco sind die beiden großen Degustationsmenüs, die wie eine kulinarische Erzählung funktionieren. Da ist zum einen „La majorera“, benannt nach den Bewohnern Fuerteventuras. Dieses Menü ist eine tiefe Verbeugung vor der Insel und ihren Produkten. Im Mittelpunkt stehen die Ziege, oder „cabra majorera“, und das Gofio, das geröstete Getreidemehl, das auf den Kanaren allgegenwärtig ist. Almeida verarbeitet die Ziege sogar zu eigenen Würsten, den „embutidos de cabra majorera“. Es ist eine rustikale, erdige und doch hochverfeinerte Küche, die zeigt, was auf der kargen Insel alles möglich ist.

Das zweite Menü, „La guantanamera“, ist die Brücke in die Karibik. Hier kommen die kubanischen Wurzeln des Chefs voll zum Tragen. Die Aromen werden exotischer, die Gewürze präsenter, die Farben leuchtender. Es ist ein spannender Kontrast, der zeigt, wie gut sich die kanarische Produktwelt mit karibischer Leichtigkeit kombinieren lässt. Ein Gericht wie die „causa limeña de cabra y pimiento amarillo“ ist das perfekte Beispiel für diese gelungene Fusion. Die Menüs sind mit Preisen von rund 80 Euro für „La majorera“ und etwa 110 Euro für „La guantanamera“ angesiedelt. Für einen leichteren Einstieg gibt es auch ein kleineres „Experience“-Menü für rund 40 Euro.

Signature Dishes: Von Sushi bis Schweinebäckchen

Jenseits der Menünamen gibt es eine Reihe von Gerichten, die in den Kritiken immer wieder auftauchen und fast schon Kultstatus haben. Das „Sushi majorero“ ist so ein Kandidat. Statt rohem Fisch kommen hier Produkte der Insel ins Spiel, eine clevere und schmackhafte Interpretation. Ähnlich kreativ ist der „Taco méxico-canario de pulpo“, ein Oktopus-Taco, der mexikanische und kanarische Elemente vereint. Es sind diese spielerischen Brüche, die den Besuch so besonders machen.

Aber Almeida beherrscht auch die große, klassische Kulinarik. Eine gegrillte Langustenschwanz („Cola de bogavante a la parrilla“) mit einer Infusion von grünem Mojo und Kokosmilch ist pure Opulenz. Das „Brioche de cochino negro a baja temperatura“ zeigt seine Handwerkskunst bei Fleisch, während die „Gyozas en texturas“ seine Experimentierfreude unterstreichen. Und dann sind da noch die kleinen Verführungen wie die Croquetas, etwa von Roter Bete mit Ziegenkäse oder vom würzigen Pulpo picón. Jeder Teller erzählt eine kleine Geschichte von Produkt, Technik und Herkunft.

Tipp Lass dir unbedingt die hausgemachten Croquetas als Auftakt empfehlen – sie sind der perfekte, knusprige Einstieg in Almeidas Aromenwelt.

Was der Guide wirklich sagt: Repsol statt Michelin

Ein kleiner, aber feiner Punkt, den man wissen sollte: In vielen Köpfen geistert die Verbindung zu einem gewissen roten Restaurantführer herum. Stand heute ist das El Pellizco jedoch nicht im Michelin-Guide gelistet. Die Verwechslung kommt nicht von ungefähr, denn das Niveau der Küche, der Präsentation und des Services spielt ganz klar in dieser Liga. Die offizielle Anerkennung kommt von anderer, ebenso renommierter Stelle: Der Guía Repsol empfiehlt das Restaurant, und die Guía Qué Bueno kürte Rigoberto Almeida 2025 zum „Chef Revelación de Canarias“.

Für dich als Gast macht das in der Praxis kaum einen Unterschied. Die Qualität ist da, die Kreativität auch, und die Preise sind im Vergleich zu Sterne-Restaurants auf dem Festland oder anderen Inseln mehr als fair. Ein Menüpreis von 75 Euro plus eine Weinbegleitung für 45 Euro wird in Gästebewertungen als äußerst wettbewerbsfähig beschrieben. Du bekommst ein Erlebnis auf Sterneniveau zu einem Preis, der nicht abgehoben wirkt. Die durchschnittlichen Kosten pro Person werden von verschiedenen Guides zwischen 45 und 60 Euro geschätzt, je nachdem, wie üppig die Weinauswahl ausfällt.

Dein Besuch: Planung und Atmosphäre

Das El Pellizco ist kein Ort für einen schnellen Happen. Es ist ein Ort zum Verweilen, zum Genießen und zum Staunen. Mit nur rund 16 Plätzen pro Service im Degustationsbereich ist die Atmosphäre intim und konzentriert. Eine Reservierung ist daher absolut unerlässlich, besonders wenn du einen der begehrten Plätze auf der Terrasse mit Meerblick ergattern möchtest. Stell dich auf einen Abend ein, der zwei bis drei Stunden dauern kann, eine kulinarische Auszeit vom Alltag.

Die Adresse in der Calle Montaña Azufra 1 in Costa Calma ist leicht zu finden. Das Restaurant liegt im südlichen Teil Fuerteventuras, auf der Halbinsel Jandía, bekannt für ihre endlosen Strände. Es ist der perfekte Abschluss eines Tages am Meer oder das elegante Highlight deines Urlaubs. Die Kombination aus der entspannten, aber stilvollen Atmosphäre, dem Rauschen des Atlantiks und der außergewöhnlichen Küche macht das El Pellizco zu einem Ort, den du so schnell nicht vergessen wirst. Es ist der lebendige Beweis, dass Fuerteventura kulinarisch längst aus dem Schatten der großen Nachbarinseln getreten ist.

Gut zu wissen Eine Reservierung ist aufgrund der geringen Platzzahl und der hohen Nachfrage zwingend notwendig, oft Wochen im Voraus.

Häufige Fragen

Welche Art von Küche bietet das El Pellizco?
Eine zeitgenössische Autorenküche mit starken kanarischen Wurzeln und einer kubanisch-karibischen Fusion. Die Basis ist mediterran-spanisch mit Fokus auf lokale Produkte wie Ziege und Gofio.
Wie teuer ist ein Essen im El Pellizco?
Die Degustationsmenüs kosten zwischen rund 40 Euro (Experience-Menü) und 110 Euro (La guantanamera). Mit Weinbegleitung kannst du mit etwa 75 bis 150 Euro pro Person rechnen.
Hat das El Pellizco einen Michelin-Stern?
Nein, aktuell ist das Restaurant nicht im Michelin-Guide gelistet. Es wird jedoch vom Guía Repsol empfohlen und der Küchenchef wurde als „Chef Revelación de Canarias 2025“ ausgezeichnet.
Wo genau liegt das Restaurant in Costa Calma?
Die Adresse ist Calle Montaña Azufra 1, 35627 Costa Calma. Es liegt direkt an der ersten Linie zum Meer mit eigenem Mirador und Terrasse.
Muss ich im El Pellizco reservieren?
Ja, unbedingt. Das Restaurant hat nur eine sehr begrenzte Anzahl an Plätzen (ca. 16 pro Service) und ist stark nachgefragt. Eine frühzeitige Reservierung ist essenziell.

Stand der Informationen: Juli 2026. Preise und Menüs können saisonal variieren. Bitte prüfe die aktuellen Konditionen direkt beim Restaurant.