202 Sozialwohnungen in Mogán: Ausschreibung zum zweiten Mal ohne Bieter
Der Bau und die Verwaltung von 202 bezahlbaren Wohnungen in Motor Grande, im Ortsteil Puerto Rico der Gemeinde Mogán auf Gran Canaria, kommen nicht voran: Die Ausschreibung wurde für „desierto“ erklärt, also für ergebnislos. Kein einziges Unternehmen reichte ein Angebot ein. Es ist bereits das zweite Mal, dass das Verfahren scheitert. Das berichtete die Tageszeitung Canarias7 am 19. August 2026.
Foto: Ceeseven, CC BY-SA 3.0 (Symbolbild).
Die Wohnungen an der Calle Zaragoza sollten als regulierte Mietwohnungen zu den amtlichen Preisen des geschützten Wohnungsbaus (VPO) vergeben werden. Nun steht das Vorhaben erneut ohne Baufirma da.
Was geschehen ist
Nach Angaben von Canarias7 blieb die öffentliche Ausschreibung für Bau und Bewirtschaftung der 202 Wohnungen ohne ein einziges Gebot. Damit ist das Verfahren zum zweiten Mal „desierto“, also ohne Bieter, geblieben.
Für die Gemeinde bedeutet das eine weitere Verzögerung eines Projekts, das die angespannte Wohnungslage im touristisch geprägten Süden Gran Canarias entlasten sollte. Ein neues Datum oder ein alternatives Verfahren nannte die Zeitung nicht.
Die zwei Lose im Detail
Die Ausschreibung war in zwei voneinander unabhängige Lose geteilt. Los 1 umfasste 72 Wohnungen mit Garagen und Abstellräumen, mit einem Budget von 8,23 Millionen Euro und einer Bauzeit von 30 Monaten. Los 2 sah 130 Wohnungen mit Garagen und Abstellräumen vor, mit einem Budget von 15,84 Millionen Euro und einer Frist von 38 Monaten.
Zusammen ergeben die beiden Lose 202 Wohnungen und ein Volumen von rund 24 Millionen Euro. Vermietet werden sollten sie zu den regulierten VPO-Preisen, also unterhalb des freien Marktes.
Das Modell und warum Firmen fernbleiben
Mogán setzt auf das Modell der „geförderten bezahlbaren Wohnung“ (vivienda asequible incentivada): Private Firmen bauen und verwalten, die Mieten bleiben aber gedeckelt. Genau darin liegt die Schwierigkeit, die weit über Mogán hinausreicht.
Ausschreibungen für bezahlbaren Wohnraum zu gedeckelten Preisen sind für Bauunternehmen oft wenig attraktiv: Baukosten und Zinsen sind hoch, die erzielbaren Mieten dagegen gesetzlich begrenzt. Wenn die Rechnung für die Firmen nicht aufgeht, bleiben Gebote aus, wie in diesem Fall.
Die Kritik der Opposition
Die einzige öffentliche Reaktion, die Canarias7 nennt, kommt aus der Opposition. Juan Manuel Gabella, Sprecher von Nueva Canarias (NC) im Gemeinderat, nannte die ergebnislose Ausschreibung „eine schlechte Nachricht für die Gemeinde“ und „ein angekündigtes Scheitern“. Er habe den Bürgermeister gewarnt, dass das öffentlich-private Modell nicht funktionieren werde.
Das Projekt sei „als Geschäft präsentiert worden, und die Zeit habe gezeigt, dass es nicht einmal für die Unternehmen ein Geschäft war“, so Gabella. Er plädiert dafür, dass eine kommunale Gesellschaft die Wohnungen verwaltet, während private Firmen bauen. Eine Stellungnahme der Regierungsgruppe führte die Zeitung nicht an.
Was das für Puerto Rico bedeutet
Ohne Baufirma bleibt das Vorhaben vorerst auf dem Papier. Für Puerto Rico, wo Wohnraum knapp und teuer ist, verzögert sich damit ein Angebot, das gerade Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen zugutekommen sollte.
Wie es weitergeht, ist offen. Die Gemeinde könnte neu ausschreiben, die Bedingungen anpassen oder — wie von der Opposition gefordert — das Modell ändern. Konkrete Schritte nach dem zweiten Fehlschlag nannte die Berichterstattung nicht.
Wer sich für solche Mietwohnungen interessiert, sollte die offiziellen Kanäle der Gemeinde Mogán und der kanarischen Wohnungsbehörde im Blick behalten, falls neu ausgeschrieben wird.
Wichtige Zahlen
- 202 bezahlbare Wohnungen in Motor Grande, Puerto Rico (Mogán), Calle Zaragoza; Ausschreibung für Bau und Verwaltung zum zweiten Mal ohne Bieter (Canarias7, 19. August 2026)
- Los 1: 72 Wohnungen mit Garagen und Abstellräumen, Budget 8,23 Millionen Euro, Bauzeit 30 Monate
- Los 2: 130 Wohnungen mit Garagen und Abstellräumen, Budget 15,84 Millionen Euro, Frist 38 Monate
- Gesamtvolumen rund 24 Millionen Euro; Vergabe als regulierte Miete zu VPO-Preisen
- NC-Sprecher Juan Manuel Gabella spricht von „einem angekündigten Scheitern“ und „einer schlechten Nachricht für die Gemeinde“
- Gabella schlägt eine kommunale Gesellschaft zur Verwaltung vor, während Private bauen
FAQ
- Was ist mit der Ausschreibung in Mogán passiert?
- Die Ausschreibung für Bau und Verwaltung von 202 bezahlbaren Wohnungen blieb ohne Gebot und wurde zum zweiten Mal für ergebnislos erklärt (Canarias7, 19. August 2026).
- Wie viele Wohnungen und zu welchen Kosten?
- 202 Wohnungen in zwei Losen: 72 (8,23 Millionen Euro) und 130 (15,84 Millionen Euro), zusammen rund 24 Millionen Euro.
- Um welche Art von Wohnungen geht es?
- Um „geförderte bezahlbare Wohnungen“, die als regulierte Miete zu den amtlichen VPO-Preisen vergeben werden sollten.
- Wer hat das Verfahren kritisiert?
- Der NC-Sprecher Juan Manuel Gabella aus der Opposition; er nennt es „ein angekündigtes Scheitern“ und schlägt eine kommunale Gesellschaft vor. Eine Reaktion der Regierungsgruppe ist nicht dokumentiert.
- Wie geht es weiter?
- Das ist offen: Es gibt weder Baufirma noch Zeitplan. Die Gemeinde könnte neu ausschreiben oder das Modell ändern; ein neues Datum wurde nicht genannt.