Welche Bitcoin-Transfers dokumentiert der neue Ermittlungsbericht?

Der Bericht der Guardia Civil beschreibt massive Bitcoin-Transfers rund um den Kollaps der Plattform. Am Tag des Zusammenbruchs im September 2020 flossen laut La Provincia 881 Bitcoin auf andere digitale Wallets.

Wenige Monate später hatten diese Kryptowährungen laut einem Beschluss der Audiencia Nacional einen Wert von 32,5 Millionen Euro erreicht. Die Ermittler fanden zudem massenhafte Überweisungen an Personen aus dem Umfeld von Arbistar, ohne erkennbares gemeinsames Muster und ohne nachgewiesene Arbitrage.

Welche Summen wurden nach dem Kollaps bewegt?

Die Bewegungen gingen nach dem Bekanntwerden der Probleme weiter. Zwischen Januar und März 2021 verzeichneten Wallets, die den Beschuldigten zugerechnet werden, Ein- und Ausgänge von mehr als 20.000 Bitcoin.

Der damalige Gegenwert betrug laut La Provincia etwa 710 Millionen Euro. Die Quellen nennen keinen Vergleich mit dem Vormonat oder Vorjahr, daher lässt sich die Entwicklung nicht als Anstieg oder Rückgang einordnen.

Wie sollen die Spuren verwischt worden sein?

Die Ermittler gehen davon aus, dass ein sogenannter Mixing-Dienst genutzt wurde. Dieses Werkzeug kombiniert Kryptowährungs-Transaktionen, um die Herkunft der Gelder schwerer nachvollziehbar zu machen.

Laut La Provincia wurde das System in zeitlicher Nähe zu den ersten Liquiditätswarnungen an die Anleger eingesetzt. Trotzdem identifizierten die Ermittler mögliche Begünstigte im familiären Umfeld der Verantwortlichen.

Wer ist beschuldigt?

Die Staatsanwaltschaft schreibt die Vorgänge den drei Gründern von Arbistar zu. Als führende Figur wird Santiago Fuentes Jover genannt, ein katalanischer Unternehmer mit Wohnsitz auf Teneriffa.

Vier Personen sind laut La Provincia derzeit als Beschuldigte geführt. Acht weitere mögliche Begünstigte konnten bislang nicht identifiziert werden.

Welche Folgen hat das Verfahren für geschädigte Anleger?

Die Meldung führt keine neuen Preise, Fristen oder Anspruchsregelungen für Einwohner, Expats oder Besucher Teneriffas ein. Es handelt sich um ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren, keine allgemeine Antragstellung für Betroffene.

Finanzielle Ansprüche, Opferzahlen und Schadenssummen sind weiterhin Gegenstand gerichtlicher Verfahren. Die endgültige Zahl der Geschädigten und die mögliche Einziehung von Vermögenswerten bleiben offen.

Wie geht es weiter?

Die Audiencia Nacional hat im April eine separate Untersuchung wegen möglicher Geldwäsche eröffnet. Geprüft wird, ob ein Teil der Gelder an Dritte transferiert oder über Kryptowährungen versteckt wurde.

Einen neuen Gerichtstermin, eine Einreichungsfrist oder einen Abschlusszeitpunkt nennt die Meldung bis Freitag nicht. Auch die strafrechtliche Bewertung der Bitcoin-Transfers ist noch nicht abgeschlossen.