Was hat die Guardia Civil für Teneriffa angekündigt?
Die Guardia Civil mahnt Autofahrer auf Teneriffa, Reifen und Scheibenwischer zu prüfen, bevor es regnet. «Es ist ratsam, Reifen und Wischer zu dieser Jahreszeit zu prüfen», lautet ihre Warnung in einem aktuellen Beitrag.
Eine Kontrollaktion kündigt der Beitrag nicht an. Kampagnenname, Daten, Orte oder Zahlen zu bereits verhängten Strafen nannte die Guardia Civil nicht.
Der staatliche Wetterdienst AEMET erwartete laut der Meldung vom 5. November Wolkenfelder mit leichtem bis mässigem Regen auf den Kanaren. Für Urlauber im Süden von Teneriffa heisst das: Es geht um eine Mahnung vor der Fahrt, nicht um zusätzliche Polizeisperren.
Was kostet ein abgefahrener Reifen?
Unter 1,6 Millimeter Profil wird es teuer: Laut der Meldung drohen bis zu 200 Euro pro betroffenem Rad. Dieses Mindestprofil betont die Verkehrsbehörde DGT.
Spanische Autofachmedien stufen das als schweren Verstoss ein und rechnen bis zu 800 Euro für vier Räder. Eine Bestätigung im BOE (spanisches Staatsamtsblatt) oder bei der DGT fehlt bisher.
Laut einem Fachmedium kann ein Fahrzeug bei einer Strassenkontrolle stehen bleiben, bis neue Reifen montiert sind. Risse oder Beulen in der Flanke sind nach einem weiteren Bericht sofort strafbar.
Wer innerhalb von 20 Tagen nach der Zustellung zahlt, bekommt laut Berichten die Hälfte der Busse erlassen, verliert aber das Recht auf Einspruch. Belegt ist dieser Rabatt nur durch Medienberichte, nicht durch eine amtliche Quelle.
Wie hoch sind die Strafen für Scheibenwischer und Licht?
Für verschlissene Scheibenwischer nennt die Meldung eine Busse von 80 Euro. Sie beruft sich auf Artikel 18.1 der allgemeinen spanischen Verkehrsverordnung, der ausreichende Sicht verlangt.
Andere Medien nennen für Wischer Beträge zwischen 80 und 200 Euro. Welche Summe gilt, liess sich nicht klären.
Beim Licht nennt die Meldung gar keinen Betrag. Spanische Medien sprechen je nach Schwere des Mangels von 80 bis 200 Euro, belegt ist auch das nicht amtlich.
Ob mit diesen Bussen auch Punkte abgezogen werden, hat bisher keine verlässliche Quelle bestätigt. Einzelne Berichte nennen Punkte, andere nicht.
Was sollten Mietwagenfahrer und Residenten im Süden tun?
Die nationalen Bussgelder gelten vermutlich auch auf den Kanaren, ausdrücklich belegt ist das jedoch nicht. Auch Mietwagenfahrer können gebüsst werden, nur wie solche Bussen weitergereicht werden, ist nicht geklärt.
Das Profil prüfen Sie mit Messschieber oder 1-Euro-Münze über die gesamte Reifenbreite, so die DGT-Hinweise laut einem Fachmedium. Zusätzlich helfen die Abnutzungsmarken in den Rillen und ein Blick auf Schnitte oder Beulen an der Flanke.
Die DGT empfiehlt laut einem Fachmedium, Reifen bei etwa 3 Millimetern zu ersetzen. Wer einen Mietwagen übernimmt, sollte Profil und Wischer schon am Schalter ansehen und Mängel dort melden.
Bei Regen rät die DGT zu abgeblendetem Licht und bei Starkregen zu Nebelscheinwerfern. Der Abstand zum Vordermann sollte doppelt so gross sein wie sonst, also vier statt zwei Sekunden.
Wie sicher sind die Strassen, und was folgt als Nächstes?
46 Menschen starben bis zum 31. Oktober 2025 auf den Landstrassen der Kanaren, 40 Prozent mehr als im Vorjahr. So rechnet ein Verband für Verkehrssicherheit unter Berufung auf die DGT.
In der Provinz Santa Cruz de Tenerife waren es 27 Tote, ein Plus von 60 Prozent. Spanien insgesamt zählte demnach 941 Tote, zwei Prozent weniger.
Das sind Zahlen eines Verbands für das laufende Jahr, nicht der DGT-Jahresbericht. Unfallursachen nennen sie nicht.
Ein Vorbild für Reifenkontrollen liegt nicht auf den Kanaren, sondern in Galicien. Dort organisierten DGT und Guardia Civil vom 23. bis 29. Oktober 2023 eine Kampagne zu Reifen und Licht.
Nach amtlichen Schätzungen fahren in Spanien über eine Million Fahrzeuge, rund 5 Prozent, mit schweren Reifenmängeln. Ob die Guardia Civil auf Teneriffa Kontrollen ansetzt, ist offen.