Was genau ist geplant?
Der Cabildo de Tenerife will ab 2027 einen bedarfsgesteuerten Sammeltransport für Bewohner des Parque Rural de Anaga einführen. Das kündigte Eulalia García, Inselrätin für Mobilität, am Freitag, 2. Oktober 2026, im Plenum des Cabildo an.
Das Angebot soll die Orte und Weiler im Anaga-Gebirge mit wichtigen Verkehrskorridoren und Einrichtungen ausserhalb der Siedlungen verbinden. Genannt werden etwa Arzttermine oder Behördengänge.
Der Dienst ergänzt die regulären TITSA-Busse und soll private Autofahrten verringern. Ein Taxi soll nach erfolgter Buchung mehrere Anfragen zu einer gemeinsamen Route bündeln.
Wie funktioniert die Reservierung?
Bewohner sollen Fahrten vorab reservieren können. Die Mindestfrist für die Buchung ist laut Cabildo noch nicht festgelegt.
Die Reservierung soll über eine digitale Plattform möglich sein. Zusätzlich soll eine Telefonnummer eingerichtet werden, damit auch Personen ohne ausreichende digitale Kenntnisse den Dienst nutzen können.
Der Betrieb soll täglich von 6:00 bis 21:00 Uhr durchgehend laufen. Einen Starttag und einen verbindlichen Einführungstermin nannte der Cabildo bis Freitag nicht; angekündigt ist lediglich die Einführung im kommenden Jahr, also 2027.
Was kostet der Dienst?
Der Dienst soll kostenlos sein. Er soll über dasselbe Kartensystem wie die öffentlichen Busse funktionieren, wie Eulalia García erklärte.
Einen konkreten Europreis und mögliche Sonderregeln für Karten nannte der Cabildo nicht. Auch die konkrete Betriebsorganisation, die Zahl der Fahrzeuge und die Haltestellen sind noch offen.
Unklar ist zudem, ob nur offiziell gemeldete Einwohner oder auch andere dauerhaft oder zeitweise in Anaga lebende Personen zugelassen werden. Die Ankündigung definiert den Begriff «residente» nicht näher.
Welche Erfahrungen gibt es bereits?
Als Vorbild nennt Eulalia García ein Ende 2024 gestartetes Angebot in Fasnia, Arico und Güímar. Dieses hat laut Cabildo mehr als 13.000 Einwohner in verstreut gelegenen und schwer erreichbaren Siedlungen erreicht.
Der bedarfsgesteuerte Verkehr besteht bereits in fünf Gebieten: Tacoronte–El Sauzal, Santa Úrsula–La Victoria–La Matanza, Los Silos–El Tanque–Garachico–Icod de los Vinos, La Guancha–San Juan de la Rambla sowie Güímar–Arafo.
Ein Vergleichswert zum Vorjahr oder Vormonat wurde nicht angegeben. Die Inselrätin sprach von einer guten Bewertung durch die Nutzer.
Warum ist Anaga ein Sonderfall?
Der Parque Rural de Anaga gehört zur Reserva de la Biosfera del Macizo de Anaga. Die Mobilität ist in den II. Plan de Acción der Biosphärenreservats 2022–2026 eingebunden.
Die Strassen sind laut Cabildo eng und kurvenreich. Viele Siedlungen liegen verstreut und sind mit dem regulären Linienbus schwer erreichbar.
Der Zugang erfolgt hauptsächlich von La Laguna über Las Mercedes und die TF-12 sowie von Santa Cruz über San Andrés. In Anaga gibt es keine Tankstellen; die letzten liegen an der Strasse von Las Mercedes und an der Zufahrt von San Andrés.
Was bleibt noch offen?
Offen bleiben laut Cabildo die rechtliche Umsetzung, das Antrags- beziehungsweise Registrierungsverfahren und die erforderliche Karte. Auch die Buchungsfrist, die genaue Abdeckung und der verbindliche Starttermin sind nicht veröffentlicht.
Der Cabildo hatte bereits 2024 einen Mobilitätsplan für Anaga angekündigt. Eine nachhaltige Mobilitätsstrategie wurde mit einem Auftragswert von 170.665,39 Euro und einer Laufzeit von 12 Monaten ausgeschrieben.
Die einzige derzeit genannte zeitliche Zusage ist die geplante Einführung 2027. Besucher sind nach der veröffentlichten Beschreibung nicht Zielgruppe des neuen Angebots.