Was ändert sich für Urlauber und Residenten im Süden Teneriffas?
Die IEA hat am Donnerstag, 5. November 2026, eine Empfehlung an Spaniens Regierung vorgelegt, keine neue Vorschrift. Preise, Fristen oder Anträge für Haushalte und Urlauber nennt der Bericht nicht.
Die Kanaren haben keine Atomkraftwerke, und die Inselnetze hängen nicht am Festland. Beim Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel am 28. April 2025 blieb das Netz der Inseln unberührt.
Handeln müssen Urlauber und Einwohner deshalb nicht. Offizielle Empfehlungen an die Bevölkerung zu diesem Thema sind nicht bekannt.
Was empfiehlt die IEA der spanischen Regierung genau?
Die IEA mit Sitz in Paris will jede Reaktorschliessung einzeln abwägen lassen, statt einen festen Fahrplan bis 2035 abzuarbeiten. Dafür verlangt sie einen transparenten Rechtsrahmen, der Kosten und Nutzen prüft, bevor Reaktoren unumkehrbar vom Netz gehen.
Die Atomkraftwerke liefern laut Bericht rund ein Fünftel des spanischen Stroms ohne direkte Emissionen. Fehlen grosse Speicher wie Pumpspeicherwerke und Industriebatterien, müssten nachts Gaskraftwerke einspringen.
Das würde nach Einschätzung der IEA einen Teil der Gasersparnis durch Sonne und Wind wieder aufzehren. Welche Reaktoren sie behalten oder abschalten würde, nennt der vorliegende Bericht nicht.
Welche Zahlen nennt die IEA zu Spaniens Strommix?
Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung stieg laut IEA von 35 Prozent im Jahr 2015 auf 56 Prozent im Jahr 2025. Die Emissionen des Stromsektors sanken dadurch um rund ein Fünftel.
Im Jahr 2024 verhinderten Solar- und Windkraft laut IEA, dass die Gasimporte für die Stromerzeugung um 40 Prozent stiegen. Das hätte rund 23 Milliarden Euro Mehrkosten bedeutet.
Spanien deckt trotzdem fast 70 Prozent seines gesamten Energiebedarfs aus dem Ausland. Die Elektrifizierung liegt bei 25 Prozent des Endverbrauchs, das offizielle Ziel für 2030 sind 35 Prozent.
Die IEA lobt die Abschaffung der 7-Prozent-Steuer auf die Stromerzeugung im Jahr 2026. Sie verlangt zusätzlich eine Tarifreform, damit Haushalte und Industrie die Vorteile sauberen Stroms direkt spüren.
Wer entscheidet über Almaraz und den Atomausstieg?
Das Ministerium für den ökologischen Wandel (MITECO) erteilt die Betriebsgenehmigung, nachdem die Atomaufsicht CSN ein bindendes Gutachten abgegeben hat. Die CSN befürwortete im Juli 2026 eine Verlängerung für Almaraz.
Die Anordnung TED/864/2026 vom 12. August 2026 erneuert die Genehmigung für beide Reaktoren des Werks in Extremadura. Reaktor I darf 31 Monate länger laufen, Reaktor II 19 Monate.
Laut Regierungsangaben läuft das Werk nun bis zum 8. Juni 2030, vorgesehen waren November 2027 und Oktober 2028. Es liefert über 7 Prozent des spanischen Stroms und beschäftigt in Extremadura rund 4.000 Menschen.
Das Ministerium nennt die Verlängerung «begrenzt und situationsbedingt» und verspricht keine Mehrkosten für die Bürger. Das Enddatum 2035 für alle sieben Reaktoren bleibe unverändert, hiess es.
Den Fahrplan haben die Betreiber Iberdrola, Endesa und Naturgy mit dem staatlichen Abfallunternehmen Enresa vereinbart. Er sieht vor: Almaraz I 2027, Almaraz II 2028, Ascó I 2029, Cofrentes 2030, Ascó II 2033, Vandellós II 2034 und Trillo 2035.
Warum geht das Thema die Kanaren trotzdem an?
Der Blackout vom 28. April 2025 hat die Atomdebatte in Spanien neu entfacht. Die IEA erklärte danach, der Vorfall biete Gelegenheit, Versorgungssicherheit und Widerstandsfähigkeit der Netze zu überprüfen.
Auf den Kanaren gab es seit 2009 sieben totale Inselausfälle, fünf davon auf Teneriffa. Im Juli 2020 sassen etwa 950.000 Menschen mehr als sieben Stunden ohne Strom, im September 2019 dauerte der Ausfall wegen eines Defekts im Kraftwerk Granadilla neun Stunden.
Am 1. Juli 2025 kündigten MITECO und die Kanarische Regierung ein Verstärkungsprogramm an. Bis 2028 sollen 1.361 Megawatt jederzeit abrufbare Leistung auf den Inselnetzen entstehen, finanziert mit mehr als 700 Millionen Euro aus EU-Aufbaugeldern.
Für Notstromaggregate sind 250 Megawatt vorgesehen, und Red Eléctrica forderte 50 Megawatt zusätzliche Notleistung. Die Kanarische Regierung bearbeitet zwei Notanlagen auf Teneriffa.
Das Seekabel zwischen Teneriffa und La Gomera ging am 6. Februar 2026 in Betrieb. Es misst rund 36 Kilometer, reicht bis 1.145 Meter Tiefe und verbindet die Umspannwerke Chío und El Palmar.
Was ist offen und was kommt als Nächstes?
Den Wortlaut des IEA-Berichts konnte die Recherche nicht einsehen, Titel und genaue Formulierungen sind unbestätigt. Auch die Reaktion der spanischen Regierung auf die Empfehlung liegt nicht vor.
Einen Termin für eine Entscheidung nannte bisher niemand. Der nächste bekannte Meilenstein ist die Abschaltung von Almaraz im Juni 2030.
Wer die Mehrkosten der Notmassnahmen auf den Inseln trägt, ist nur teilweise geklärt. Der Staat deckt die Zusatzkosten der Inselerzeugung, die genaue Aufteilung wurde nicht geprüft.