Was ändert sich für Wanderer am Teide?
Die Wetternotlage auf Teneriffa ist vorbei: Der Cabildo de Tenerife beendete den Notfallplan am 4. November um 20.00 Uhr, als auch die Vorwarnung wegen Regen auf den ganzen Kanaren auslief. Der staatliche Wetterdienst AEMET sah für Teneriffa danach keine Warnungen mehr.
Am Teide atmen Wanderer trotzdem nur halb auf: Sieben Wanderwege oberhalb von 2.700 Metern im Nationalpark bleiben zu. Auf ihnen liegen laut Cabildo noch Eis und Schnee.
Betreten dürfen die Wege nur erfahrene Bergsteiger mit passender Winterausrüstung, erklärte Blanca Pérez, im Cabildo zuständig für natürliche Ressourcen, Sicherheit und Notfälle. Die Einschränkung gilt seit Sonntag, dem 1. November.
Fehlen Ihnen Bergerfahrung und Ausrüstung, streichen Sie eine geplante Tour auf diesen Wegen besser. Vor jedem Ausflug in die Höhe lohnt ein Blick auf die Warnseite des Cabildo unter tenerifeon.es.
Welche sieben Wege sind gesperrt?
Auf der Sperrliste stehen der PNT 07 Montaña Blanca–La Rambleta und der PNT 09 Teide–Pico Viejo–Mirador de Las Narices del Teide. Dazu kommt der PNT 10 Telesforo Bravo.
Ebenfalls zu sind der PNT 11 Mirador de La Fortaleza und der PNT 12 Mirador de Pico Viejo. Den Schluss machen der PNT 23 Los Regatones Negros und der PNT 28 Chafarí.
Der Grund ist für alle sieben derselbe: Eis und Schnee machen die Strecken in grosser Höhe gefährlich. Der Cabildo spricht von Sicherheitsbedenken in den höher gelegenen Bereichen.
Für die übrigen Wege im Park nennt der Bericht keine Sperrung. Welche Vorsichtsmassnahmen der Cabildo dort empfiehlt, liess sich bisher nicht klären.
Wer darf trotzdem auf die gesperrten Wege?
Bergsteiger mit Steigeisen und Ausweis des Bergsportverbands dürfen trotz der Sperrung hinauf, so sehen es die Sondermassnahmen des Cabildo vor. Auch wer mit einem anerkannten Berufsführer unterwegs ist, darf die Wege betreten.
Die Berichte beschreiben die Voraussetzung unterschiedlich: Der eine nennt allgemein erfahrene Bergsteiger mit Winterausrüstung, der andere den Verbandsausweis. Ob diesmal eine zusätzliche Genehmigung nötig ist, bestätigt keine Quelle.
Für Telesforo Bravo und Montaña Blanca braucht es ohnehin eine Genehmigung über das Reservierungssystem der Nationalparks. Seit dem 19. Januar 2026 hat der Cabildo dafür eine Ökogebühr eingeführt, deren Höhe sich nicht bestätigen liess.
Das System zeigt Wirkung: Im ersten Monat bis zum 19. Februar zählte es 10.893 Besuche, im Monat davor waren es 38.200. Rund 94,3 Prozent der Besucher wohnten nicht auf den Kanaren, und die Einnahmen lagen bei gut 70.000 Euro für den Schutz des Parks.
Welche Regeln und Strafen gelten bei Wetterwarnungen?
Schon die Vorwarnung genügt, um die Wege zu schliessen: Seit dem 30. November 2024 verbietet eine Regelung bei einer offiziellen Wetterwarnung den öffentlichen Zugang. Die Wege bleiben dann rund um die Uhr zu.
Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bussgeld bis 600 Euro und Rettungskosten zwischen 2.000 und 12.000 Euro. Wer die Rettung am Ende zahlt, ist nicht angegeben.
Die Warnstufe legt die Notfallbehörde der Regierung der Kanaren fest, gestützt auf AEMET und weitere Quellen. Der Cabildo unter Präsidentin Rosa Dávila verwaltet den Nationalpark und setzt die Sperrungen um.
Die Parkleitung kann Wege auch unabhängig von Warnungen wegen Eis und Schnee schliessen, so geschehen etwa per Resolution vom 27. März 2024. Solche Beschlüsse veröffentlicht der Cabildo auf tenerifeon.es.
Die jüngste Warnung begann am Sonntag, dem 1. November, um 12.00 Uhr. Die Regierung der Kanaren rief im Grossraum der Hauptstadt die Regenwarnung aus und rechnete mit 30 Litern pro Quadratmeter und Stunde oder mehr.
Wann öffnen die Wege wieder?
Ein Wiedereröffnungsdatum hat der Cabildo bisher nicht genannt. Auch die Kriterien dafür hat er nicht veröffentlicht.
Frühere Fälle zeigen, wie lange das dauern kann. Nach dem Sturm Olivier war die Strasse ab dem 27. Februar 2025 gesperrt, vier Wege öffnete der Cabildo erst am 16. April 2025 wieder.
Im Dezember 2025 fuhren nach einem Schneefall Shuttlebusse mit 5.536 Fahrgästen. Der Zugang zu Fuss blieb ab dem 21. Dezember zu.
Ob die Zufahrten TF-21, TF-24 und TF-38 befahrbar sind, ist offen. Unbekannt bleiben auch die Schneehöhe, die AEMET-Warnstufe und die Frage, ob der Cabildo die Wege einzeln oder alle zugleich öffnet.
Die Behörden raten, bei Schnee und Eis nicht in die Höhe zu fahren. Die Strassen TF-24 und TF-21 schliessen bei Eisbildung, und wer hinauf will, prüft vorher die Warnseite des Cabildo.