Was bedeutet der Sturm für Urlauber auf Teneriffa?

Ein Unwetter mit sehr starkem Regen zieht auf die Kanaren zu. AEMET, der staatliche Wetterdienst, hat dazu am Donnerstag, 5. November, eine Sondermeldung veröffentlicht.

Ab Sonntag könnten laut Dienst alle sieben Inseln Regen abbekommen. Teneriffa kann es aber schon am Freitag, 6. November, treffen, denn AEMET schliesst dort Regen nicht aus.

Am stärksten regnet es an diesem Tag auf La Palma, wo es örtlich kräftig schüttet. Der härtere Teil beginnt am späten Samstag, 7. November, mit starken bis sehr starken Schauern und Gewittern im Westen des Archipels.

Zu den westlichen Inseln zählt AEMET ausdrücklich auch Teneriffa. Wo dort am meisten Wasser fällt, kann der Dienst noch nicht sagen, weil die Lage des Tiefs unsicher ist.

Ob die Hotelorte im Süden verschont bleiben, geht aus der Meldung nicht hervor. Wer das Wochenende plant, behält die Warnungen von AEMET besser im Blick, denn der Dienst will seine Angaben am Freitag, 6. November, aktualisieren.

Wann kommt welcher Regen, und wie lange dauert er?

Das Tief liegt laut AEMET westlich der Azoren und bleibt zunächst stationär. Erst Anfang der nächsten Woche nähert es sich dem Nordwesten der Iberischen Halbinsel.

Nach AEMET regnet es am Freitag, 6. November, zuerst im Westen, und am Samstagabend verschärft sich die Lage. Am Sonntag, 8. November, breitet sich der Regen auf die übrigen Inseln aus.

Der Dienst spricht von Niederschlägen, die anhaltend sein können, und von sehr starken Windböen. Zahlen zu Regenmengen oder Windgeschwindigkeiten nannte er in der Sondermeldung nicht.

Ab Mittwoch, 11. November, soll der Regen an Kraft verlieren. Starke Schauer bleiben auf den Kanaren aber möglich, die Besserung heisst also noch nicht, dass der Regen aufhört.

Was droht an der Küste und auf den Strassen?

Mit dem Regen kommt das Meer: AEMET erwartet von spätem Samstag bis Sonntag einen Küstensturm, spanisch «temporal marítimo». Er fällt mit den heftigsten Schauern zusammen.

Wie hoch die Wellen werden, steht nicht in der Meldung. Wer am Strand oder auf dem Meer unterwegs ist, muss deshalb ohne Wellenprognose planen.

Zudem sieht AEMET die Gefahr örtlicher Überschwemmungen in tiefer gelegenen Gebieten. Als Hauptrisiko auf Teneriffa nannten die Behörden bei der vorigen Regenwelle Wasser, das sich in Ortschaften schnell sammelt.

Damals rieten sie, Fenster und Türen zu schliessen und langsamer zu fahren. Sie baten ausserdem, nicht dort zu halten, wo viel Wasser abfliesst, überflutete Abschnitte nicht zu durchqueren und im Notfall die 112 zu rufen.

Zum Flugverkehr gibt es für das Wochenende keine offizielle Aussage. Ob die Zufahrtsbeschränkungen am Teide wegen Eis und Schnee noch gelten, ist offen, am 1. November galten sie.

Wie war die Lage bei der Regenwelle vom 1. bis 3. November?

Am Sonntag, 1. November, fielen laut AEMET-Daten am Flughafen Teneriffa Süd bis etwa 11.00 Uhr 29,9 Liter pro Quadratmeter. In Las Cañadas del Teide waren es 29,2, in Güímar 24 und in Santa Cruz de Tenerife 10 Liter.

Für Montag, 2. November, galt auf Teneriffa Gelb, mit bis zu 20 Litern pro Stunde im Norden und im Grossraum Santa Cruz. An den Hängen im Osten, Süden und Westen rechnete AEMET mit 15 Litern pro Stunde.

Strenger war die Warnung auf den Nachbarinseln: Für La Palma, La Gomera und El Hierro galt Orange mit bis zu 30 Litern. Die Regionalregierung rief dort ab Montag, 0.00 Uhr, die Stufe «alerta» aus.

Teneriffa und Gran Canaria standen in «prealerta». Der Cabildo (Inselregierung) von Teneriffa setzte seinen Notfallplan PEIN auf Vorwarnstufe.

Blanca Pérez, die Rätin des Cabildo für Sicherheit und Notfälle, hielt örtlich weiter 15 bis 20 Liter pro Stunde für möglich. In El Médano stand Wasser auf den Strassen, es gab kleine Erdrutsche, aber keine schweren Schäden.

Auf Teneriffa fiel in einigen Gebieten der Strom aus.

Wer warnt, und was ist noch offen?

Für den 6. bis 8. November fand sich bis Donnerstag weder eine Farbwarnung von AEMET noch eine Alarmstufe der Regierung. Auch neue Schliessungen von Sport- und Kulturanlagen hat der Cabildo nicht angekündigt, die früheren hob er auf.

AEMET vergibt die Farbwarnungen Gelb, Orange und Rot nach dem Plan Meteoalerta. Die Regionalregierung legt über ihre Notfallbehörde, die Dirección General de Emergencias, die regionalen Alarmstufen fest.

Offen bleibt, welche Inseln am meisten Regen abbekommen, wie viel es wird und wie hoch die Wellen steigen. Ebenso ist unklar, ob der Cabildo seinen Notfallplan erneut aktiviert.

Zum Vergleich: Beim Sturm Therese im März 2026 mass AEMET in sieben Tagen 272,0 Liter pro Quadratmeter in Las Cañadas del Teide. Auf dem Roque de los Muchachos auf La Palma waren es 615,2, für den neuen Sturm liegt noch keine Mengenprognose vor.

Wer die Lage verfolgen will, findet die Warnungen auf aemet.es, im Notfall gilt die Nummer 112. Neue Preise, Fristen oder Anträge gibt es zu dieser Wetterlage nicht.