Was ändert sich für Urlauber und Einwohner auf Gran Canaria?
Die Verzögerungen fallen mit den Protesten der Ärzte zusammen, die an diesem Tag mobilisieren. Eine genaue Ursache, eine Demonstrationsroute oder Uhrzeiten nennt der Bericht nicht.
Für Urlauber im Süden der Insel ist nach den vorliegenden Angaben keine Einschränkung bestätigt. Auch Sperrungen oder Umleitungen für den 4. November sind nicht veröffentlicht.
Wer in die Hauptstadt oder zum Hospital Insular fahren muss, plant am 4. November mehr Zeit ein. Wer einen Termin im öffentlichen Gesundheitsdienst hat, fragt am besten vorab im Gesundheitszentrum nach, denn Zahlen zu abgesagten Terminen liegen für diesen Streik nicht vor.
Wie stark beteiligen sich die Ärzte am Streik?
Am Dienstag, 3. November, streikten laut der Consejería de Sanidad (Gesundheitsministerium der Kanaren) 201 von 4.076 betroffenen Ärzten im Servicio Canario de la Salud (SCS, kanarischer Gesundheitsdienst). Das entspricht 4,93 Prozent.
Auf Gran Canaria waren es 149 von 1.479 Ärzten, also 10,07 Prozent, auf Teneriffa 44 Ärzte oder 2,17 Prozent. Gran Canaria verzeichnete damit die höchste Beteiligung aller Inseln.
Die Consejería erklärte, der Vormittag sei ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen. Die Gewerkschaften nennen dagegen für denselben Tag 41,4 Prozent im ganzen Archipel.
Am 23. Oktober lag die Beteiligung laut den damaligen Zahlen der Gesundheitsverwaltung bei 8,17 Prozent, das waren 318 von 3.892 Ärzten. Auf Gran Canaria waren es 14,89 Prozent, auf Lanzarote 4,82 Prozent und auf La Palma 9,09 Prozent.
Auf Fuerteventura, La Gomera und El Hierro gab es an jenem Tag keine Streikenden. Auch im Juni lagen die Zahlen weit auseinander: Für den 22. Juni nannte Sanidad 7,8 Prozent, die Gewerkschaft CESM 39 Prozent.
Was fordern die Ärzte genau?
Im Zentrum steht die Dienstzeit: Die Ärzte lehnen 24-Stunden-Dienste (guardias) ab. Sie verlangen, dass Bereitschaftsdienste in die 35-Stunden-Woche zählen, dass nach jedem Dienst genug Ruhe bleibt und dass eine Dienststunde mindestens so viel zählt wie eine normale Stunde.
Eine zweite Forderung betrifft die Assistenzärzte in Weiterbildung. Sie wollen höchstens fünf Dienste pro Monat, bessere Bezahlung und Verträge nach der Ausbildung, damit die Fachärzte auf den Kanaren bleiben.
Auf Social Media lautet ihre Botschaft sinngemäss, die Assistenzärzte seien zum Lernen da und nicht, um Personallücken zu stopfen. Für Ärzte ab 60 Jahren fordern sie, dass Dienste freiwillig werden, dazu zwei freie Tage und zwei zusätzliche Urlaubstage.
Zudem schlagen sie vor, dass ältere Ärzte 12 Prozent weniger Sprechstundentermine haben. Das soll sie länger im öffentlichen System halten.
Beim Geld liegen die Seiten weit auseinander: Die Forderungen der Gewerkschaften belaufen sich nach Berichten zum Streikbeginn auf rund 150 Millionen Euro. Die Verwaltung bietet rund 50 Millionen Euro und sagt, mehr gehe nur zulasten der Patientenversorgung.
Wie kam es zum Konflikt im Gesundheitsdienst?
Der Sindicato Médico Canario (CESM Canarias) und das Sindicato de Empleados Médicos de Canarias (SEMCA) riefen den Streik am 7. Oktober aus. Sie stellten «18 objetivos» (18 Ziele) für bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere öffentliche Versorgung auf.
Die Gewerkschaft UGT hatte zuvor mit der Consejería eine Vorvereinbarung getroffen und gehört nicht mehr zum Konflikt. CESM und SEMCA lehnten diese Einigung ab und kritisierten, dass die Behörde auf ihren Strategieplan nicht geantwortet habe.
Einen Vorschlag vom 11. Oktober wiesen die beiden Gewerkschaften zurück, weil die Vertragsbedingungen unklar seien. Am 27. Oktober zogen rund 300 Ärzte und Angehörige über die Avenida Mesa y López von der Marinebasis zur Plaza de España in Las Palmas de Gran Canaria.
Gewerkschaftspräsident Éric Álvarez sprach von «absolutem Schweigen» der Gesundheitsverwaltung. Gesundheitsministerin Esther Monzón nannte die Forderungen unlogisch und unerreichbar.
Über Arbeitsbedingungen und Gehälter im SCS entscheidet die Consejería de Sanidad der Kanaren. Sie legt auch die Mindestdienste fest, während der Estatuto Marco (Rahmenstatut für Ärzte) Sache des spanischen Gesundheitsministeriums ist.
Was ist offen und was kommt als Nächstes?
Eine Anordnung zu Mindestdiensten für diesen Streik haben wir nicht gefunden. Beim Streik im Juni galten 100 Prozent Mindestdienst für Notaufnahmen, Onkologie, Dialyse und Apotheke, für Oktober und November ist das nicht bestätigt.
Das Ergebnis des Treffens der Koordinatoren und Exekutivkomitees vom Donnerstag, 29. Oktober, ist nicht bekannt. Ein Termin für die nächste Verhandlungsrunde ist ebenfalls nicht veröffentlicht.
Ob der national angekündigte Ärztestreik stattfindet, konnte nicht bestätigt werden.
Die Wartelisten stehen schon unter Druck: Laut Daten zum Stand 30. Juni 2026 warten 34.382 Patienten auf eine Operation, 7,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die durchschnittliche Wartezeit auf eine Operation liegt bei 107 Tagen, in Spanien im Schnitt bei 121 Tagen.
Die Streiks haben die Operationstätigkeit im ersten Halbjahr 2026 um 3 Prozent gesenkt. Im Mai 2027 wählen die Kanaren ein neues Parlament, das Budget für 2027 steht noch aus.