Was ändert sich für Urlauber und Einwohner auf den Inseln?

Der unbefristete Streik trifft den gesamten öffentlichen Gesundheitsdienst der Kanaren, den Servicio Canario de la Salud (SCS), und damit auch Teneriffa. Die Blockade vom Mittwoch fand dagegen in Las Palmas de Gran Canaria statt, denn das Insular-Krankenhaus steht nicht auf Teneriffa.

Laut den Berichten drohen verschobene Sprechstunden, Operationen und Untersuchungen sowie volle Notaufnahmen in öffentlichen Spitälern. Zahlen zu abgesagten Terminen oder zur Streikbeteiligung seit dem 16. Oktober liegen nicht vor.

Notfälle behandeln die Spitäler weiter, doch die Regeln für Mindestdienste sind nicht bestätigt. Wie Patienten abgesagte Termine neu buchen, hat bisher niemand offiziell bekannt gegeben.

Wer in den kommenden Tagen einen Termin oder Eingriff in einem öffentlichen Spital hat, fragt besser direkt beim Zentrum nach. Ob auch private Kliniken betroffen sind, steht nicht in den Berichten.

Was geschah am Mittwochmorgen am Insular-Krankenhaus?

Bei Tagesanbruch besetzten die Ärzte am Mittwoch, 4. November, den Fussgängerüberweg am Zugang zum Spitalkomplex Insular Materno Infantil. Auf der Avenida Marítima in Las Palmas de Gran Canaria staute sich der Verkehr lange.

Mit der Aktion wollen die Ärzte den SCS zwingen, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Eine Sitzung, die den Streit lösen könnte, ist bisher nicht angesetzt.

Éric Álvarez, Präsident des Ärzteverbands Sindicato Médico de Canarias, macht die Consejería de Sanidad (Gesundheitsministerium der Kanaren) für die Blockade verantwortlich. Er sagte, die Notaufnahmen begännen zu kollabieren, weil der SCS das Streikkomitee nicht zu Gesprächen rufe.

Seit dem 14. Oktober habe es keinen Kontakt mehr gegeben, so Álvarez. Das Schweigen nannte er «die realste Form von Misshandlung» der Bevölkerung durch den SCS.

Warum streiken die Ärzte seit dem 16. Oktober?

Gescheiterte Gespräche mit dem SCS standen am Anfang: Der Streik begann am Freitag, 16. Oktober 2026. Aufgerufen haben die Gewerkschaften CESM Canarias und SEMCA.

Mit dem landesweiten Konflikt der Ärzte um den Estatuto Marco hat der Streik nichts zu tun. Betroffen ist das Personal des SCS.

Die Ärzte fordern höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste (guardias). Dazu verlangen sie echte Ruhezeiten nach den Schichten und einen eigenen Verhandlungsrahmen für Ärzte.

Álvarez spricht von erschöpften Ärzten und verweist auf eine Abwanderung in den Privatsektor und in andere Regionen. Das Personal fehlt damit genau dort, wo die Wartelisten ohnehin lang sind.

Wie weit liegen Ärzte und Gesundheitsbehörde auseinander?

Die Forderungen der Ärzte summieren sich nach kanarischen Medienberichten auf rund 150 Millionen Euro, das Angebot des SCS auf rund 50 Millionen. Die Ärzte verlangen damit dreimal so viel, wie die Behörde bietet.

Consejera de Sanidad Esther Monzón sagt, das Angebot enthalte 14 Verbesserungen und einen um 47 Prozent höheren Stundensatz für Bereitschaftsdienste. Sie drängte darauf, es vor dem Haushaltsschluss zum Jahresende anzunehmen.

Die Gewerkschaften lehnten den Vorschlag vom 16. Oktober ab. Er sei identisch mit jenem vom 11. September, und unklare Punkte seien weiter offen.

Bei einer Demonstration am 27. Oktober zogen rund 300 Ärzte und Angehörige über die Strasse Mesa y López in Las Palmas de Gran Canaria. Monzón bezeichnete die Forderungen dort als unlogisch und unerreichbar, Álvarez kündigte an, den Streik nicht abzusetzen.

Javier Luño von SEMCA bat den Regierungspräsidenten, einen anderen Verhandlungsführer zu ernennen. Für den 30. Oktober waren Treffen von Dienstkoordinatoren und Streikkomitee angesetzt, doch über deren Ergebnis liegt keine Meldung vor.

Wie angespannt sind Notaufnahmen und Wartelisten schon?

Einen neuen Kollaps meldete die Notaufnahme des Insular am 11. Februar 2026, bei 200 bis 300 Patienten pro Tag. Laut dem Personal belegten über 100 Patienten die Betten, obwohl sie bereits hätten entlassen werden können.

Monzón wies das Wort Kollaps am 23. Juli zurück und sprach von einer angespannten Versorgungslage. Sie nannte 6 Millionen Euro im Budget für die Planung der Insular-Erweiterung, doch einen Termin für die Ausschreibung gibt es nicht.

Laut dem Bericht vom Mittwoch verschärft der Streik die Wartelisten, weil sich Sprechstunden, Eingriffe und Untersuchungen verschieben. Zahlen dazu nannte der Bericht nicht.

Das Statistikamt ISTAC veröffentlicht die Wartelistenstatistik zweimal jährlich nach Insel und Fachgebiet. Wer nachsehen will, findet dort die jeweils neuesten Werte.

Auch Teneriffa war schon betroffen: Am 17. Juni folgten laut Sanidad 188 Ärzte auf Teneriffa und 130 auf Gran Canaria dem Streikaufruf. Insgesamt waren es 337 von 4.467 betroffenen Ärzten.

Wie geht der Konflikt weiter?

Einen Termin für neue Gespräche kennt niemand. Ob Sanidad nach dem 4. November reagiert hat, ist ebenfalls offen.

Unklar ist auch, wie viele Ärzte derzeit streiken und ob das Treffen vom 30. Oktober etwas bewegt hat. Das Angebot des SCS gilt nach Monzóns Worten nur bis zum Haushaltsschluss zum Jahresende.

Die Gewerkschaften setzen weiter auf Druck von der Strasse, wie die Blockade am Insular zeigt. Wer in einem öffentlichen Spital einen Termin hat, muss bis zu einer Einigung mit Verschiebungen rechnen.