Der Kalender — und warum für die Kanaren der 16. gilt
Das Imserso teilt die Regionen in zwei Blöcke. Der erste — darunter Andalusien, Madrid, Galicien — startet nach der Ministeriumsmitteilung vom 18. August 2026 am 14. September (Vorzug) und am 15. (übrige Akkreditierte). Der zweite Block mit Asturien, Katalonien, Valencia, den Balearen und den Kanaren folgt erst am 16. (Vorzug) und 17. September. Am 18. entfällt der Unterschied zwischen Vorzug und Nicht-Vorzug, die Provinzgrenze bleibt: Alle akkreditierten Insel-Bewohner konkurrieren um die Restplätze des eigenen Kontingents. Erst ab dem 19. ist buchbar, was in irgendeiner Provinz unverkauft blieb.
Wer teilnehmen darf: die vier Wege
Das Imserso nennt vier Gruppen, die alle ihren Wohnsitz in Spanien haben müssen. Erstens Altersrentner des spanischen Sozialversicherungssystems, ohne Mindestalter. Zweitens Witwenrentner ab 55 Jahren. Drittens Bezieher anderer Renten — etwa dauerhafter Erwerbsminderung — oder von Arbeitslosengeld und -hilfe ab 60. Viertens Versicherte oder Mitversicherte des spanischen Systems ab 65, auch ohne eigene Rente. Hinzu kommen Spanier im Ausland sowie zurückgekehrte spanischstämmige Auswanderer mit öffentlicher Rente aus dem Auswanderungsland — die einzige Stelle, an der eine ausländische Rente ausdrücklich zählt.
Für Begleitpersonen gelten die Bedingungen nicht: Der Ehe- oder eingetragene Lebenspartner darf mitreisen, ohne selbst eine Voraussetzung zu erfüllen; Kinder mit einem Behinderungsgrad ab 45 Prozent ebenfalls. Alle müssen sich selbst versorgen können, nachgewiesen per Eigenerklärung. Die Frist für Neuanträge lief vom 22. Juni bis 10. Juli 2026; bereits Akkreditierte mussten nichts erneuern.
Deutsche und italienische Rentner: Was die Regeln hergeben
Die meistgestellte Frage auf den Inseln — und die Antwort steht nicht dort, wo man sie sucht. Die Staatsangehörigkeit kommt in den Teilnahmebedingungen des Imserso nicht vor. Keine Klausel schließt einen deutschen oder italienischen Pass aus. Entscheidend sind der Wohnsitz in Spanien und die Anbindung an die spanische Sozialversicherung. Wer als Deutscher auf den Kanaren gemeldet ist, hier eingezahlt hat und heute eine spanische Altersrente bezieht, erfüllt die erste Bedingung.
Wer dagegen ausschließlich eine deutsche oder italienische Rente bezieht, fällt nicht unter die Punkte eins bis drei; diese verlangen wörtlich eine Rente „des spanischen Sozialversicherungssystems". Die vom Ministerium über seine Arbeits- und Migrationsabteilungen im Ausland verbreitete Imserso-Fragenliste sagt ausdrücklich, dass Renten aus nichtspanischen Quellen nicht qualifizieren; die Ausnahme gilt nur zurückgekehrten spanischstämmigen Auswanderern.
Bleibt die vierte Tür: Versicherter oder Mitversicherter des spanischen Systems ab 65, der einzige Weg ohne spanische Rente — etwa über einen in Spanien versicherten Ehepartner. Ob ein EU-Rentner, dessen spanische Gesundheitskarte auf einem Formular S1 beruht und dessen Behandlung dem Herkunftsland berechnet wird, als „Versicherter des spanischen Systems" gilt, lässt sich aus keinem veröffentlichten Imserso-Text beantworten. Wir haben keine offizielle Festlegung gefunden und stellen hier keine auf: Fragen Sie vorher beim Imserso nach, über dessen elektronische Behördenstelle oder die Servicios Sociales Ihrer Gemeinde, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben. Offen bleibt davon unabhängig der Weg als Partner eines Akkreditierten: Dann sind Pass und Rentenherkunft gleichgültig.
So wird gebucht: Brief, Code, Agentur
Grundlage ist der Akkreditierungsbrief — nach Angaben des Imserso rund 2,9 Millionen Stück. Er nennt den Buchungstag und einen vierstelligen Code, der jede Saison neu vergeben wird; fehlt er, gibt es ein Duplikat über die elektronische Behördenstelle. Online läuft das Los 2 (Inselküste) über Mundicolor, die Lose 1 und 3 über Turismo Social; nötig sind Ausweisnummer und Code. In einer angeschlossenen Reiseagentur genügt das Ausweisdokument.
Die Vorzugsakkreditierung beantragt man nicht, man erhält sie: Das Imserso bewertet nach Punkten — Alter bis 20, Behinderung 10, Einkommen bis 50. Ist das Kontingent erschöpft, bleibt der 19. September; über die ganze Saison geben Stornierungen laufend Plätze frei.
Was es kostet und was im Preis steckt
Die Spanne reicht nach den Programmangaben von 132,91 Euro für vier Tage in einer Provinzhauptstadt in der Nebensaison bis 564,72 Euro für zehn Tage auf den Kanaren mit Transport in der Hochsaison. Enthalten sind das geteilte Doppelzimmer, Vollpension (in Provinzhauptstädten Halbpension), Transport bei den Angeboten, die ihn ausweisen, eine Sammelversicherung, allgemeinmedizinische Betreuung im Hotel und ein Aktivitätenprogramm. Zuschläge kommen hinzu: Einzelzimmer rund 22 Euro pro Nacht, zweite Reise derselben Saison 100 Euro.
Insel-Bewohner können auch Los 1 (Festlandküste) und Los 3 (Kurzreisen, Binnenland) buchen — Transport ist aber nur für Ziele mit Direktverbindung ab Gran Canaria oder Teneriffa Nord vorgesehen. Sonst bleibt die Variante ohne Transport: Die Reise ist gebucht, den Flug zahlt man selbst.