Was bedeutet der Streik am 11. November für Urlauber und Einwohner?
CCOO und UGT haben für Mittwoch, 11. November 2026, einen Generalstreik über 24 Stunden bestätigt. Er gilt für ganz Spanien, und auf den Kanaren tragen mehrere Gewerkschaften die Mobilisierung mit.
Verbindliche Angaben zu Mindestdiensten, Linienbussen (guaguas), Schliessungen oder Ausfällen auf den Kanaren liegen bisher nicht vor. Ob der Streik den Betrieb in den Urlaubsorten des Südens spürbar trifft, ist nicht belegt.
Wer am 11. November fliegen, Bus fahren oder zu einem Amt muss, fragt am besten vorab bei Airline, Busbetreiber oder Behörde nach. Auch die Gewerkschaften können Auskunft geben, bestätigt ist dort bisher nichts.
Eine Mitteilung der ULPGC zu Vorlesungen oder Prüfungen am 11. November war nicht auffindbar. Ob Studierende fehlen dürfen, ohne Nachteile zu haben, ist offen.
Was werfen die Streikkomitees der ULPGC vor?
Die «Komitees zur Organisation des Streiks vom 11. November» haben sich am 5. November 2026 mit einer Mitteilung gemeldet. Sie kritisieren das «Schweigen» der Universität ULPGC auf Gran Canaria und des Studierendenrats Consejo de Estudiantes (CEST).
Die Universität habe nicht angemessen über den Streik informiert, sagen die Komitees. Formale Anträge und Unterschriftenlisten für einen akademischen Streik (paro académico) an das Rektorat (Rectorado) seien ohne Antwort geblieben.
Der CEST lehne den Streik ab, ohne seine Gründe öffentlich zu erklären, so die Komitees. Eine Stellungnahme von ULPGC, CEST oder Gewerkschaften enthält der Bericht nicht, und er sagt nicht, ob sie angefragt wurden.
Vom Rektorat und vom Vizerektorat für Studierende verlangen die Komitees Antworten auf die Anträge sowie Information und Teilnahme am paro. Vom CEST fordern sie eine Erklärung, von den Gewerkschaften mehr Einsatz für die Lehrkräfte.
Warum nennen die Komitees Wohnen ein Bildungsproblem?
Wohnen entscheide, wer studieren, wer zur Arbeit pendeln und wer auf seiner Insel bleiben kann, argumentieren die Komitees. Ihr Satz lautet: «Wohnen ist auch ein Bildungsproblem».
Die Studierenden verlangten seit Jahren bessere Wohnheime, heisst es in der Mitteilung. Betroffen seien auch Lehrkräfte, vor allem jene, die zwischen den Inseln oder aus anderen Regionen zu ihrer Stelle reisen müssen.
Der Streik organisiere sich an der Universität von unten, sagen die Komitees, mit Studierenden, Berufsschülern und Lehrkräften öffentlicher Hochschulen und Institute. Wer genau hinter den Komitees steht, wie viele Menschen mitmachen und wie viele Unterschriften vorliegen, nennt die Mitteilung nicht.
Worum geht es beim Generalstreik auf den Kanaren?
CCOO und UGT fordern höhere Löhne, Mietobergrenzen in angespannten Zonen (zonas tensionadas) und mehr öffentlichen Wohnraum. Dazu kommen Einschränkungen bei Ferien- und Saisonvermietung, und das Datum schlug die Confederación de Sindicatos de Inquilinas vor.
Manuel Navarro, Generalsekretär der UGT Canarias, sagt, auf den Kanaren gebe es «die niedrigsten Löhne des ganzen Landes». Daniel Casal von der Federación Sindical Canaria (FSC) beziffert den Abstand zum Landesschnitt auf rund 500 Euro; beides sind Angaben der Gewerkschaften.
Die Gewerkschaften nennen ausserdem 211.000 leere Wohnungen und 15 Prozent der Wohnungen in touristischer Nutzung. Diese Zahlen sind nicht überprüft.
Die CEOE lehnte den Streik am 6. Oktober ab, und Cepyme-Präsidentin Ángela de Miguel sieht die Verantwortung bei den öffentlichen Stellen. Die spanische Regierung erklärte, sie respektiere das Streikrecht.
Wie teuer ist das Wohnen auf den Kanaren, und was kommt danach?
Laut dem Barómetro del Alquiler der Fundación Alquiler Seguro für das dritte Quartal 2026 kostet eine Mietwohnung auf den Kanaren im Schnitt 1.211 Euro im Monat. Das sind 8,81 Prozent mehr als Ende 2025, Spanien liegt bei 1.214 Euro.
In der Provinz Santa Cruz de Tenerife, zu der Teneriffa gehört, liegt der Schnitt bei 1.240 Euro. Der Anstieg von 13,76 Prozent seit Ende 2025 ist der stärkste der Inselgruppe, die Provinz Las Palmas kommt auf 1.183 Euro und 4,23 Prozent.
Das Angebot an Mietwohnungen ist seit 2021 um 40 Prozent gesunken, meldet das Observatorio del Alquiler. Preise und Plätze der ULPGC-Wohnheime sind nicht belegt.
Der Consejo Social der Universität La Laguna auf Teneriffa setzt für das Wohnheim Parque de las Islas 2026/27 monatlich 288,77 Euro plus IGIC (kanarische Verbrauchsteuer) an. Mit Einkommensrabatt sinkt der Preis auf 200,67 oder 129,48 Euro.
Am 29. November 2026 stehen allgemeine Wahlen an, kurz nach dem Streik. Die Gewerkschaften erklären, der Streik hänge nicht mit dem Wahltermin zusammen.
Weitere Aktionen auf den Inseln könnten von der Reaktion auf den Streik abhängen. Bestätigt ist das nicht.