Was ändert sich für Urlauber und Eigentümer im Süden?
Vorerst ändert sich nichts, denn der Cabildo hat nur das Vorabdokument (documento de avance) fertiggestellt. Der Plan von 1991 gilt weiter, bis der neue beschlossen ist.
Im Süden fällt vor allem Los Charcones in Playa Blanca auf. Dort darf laut dem Inselrat für Raumpolitik, Jesús Machín, künftig nicht gebaut werden: «In der Zone Los Charcones darf nichts gebaut werden, Umgebung und Lebensraum werden geschützt.»
Zu Bettenzahlen, Grundstückspreisen, Baurechten einzelner Parzellen und Ferienvermietung hat der Cabildo bisher nichts Konkretes veröffentlicht. Wer eine Immobilie besitzt, kann also noch nicht ablesen, ob die eigene Parzelle betroffen ist.
Eigentümer und Stammgäste können während der öffentlichen Auslegung Stellung nehmen. Einen Antragsweg oder ein Online-Portal nannte der Cabildo bis Freitag nicht.
Was steht im Entwurf des Plan Insular?
Der Cabildo will den geschützten Anteil der Insel von 42 auf 60 Prozent anheben, wie Machín erklärte. Diese Flächen blieben laut Machín ausserhalb der Verfahren, mit denen Land bebaut wird.
Mehr als 90 Prozent der Küste sollen laut Machín unter Schutz stehen. Dazu nimmt der Entwurf mehr als 110.000 Quadratmeter Hotelbauland heraus und schlägt sie dem Naturschutz zu.
Landwirtschaft und Viehzucht sollen laut Entwurf dreimal so viel Fläche erhalten wie heute. Eine Hektarzahl nannte der Cabildo nicht.
Die Bremse für das Hotelwachstum liegt damit im gestrichenen Bauland. Eine Obergrenze für Betten, Hotels oder Plätze steht in den vorliegenden Angaben nicht.
Warum braucht Lanzarote einen neuen Plan?
Der geltende Inselplan stammt von 1991 (Decreto 63/1991), und Machín hält ihn für überholt. «Wir arbeiten mit einer überholten Planung», sagte er.
Das Verfahren musste neu beginnen, weil laut Machín das frühere Verfahren 2022 annulliert wurde. Eine gerichtliche Quelle dazu liegt nicht vor, sechs Vorphasen sind laut Machín inzwischen abgeschlossen.
Am 16. Dezember 2024 stellten Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort und Machín einen früheren Entwurf vor, der 59,46 Prozent der Insel schützte. Laut La Voz de Lanzarote verabschiedete der Cabildo am 11. Februar 2026 das «documento de alcance» endgültig, einen Schritt der strategischen Umweltprüfung.
Gerichte hoben in den Jahren um 2006 bis 2011 mehrere Hotellizenzen auf Lanzarote auf, weil sie gegen den Plan von 1991 verstiessen. Das Oberste Gericht der Kanaren (TSJC) hatte dabei einzelne Hotels und einen Ferienkomplex im Blick.
Wie voll ist Lanzarote schon heute?
Lanzarote zählte 2025 laut ISTAC (kanarisches Statistikamt) 3.455.200 Touristen, nach 3.406.911 im Jahr 2024. Das sind 1,4 Prozent mehr und laut ISTAC das am stärksten gebremste Wachstum aller Kanareninseln.
Aus Grossbritannien kamen 1.685.496 Gäste, ein Plus von 0,9 Prozent. Aus Deutschland waren es 259.517, ein Minus von 3,2 Prozent gegenüber 268.077.
Eine Studie des Cabildo zur Belastungsgrenze zählte 2023 rund 92.000 Betten, davon 31.000 in Ferienwohnungen. Die damalige Präsidentin María Dolores Corujo sah laut dem Bericht keinen Zweifel an einer Erklärung der Insel zur gesättigten Tourismuszone.
Kritik kommt von der Fundación César Manrique, die im Oktober 2025 Einwände gegen einen Entwurf einreichte. Sie sieht ernste Lücken und verlangt, die ökologischen Grenzen der Insel zu achten.
Wie geht es weiter, und was bleibt offen?
Machín erwartet das Dokument am kommenden Dienstag im Consejo de Gobierno. Ein Kalenderdatum nannte der Cabildo bis Freitag nicht.
Danach folgen 45 Tage öffentliche Auslegung, in denen Bürger und Verwaltungen Stellung nehmen können. Beginn und Ende der Frist sind nicht veröffentlicht, ebenso wenig ein Termin für die endgültige Genehmigung.
Offen sind weitere betroffene Zonen neben Los Charcones und jede Bettenzahl. Auch Kosten für den Plan und seine Infrastruktur sind nicht bekannt.
Der Entwurf von 2024 sah keine neuen Strassen vor, aber eine Verdopplung der LZ-40 und der LZ-2. Ob das im neuen Dokument unverändert gilt, hat der Cabildo bisher nicht gesagt.